Tresen, Tische und Tanzfläche

„Sonnenstein“-Rest-Interieur soll im September ins Museum

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Werkstattleiter Günter Lübke und Eva Geiß vom Museumsdorf Cloppenburg besprechen mit Architekt Hermann Dunkler-Gronwald (v.l.) wie der Abbau der ehemaligen Diskothek „Zum Sonnenstein“ vonstattengehen soll.

Harpstedt - Von Phillip Petzold. Im „Sonnenstein“ tut sich etwas: Im September rücken Mitarbeiter des Museumsdorfs Cloppenburg in die ehemalige Harpstedter Disco ein, um das verbliebene Interieur für den Abtransport vorzubereiten. Während einer Begehung am Mittwoch wurden die weiteren Schritte besprochen.

Wo früher Lichtanlage und Boxen für Party-Atmosphäre sorgten, hängen nun Spinnweben und nackte Kabel von der Decke über der Tanzfläche. Die teilweise von Ameisen zerfressenen Theken sind fast nackt, das Licht kommt aus Baustellenstrahlern. Alles, was lose war, hat den „Stein“ schon verlassen. Als nächstes soll Einrichtung wie Tresen, Sitzecken, Tanzfläche und DJ-Pult abgebaut und nach Cloppenburg gebracht werden.

Architekt will die Besucher berühren

„Es geht endlich mal ans Praktische“, freut sich Eva Geiß, die das Projekt betreut. Zunächst muss das Mobiliar genau vermessen werden. „Sonst wird der Aufbau ein kompliziertes Puzzlespiel.“

Auch das Wandbild neben der Tanzfläche soll nach Cloppenburg.

„Wir wollen die Einrichtung sorgfältig erhalten und wenig verfremden“, erläutert Architekt Hermann Dunkler-Gronwald. „Die Besucher sollen berührt werden und denken: ,Whoa, so war das damals‘“. Dafür seien Details wichtig – Ein an einen Pfosten genagelter Zehn-Euro-Schein, ein Wandbild mit zwei wenig bekleideten Blondinen vor einem Sportwagen, „Charlie“-Gläser. Dunkler-Gronwald setzt auf Kleinigkeiten, um das Dorfdisco-Gefühl wieder aufleben zu lassen. „Wir wollen keine ,Heile-Welt-Diskothek‘ bauen“, so der Architekt. „Das Bauchgefühl muss angesprochen werden.“ Dafür seien unscheinbare Dinge besonders wichtig.

Geschwindigkeit nach dem Abtragen des Dachstuhls entscheidend

Meter für Meter gehen Dunkler-Gronwald, Geiß sowie Dr. Michael Schimek, Leiter der bauhistorischen Abteilung im Museumsdorf, und Werkstattleiter Günter Lübke das Gebäude ab – von innen und von außen. Viele Fragen gilt es zu klären: Kann die Tapete erhalten werden? Kommt die Sonnenbank mit ins Museumsdorf? Was passiert mit der Küche?

Wenn alles geklärt ist, geht der Umzug los. Geiß hofft, dass Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres die großen Maßnahmen in Angriff genommen werden können. Sobald der Dachstuhl abgetragen ist, muss es schnell gehen. Um die Bausubstanz sei es ohnehin nicht zum Besten bestellt. Regen würde dem Gebäude weiter zusetzen. Für den Transport wird der „Stein“ zerschnitten und in Teilen nach Cloppenburg gebracht. Wenn alles glatt läuft und die Baustelle im Winter nicht lange ruhen muss, soll das Gebäude im Frühjahr stehen. Dann folgt das Interieur. „Zur Eröffnung sind dann alle Harpstedter eingeladen“, so Geiß.

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