Sechsmal höher als der Grenzwert

Trauriger „Tiefpunkt“ in Klein Köhren: Nitratwerte extrem hoch

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Harpstedt - Von Alina Pleuß. Alarmierende Nitratwerte wurden vor Kurzem in einem Brunnen bei Klein Köhren gemessen. Das Wasser dort weist fast sechsmal so hohe Zahlen wie der Grenzwert auf. Bereits 2013 zeigte sich der Brunnen als trauriger Spitzenreiter, berichtet Dieter Hahn, Leiter des Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg.

„Es geht uns nicht darum einen Favoriten zu benennen, sondern zu schauen, wie man das Problem beheben kann“, so Hahn. Dennoch sei bekannt, dass der Brunnen in Klein Köhren seit Beginn der Messungen 2013 konstant hohe Nitratwerte aufweist – oberhalb von 200 Milligramm pro Liter. „Es muss geschaut werden, wie der Einfluss strukturiert ist. Die Böden sind dort sehr durchlässig.“ 

Gemeinhin gelte, dass hohe Nitratwerte vorkommen, wo ein landwirtschaftlicher Einflussbereich liegt. Die Verfilterung des Brunnens liegt rund sechs bis acht Meter tief unter der Geländeoberkante. „Jede landwirtschaftliche Fläche wird gedüngt. Und das sickert durch den Boden ins Grundwasser. Mitte dieses Jahres wurde das Düngerecht geändert. Es gibt nun härtere Grenzwerte, was das angeht.“ Weiter erklärt der Experte, dass die hohen Werte in diesem Jahr nicht auf aktuellen Düngeergebnissen basieren.

Besserung erst in einigen Jahren in Sicht

„Denn es dauert mindestens fünf Jahre, bis der Dünger über die Bodenschichten ins Wasser gelangt“, so Hahn. „Das heißt, die Ergebnisse, die wir in diesem Jahr haben, resultieren auf dem Düngetrend von vor etwa fünf Jahren.“ Eine Verbesserung der Nitratwerte kann daher nach der Verschärfung des Düngerechts erst in einigen Jahren festgestellt werden. „So etwas geht nicht von heute auf morgen“, erklärt Hahn. „Aber wir haben die Hoffnung, dass das jetzt greift.“

Bereits 2015 hielt Hahn einen Vortrag vor dem Samtgemeinde-Fachausschuss für Bau, Umwelt und Planung in Harpstedt, bei dem er über den sogenannten „Brunnen 148“ informierte.

Ausschussmitglied Rolf Ranke erklärte damals, dass auf dem betreffenden Gelände des Brunnens die Schlämme aus der ehemaligen Harpstedter Kläranlage ausgebracht worden sind. Hahn sowie auch Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse hatten zu dem Zeitpunkt nichts davon gewusst. Damals kündigte der Amtsleiter an, dass der Landkreis sich die Stellen, an denen auffällige Werte gemessen worden seien, genauer anschauen und Ursachenforschung betreiben wolle – so auch den Bereich in Köhren.

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