Überfüllung zum Schulschluss

Trotz Corona drangvolle Enge im Schulbus

Ein unvorhersehbar früher Unterrichtsschluss am Gymnasium Wildeshausen soll die Überfüllung dieses Schulbusses nach Harpstedt verursacht haben. Das Bild nahm ein Gymnasiast, der selbst mitfuhr, mit seinem Smartphone auf.
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Ein unvorhersehbar früher Unterrichtsschluss am Gymnasium Wildeshausen soll die Überfüllung dieses Schulbusses nach Harpstedt verursacht haben. Das Bild nahm ein Gymnasiast, der selbst mitfuhr, mit seinem Smartphone auf.

Harpstedt/Wildeshausen – Die Ferien sind gerade mal seit einem Tag vorüber, als sich Schüler der BBS, des Gymnasiums und der Realschule Wildeshausen in einen Schulbus der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) GmbH zwängen. Sie tragen Mund-Nasen-Schutz, sitzen aber eng an eng. Viele stehen im Gang, als das Fahrzeug sie gen Harpstedt befördert. Förderschüler passen schon gar nicht mehr rein. Die Überfüllung trotz Corona kommt mitfahrenden Jugendlichen unheimlich und verantwortungslos vor. „Wenn’s weiterhin so eng bleibt, setze ich mich nicht mehr in den Bus!“, beschwert sich ein Harpstedter Gymnasiast bei seiner Mutter.

Klagen über zu volle Schulbusse lassen sich nicht nur in Niedersachsen vernehmen, sondern ebenso in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Hessen. Eltern kritisieren, hier sei ein Problem regelrecht verschlafen worden. Die pandemiebedingte Bildung von jahrgangs- oder klassenbezogenen „Kohorten“, die in den Schulen Abstand voneinander wahren, werde in den Bussen geradezu ad absurdum geführt, weil sich dort wieder alles vermische.

„Wir fahren gemäß Vorgabe des niedersächsischen Kultusministeriums nach dem Szenario A – eingeschränkter Regelbetrieb. Dieses Szenario ist sehr nah an Schule, so wie wir sie aus der Vor-Corona-Zeit kennen. Wir stehen in enger Abstimmung mit dem Landkreis Oldenburg und tauschen uns in regelmäßigen Telefonkonferenzen aus“, äußerte sich DHE-Geschäftsführer Harald Wrede auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass der eingangs erwähnte Schulbus am vergangenen Freitag derart voll gewesen ist, gehe auf den „unvorhergesehenen frühzeitigen Schulschluss“ am Gymnasium Wildeshausen zurück. Die Abfahrt nach der vierten Stunde sei nämlich laut normalem Fahrplan nicht vorgesehen gewesen, sondern „unabgestimmt erfolgt“. Mittlerweile, so Wrede, habe die DHE das Thema mit dem Landkreis Oldenburg besprochen. „Aktuell erfassen wir die Anzahl der Fahrgäste und stimmen erforderliche Zusatzkapazitäten mit dem Aufgabenträger ab. Bis auf die Ausnahme vom vergangenen Freitag können wir bislang nicht feststellen, dass unsere Busse überfüllt sind“, so der DHE-Geschäftsführer.

Maik Ehlers, als Amtsleiter in der Kreisverwaltung zuständig für Schulen und Hochbau, bestätigt Wredes Darstellung. Der besagte überfüllte Bus sei ein nicht planbarer Fall gewesen – und resultiere daraus, dass „eine Schule“ am Freitag in Wildeshausen „an die zehn Klassen“ nach der vierten Stunde „ins Wochenende“ geschickt habe. Dass deshalb das eine zur Verfügung stehende Fahrzeug völlig überlastet gewesen ist, sei nachvollziehbar. Leider sei die Kreisverwaltung von „dieser schulischen Neuorganisation nicht unterrichtet worden“, bedauert Ehlers. Die DHE habe zugesagt, ab diesem Freitag ein zusätzliches Fahrzeug einzusetzen.

Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die Lage entspannt oder neuerliche Beschwerden laut werden. Die Mutter des erwähnten Harpstedter Gymnasiasten (Name ist der Redaktion bekannt) hört indes von ihrem Sohn, die Busse seien weiterhin – auch nach „normalem Schulschluss“ um 13 Uhr – ziemlich voll, wenngleich nicht brechend voll. Um das Sars-CoV-2-Infektionsrisiko beim Transport zu minimieren, sähe der Landkreis laut Maik Ehlers nur die Möglichkeit, die Anzahl der zu befördernden Schülerinnen und Schüler zu verringern, beispielsweise „mit Homeschooling ab Jahrgang sieben“. Dann, so argumentiert Ehlers, wären „nur die Jahrgänge mit Betreuungsbedarf vollständig in den Schulen“. Den Eltern, die heilfroh sind, dass jetzt wieder ein eingeschränkter Schul-Regelbetrieb gefahren wird, würde eine solche „Option“ allerdings wohl ganz und gar nicht schmecken.

Von Jürgen Bohlken

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