Wer soll‘s werden?

Umfrage in Harpstedt zum Söder-Laschet-„Duell“: Keine klare Präferenz erkennbar

Horst Fastenau beantwortete die K-Frage der Grünen für sich persönlich gleich mit: Er sah in Markus Söder den passenden Vizekanzler hinter Annalena Baerbock.
+
Horst Fastenau beantwortete die K-Frage der Grünen für sich persönlich gleich mit: Er sah in Markus Söder den passenden Vizekanzler hinter Annalena Baerbock.

Harpstedt – Markus Söder oder Armin Laschet – wer soll das Rennen machen, der CSU- oder der CDU-Parteichef? Während das erbitterte Ringen um die Kanzlerkandidatur innerhalb der Union in vollem Gange war, hat unsere Zeitung in Harpstedt Mitbürgerinnen und Mitbürger danach befragt, wen sie für den Besseren hielten.

Um es vorwegzunehmen: Ein derart klares Meinungsbild wie im „Politbarometer“, das Söder mit großem Vorsprung vorn sieht, obwohl sich die Spitzengremien der CDU zunächst klar hinter Laschet gestellt hatten, gab es in unseren nicht repräsentativen Spontan-Interviews auf dem Parkplatz des Harpstedter Inkoop-Marktes nicht. Zweifel und Unentschlossenheit klangen an. Einige Befragte lehnten beide ab: sowohl den als ausgleichend und bürgernah geltenden NRW-Ministerpräsidenten Laschet als auch Bayerns polarisierenden Landesvater Söder.

Derzeit unentschlossen: Michael Krone aus Groß Ippener.

Zu denen, die sich eindeutig positionierten, gehörte Elke Wagner: „Ganz klar Laschet“, entgegnete sie auf die K-Frage. „Söder ist unterstes Niveau und Laschet das genaue Gegenteil – vermittelnd und ausgleichend“, bekräftigte die Harpstedterin. Christian Voigt outete sich als CDU-Stammwähler, konnte sich aber gleichwohl nicht so recht für einen der beiden Kandidaten entscheiden. „Ich bin sehr am Zweifeln“, gab der 36-Jährige aus Harpstedt offen zu. Seine Befürchtung: „Ich glaube, dass sich Söder zu sehr auf Bayern fokussieren wird.“ Voigt sah deswegen Armin Laschet leicht im Vorteil.

Beide wären gute Oppositionsführer.“

Mathias Maurer
Söder sei „unterstes Niveau“, fand Elke Wagner klare Worte.

„Beide wären gute Oppositionsführer“, fuhr es aus Mathias Maurer heraus, als er seine Einkäufe in sein Auto lud. „Das ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera“, machte Anja Herold aus ihrer eindeutigen Ablehnung beider Bewerber keinen Hehl. In einigen Punkten waren sie und Maurer sich einig: Es müsse nach den Regeln der Unionsparteien entschieden werden. Demnach bestimmten die Präsidien und Parteivorstände den Kanzlerkandidaten, und die hätten sich bei der deutlich größeren CDU schon auf Armin Laschets Seite gestellt. Söder hätte die Chance, seine Kandidatur ohne Gesichtsverlust zurückzuziehen, Laschet als CDU-Parteivorsitzender indes nicht.

Weder Söder noch Laschet sollte nach Ansicht von Mathias Maurer und Anja Herold Kanzler werden.

„Der Eine ist laut, der Andere leise.“

Nicole Müller

Die K-Frage für sich persönlich zu beantworten, fand Nicole Müller aus Dünsen „ganz schwierig“, musste sie eingestehen: „Der Eine ist laut, der Andere leise. Söder verhält sich zu bayerisch. Laschet wiederum ist impulsgesteuert, unberechenbar“, urteilte sie. Miriam Krusch brachte ihre Ablehnung beider Politiker zum Ausdruck. Was Laschet angehe, so habe er mit seiner Corona-Politik nun nicht gerade überzeugen können.

Horst Fastenau sah Söder als passenden Vizekanzler hinter Annalena Baerbock (inzwischen von ihrer Partei als Kanzlerkandidatin nominiert), womit er sozusagen für sich persönlich auch gleich die K-Frage der Grünen beantwortete. „Bayerischer Klüngel trifft auf rheinische Frohnatur“, beschrieb der Harpstedter kritisch das Kandidatenduell der Unionsparteien, um dann sehr ausführlich und kenntnisreich die Energiepolitik der jetzigen Regierung ins Visier zu nehmen.

Bayerischer Klüngel trifft auf rheinische Frohnatur.“

Horst Fastenau

„Die Stimmung wechselt von Woche zu Woche. Das ist ganz schwierig. Ich könnte mich derzeit nicht entscheiden“, erkannte Michael Krone aus Groß Ippener – wie viele andere – keinen Favoriten. Er sieht in Söder den kompetenteren, aber auch trickreicheren Politiker; für Laschet spreche mehr Nähe zum Volk.

Ich glaube, dass sich Söder zu sehr auf Bayern fokussieren wird.“

Christian Voigt

Die bei 14 Prozent Zustimmung in der „Sonntagsfrage“ herumdümpelnde SPD, die aus ihrem Umfragetief einfach nicht herauskommt, hatte offenbar keiner der in Harpstedt Befragten „auf dem Zettel“. Dass die Sozialdemokraten mit Olaf Scholz den künftigen Bundeskanzler stellen könnten, mutet zumindest nach dem aktuellen Stand der Dinge ziemlich unwahrscheinlich an.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Bei „Ojo“ spielten die angesagten Bands

Bei „Ojo“ spielten die angesagten Bands

Bei „Ojo“ spielten die angesagten Bands
Corona: Infektionszahl sinkt in Wildeshausen deutlich

Corona: Infektionszahl sinkt in Wildeshausen deutlich

Corona: Infektionszahl sinkt in Wildeshausen deutlich
Sogar der Beifahrersitz im Auto ist tabu

Sogar der Beifahrersitz im Auto ist tabu

Sogar der Beifahrersitz im Auto ist tabu
Landkreis konkretisiert Corona-Verordnung

Landkreis konkretisiert Corona-Verordnung

Landkreis konkretisiert Corona-Verordnung

Kommentare