„Baustellen-Band“ ist auf 17 mitwirkende Musiker und Sänger angewachsen

Ein Ventil für den Glauben

Viel Spaß hatte am vergangenen Sonnabend die Baustellen(gottesdienst)-Band, mittlerweile eine richtige Big Band, während ihres ersten Intensiv-Probentags, der in Zukunft zweimal im Jahr über die Bühne gehen soll. - Foto: Nosthoff

Harpstedt - Von Anja Nosthoff. „Einmal gesungen ist doppelt gebetet“, spielt Klaus Corleis auf die Motivation für die Mitwirkung in jener Band an, die sich für die Baustellengottesdienste in Harpstedt zusammengefunden hat. „Die Musik ist ein wichtiges Element. Das bringt frischen Wind in den Gottesdienst“, ergänzt Beate Ziemann. Sie hat für die offene „Combo“ die organisatorische Leitung übernommen. „Wir wollen die Gemeinde abholen, Begeisterung wecken und zum Mitmachen ermuntern.“

Diese Rechnung geht auf: Die Kirchgänger spüren den Spaß, den die Mitglieder der Formation beim Musizieren haben. Und diese Freude überträgt sich wie von selbst auf die Gemeinde, die seit Beginn der Baustellengottesdienste im Februar 2014 mit zunehmender Begeisterung mitsingt.

Die Band hat sich mittlerweile ein gutes Liedgut-Repertoire aufgebaut. „Es gibt gar nicht so wenige moderne Kirchenlieder. Sie werden nur noch zu wenig genutzt“, sagt Pastor Timo Rucks, der gemeinsam mit einigen jugendlichen Helfern für die Technik und die Abmischung sorgt.

Eine Schwierigkeit beim Einüben der modernen Stücke sei es, dass keine Noten für verschiedene Instrumentationen zu bekommen seien. „Oft gibt es lediglich die Melodiestimme als Notenvorlage“, weiß Pastor Rucks. Auf YouTube könne man sich jedoch ansehen und anhören, wie die Songs von Combos gespielt werden.

Die Harpstedter Baustellen-Band kann mittlerweile selbst auf eine Vielzahl an Instrumenten zurückgreifen. Etwa auf Gitarren, Bass-Gitarren, Geigen, Cello, Saxophon, Trompete, Klavier, Cajon und Schlagzeug. Hinzu kommen mehrere Sängerinnen. „Es wird viel improvisiert“, erläuterte Ziemann. Aber auch das setze gemeinsame Proben voraus. Da fast alle Mitstreiter auch sonst vielseitig eingebunden sind, ob nun in anderen musikalischen Formationen, in verschiedenen Bereichen der Gottesdienstgestaltung oder in Ehrenämtern, werden die Übungseinheiten auf ein Minimum reduziert.

Neun Baustellengottesdienste gibt es im Jahr. „Wir treffen uns immer am vorausgehenden Freitagabend und noch einmal sonntags, bevor der Gottesdienst beginnt“, so Ziemann. Am vergangenen Sonnabend kam die Band nun erstmals zu einem Intensiv-Probentag zusammen, um ihr Repertoire noch zu erweitern. „Mittlerweile haben sich aus einigen der neuen Kirchenlieder, die wir immer wieder singen, richtige Baustellengottesdienst-Schlager entwickelt, die auch die Gemeinde schon sehr gut kennt“, sagt Ziemann.

Ganz besonders freuen sich die Bandmitglieder über das viele positive Feedback seitens der Gemeinde. Denn genau das wollen sie ja – ein Ventil für die Anbetung bieten und damit den Glauben lebendig halten. Das hält die Band aber übrigens nicht davon ab, wenn es thematisch passt, auch Hits aus der Pop- und Rockgeschichte in die „Baustellen-Musik“ einzubinden. „Als es um das Thema Handy ging, hat die Gruppe ‚Ring, ring‘ von Abba einstudiert. Zum Oldtimer-Gottesdienst wiederum passte perfekt das Sehnsuchtslied ‚Country Roads‘“, so Rucks.

Zu dem offenen Konzept der Band gehört es, dass für die Mitwirkung keine Altersgrenzen vorgegeben und keine musikalischen Vorkenntnissen vorausgesetzt werden. Auch muss nicht jeder jedes Mal dabei sein. So entwickelt sich die Band ständig weiter. Sie verändert sich – genau wie der Glaube selbst. Beides bleibt also immer ein wenig „Baustelle“. Einst startete die Band mit fünf Mitgliedern. Heute mischen 17 Musiker und Sänger mit. Jung und Alt musizieren Seite an Seite. Hinter Schlagzeuger Jannis Hannekum liegt erst das 17. Wiegenfest, hinter Violinist Pawel Jannowsky schon der 63. Geburtstag.

Ein wenig hat Jan Ziemann die musikalische Leitung übernommen. Aus vielen Songs fertigt er im Vorhinein auf die Band abgestimmte Arrangements. Der Rest ergibt sich aus den gemeinsamen Proben.

„Harpstedt ist schon sehr musikalisch“, findet Timo Rucks. Vielleicht spricht ja deshalb das offene Bandkonzept so viele Interessierte an.

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