Jacqueline Sendmeyer berichtet kurios Klingendes aus Kansas / An Halloween als Superheldin um die Häuser gezogen

Umsatzboom am „Schwarzen Freitag“?

Den wichtigen amerikanischen Feiertag Thanksgiving hat sie in Olathe im US-Bundesstaat Kansas schon miterlebt: Jacqueline Sendmeyer aus Harpstedt.

HARPSTEDT/OLATHE · Die High School bereitet Jacqueline Sendmeyer während ihres Auslandsjahres im US-Bundesstaat Kansas keine Probleme. Bei Leistungskontrollen muss sie zumeist nur unter mehreren vorgebenen Antworten die richtige ankreuzen: Der Großteil der Tests, die ihr insgesamt sogar leichter als in Deutschland fallen, bestehe in Fächern wie Englisch oder Biologie aus Multiple-Choice-Fragen, berichtet die Harpstedterin.

Unmöglich, das alles aufzuessen... Gastmutter Maureen hatte zu Thanksgiving mit mehr Besuch gerechnet – und deshalb zu viel (vor-)gekocht.

Die Winterferien nahen mit großen Schritten. „Momentan schreiben wir aber noch sehr viele Arbeiten“, seufzt die Gastschülerin. Den Umgang mit moderner EDV kennt sie vom Gymnasium Wildeshausen; allerdings kommt an „ihrer“ High School noch weit mehr Technologie zum Einsatz. „Jeder Lehrer hat einen eigenen Raum mit eigenem PC. Zusätzlich gibt es in jedem Raum Beamer und Leinwand. Manche Lehrer verfügen über ,Klicker‘. Damit kann man dann bei Multiple-Choice-Tests die Antworten einfach einklicken“, erzählt Jacqueline Sendmeyer. Mit den Lehrern kommt sie bestens klar: „Die sind hier alle sehr nett. Wenn ich mal Hilfe brauche, kann ich einfach vor oder nach der Schule vorbeischauen und mir alles erklären lassen.“ Jetzt, da Weihnachten vor der Tür steht, erinnert sich die Gastschülerin gern an einen vergangenen Feiertag zurück, den sie in Kansas schon miterlebt hat, an Thanksgiving – und das keinesfalls nur, weil sie drei Tage schulfrei bekam. Die US-Bürger nehmen häufig weite Anreisen auf sich, um dieses Fest im Kreise ihrer Angehörigen feiern zu können. Auch die Familie, die Jacqueline bei sich aufgenommen hat, erwartete Besuch: „Die Mutter meines Gastvaters und drei Cousinen sollten kommen, aber als ich mit meinen Gastschwestern Alexa und Victoria und meinem Gastvater Walter am Flughafen stand, stellte sich heraus, dass die Großmutter gar nicht in den Flieger gestiegen war, weil sie unter Rückenschmerzen litt. Deshalb fiel die Feier kleiner aus als geplant. Weil meine Gastmutter Maureen aber schon am Vortag mit dem Kochen angefangen hatte, gab es viel zu viel Essen.“ Wie hierzulande aus US-Serien und -Spielfilmen bestens bekannt, kommt an Thanksgiving traditionell Truthahn auf den Tisch. „Allerdings nicht als Ganzes, sondern klein geschnitten“, sagt die Harpstedterin mit Blick auf ihr erstes Erntedankfest amerikanischer Art. Zusätzlich seien Fleischbällchen, Süßkartoffeln, Salat, Bohnen, Mais „und vieles mehr“ serviert worden sowie später am Abend Kürbis- und Apfelkuchen. „Als wir zusammen am Tisch saßen, hat jeder gesagt, wofür er dankbar ist. Den größten Teil an Thanksgiving aber nimmt das Essen ein“, resümiert Jacqueline.

Der Tag nach dem Fest sei für den amerikanischen Einzelhandel immens wichtig, zumal dann das Weihnachtsshopping eingeläutet werde. Die Läden öffneten teilweise schon um 3 Uhr früh und warteten mit einer Menge guter Angebote auf ihre Kunden. Und die Umsätze seien wirklich beträchtlich. Zuweilen sogar so enorm, dass Betriebe mit einem Schlag raus aus den Schulden und rein in die „schwarzen Zahlen“ rutschten. Deshalb sprächen die Amerikaner auch vom „Schwarzen Freitag“, obgleich dies so ziemlich das genaue Gegenteil des gleichnamigen Begriffs bedeutet, der für den großen Börsencrash von 1929 und den Beginn der Weltwirtschaftskrise steht.

Von Haus zu Haus gehende Kinder und Jugendliche, die in zumeist gruseligen Verkleidungen nach Süßigkeiten fragen, sowie den Spruch „Süßes oder Saures“ – im Englischen heißt  er  „Trick or Treat“ – verbinden längst auch viele Deutsche mit Halloween. Jacqueline Sendmeyer und einige Schulfreundinnen schlüpften an diesem Tag in die Rollen von Catwoman, Spiderman, Superman und Batman und machten sich als Superheldinnen zurecht. Nach einem „Zug um die Häuser“ kehrte die Harpstedterin mit einer ganzen Tasche voller Süßigkeiten zurück. Ihre gute Kinderstube vergessen die meisten Jugendlichen in Kansas offenbar trotz Halloween nicht: „Wenn man an einer Tür mal keine Süßigkeiten bekommt, sagt man nur danke und geht weiter, spielt also keine Streiche“, erzählt die Gastschülerin. Die Straßen und alle Häuser seien mit Lichtern und Deko in Spinnennetz-Form geschmückt gewesen. „Nicht fehlen durften Kürbisse vor der Tür. Ich selbst habe zwei mit einem Gesicht versehen – einen in meinem momentanen Zuhause, den anderen in der Schule mit dem Französisch-Klub“, so die Gymnasiastin.

Wie in Deutschland hat „Väterchen Frost“ auch in Kansas schon Einzug gehalten. „Schnee ist zwar noch nicht gefallen, aber es wird aber von Tag zu Tag kälter. Zum Teil mussten die Leute hier auch schon ihre Autoscheiben frei kratzen“, berichtet Jaqueline Sendmeyer.

Apropos motorisierte Fortbewegungsmittel: Die fahren in den USA immer noch weitaus günstiger als in der Bundesrepublik. „Eine amerikanische Gallone Benzin, also 3,785 Liter, kosten hier 2,65 Dollar“, erläutert die Harpstedterin. Angesichts dieses Spottpreises dürfte so mancher deutsche Autofahrer schon ein bisschen neidisch ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ blicken...

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