Trotz Beschluss zum Schulerhalt in Dünsen Diskussionen über Umbau zur Krippe

Hartmut Post: „Sie wurde kaputt geredet“

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Die Ratsmitglieder diskutierten mit den Bürgern über Alternativen zum Krippenumbau der Grundschule Dünsen.

Dünsen - Von Anja Nosthoff. „Wo bleibt der Bürgerwille? Wie sollen die Dünsener angesichts dieser Unzuverlässigkeit noch Vertrauen in die Politik der Samtgemeinde haben?“ Solche Bürgerstimmen wurden am Freitagabend während der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Dünsen in der Zufluchtskirche laut. Thema war die mögliche Errichtung einer Krippe in Dünsen ebenso wie die von der Samtgemeinde vorgeschlagene Möglichkeit, die bestehende Grundschule zu diesem Zweck aufzugeben, umzunutzen und umzubauen.

Bitter schlug Letzteres den Bewohnern auf, denn erst im Januar diesen Jahres hatte der Samtgemeinderat den Erhalt der Grundschule und die Einleitung nötiger Renovierungsmaßnahmen beschlossen. Mit zahlreichen Aktionen und Demonstrationen hatten sich die Dünsener zuvor für ihre Grundschule stark gemacht. Für diese besteht nun ein offenes Einzugsgebiet: Auch Eltern aus Kirchseelte und Ippener können ihre Kinder in diese Grundschule schicken. Dennoch blieben die Anmeldungen bisher aus.

Bürgermeister Hartmut Post fand in seiner Rede zur Sitzungseröffnung dafür klare Worte: „Die Eltern haben doch mittlerweile Angst, ihre Kinder in die Dünsener Grundschule zu schicken.“ Aktuelle Probleme sind die geringen Anmeldezahlen, die fehlende Schulleitung sowie die Kosten für notwendige Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen. „Nun ist sogar in aller Munde, dass unsere Schule marode sei“, so Post. „Sie ist nicht marode – tatsächlich wurde sie einfach kaputt geredet.“

Die Ratssitzung wurde eigens unterbrochen, um die Meinungen der Bürger einzuholen – nicht nur zu einem möglichen Umbau der Grundschule zu einer Krippe, sondern auch zu einem eventuellen Krippenneubau an anderen Dünsener Standorten. Fest steht, dass eine 15-köpfige Krippengruppe für Kinder aus Dünsen, Kirchseelte und Ippener voll würde. Und obwohl es im Flecken bereits die Krippe „Zwergnase“ gibt, besteht noch Bedarf für ein weiteres Angebot. „Am schönsten wäre es natürlich, diese neuen Gruppen jeweils im Einzugsgebiet der Gemeinden und Harpstedt einzurichten“, so Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Das sei jedoch die kostenintensivste Lösung. Am günstigsten wäre der Umbau der Dünsener Grundschule. Auch andere Möglichkeiten – beispielsweise in Ippener – würden noch geprüft.

In seiner Gemeinde dagegen, so betonte Post, gebe es auch Ideen für Alternativen. Beispielsweise wurde diskutiert, ob Dünsen der Samtgemeinde für einen Krippenneubau ein Doppelgrundstück am Ahornring zur Verfügung stellen soll. Diesbezüglich wurden Bedenken hinsichtlich der Parksituation laut. „Mit der Errichtung einer Krippe wäre es mit der verkehrsberuhigten Zone dort vorbei“, vermutete eine Bürgerin. Dagegen spreche nichts für einen Krippenneubau neben dem Kindergarten. Sogar eine Umnutzung der Zufluchtskirche wurde vorgeschlagen.

Wöbse erklärte, warum trotz Beschluss zum Schulerhalt nun der Umbau zur Krippe diskutiert würde: „Im Moment gibt es in Dünsen zwei Klassen. Dafür ist genug Platz. Ziel ist aber, dass die Schule wieder eine volle Einzügigkeit, das heißt vier Klassen erreicht. Dafür wären Erweiterungsmaßnahmen in Höhe von rund 300000 Euro nötig.“

Denkbar wäre auch eine Erhaltung der Schule als Außenstelle der Harpstedter Grundschule. Dann aber wäre das von vielen Bewohnern gewünschte pädagogische Konzept der Eingangsstufe nicht haltbar.

Nachdem sich die Ratsmitglieder in dem intensiven Austausch ein Bild von den Meinungen und Standpunkten der Dünsener machen konnten, einigte sich der Rat schließlich, der Samtgemeinde vorrangig ein Grundstück an der Kirche für einen Krippenneubau kostenlos zur Verfügung zu stellen. Weiterhin wurde beschlossen, dass die Gemeinde, falls sich dabei Schwierigkeiten ergeben sollten, der Samtgemeinde das Grundstück am Ahornring zu überlassen.

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