Neue Pächter für die „Trattoria“ in Kirchseelte

„Bei uns gibt‘s echte italienische Küche“

Sie hoffen, dass sie spätestens Anfang April ihre Trattoria in Kirchseelte eröffnen können: die neuen Inhaber Marjus Muskaj und Michela Bagatin – hier mit ihren beiden Töchtern Kathlin und Emily.
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Sie hoffen, dass sie spätestens Anfang April ihre Trattoria in Kirchseelte eröffnen können: die neuen Inhaber Marjus Muskaj und Michela Bagatin – hier mit ihren beiden Töchtern Kathlin und Emily.

Kirchseelte – Der Pachtvertrag ist unterschrieben. Die „Trattoria Mangi e Bevi“ bleibt ein italienisches Restaurant. Michela Bagatin (26) und ihr Ehemann Marjus Muskaj (34), die neuen Pächter, werden das Lokal an der Bürsteler Straße 6 in Kirchseelte allerdings unter einem anderen Namen betreiben. Künftig heißt es „Trattoria la Famiglia“. Das Schild mit eben diesem Schriftzug soll schon bald die Außenfassade zieren.

Den rustikalen Charme möchten die neuen Inhaber bewahren. Zugleich aber arbeiten sie an einem helleren, freundlicheren Ambiente. Momentan renoviert Marjus Muskaj fleißig. Berufserfahrung als Maurer und handwerkliches Geschick kommen ihm dabei zugute. „Er macht alles selbst“, sagt seine Frau.

Im Moment sieht das Lokal noch sehr nach Baustelle aus. Die Renovierung dürfte mindestens zwei weitere Wochen in Anspruch nehmen. Die Küche will Marjus Muskaj mehr oder weniger komplett erneuern. Er kennt viele Ristorantes in Deutschland. „Allerdings kriegt man lange nicht bei jedem Italiener wirklich typisch italienisches Essen.  Bei uns schon“, verheißt der 34-Jährige.

Er selbst wird als Chef am Herd und am Ofen stehen. Zusätzliche Unterstützung bekommt er von einem Koch aus Italien.

Eröffnung Anfang April möglich?

Marjus Muskaj und seine Frau hoffen darauf, spätestens Anfang April eröffnen zu können. Viel hängt von der Pandemielage ab, von Inzidenzen und behördlichen Auflagen.

Mit einem reinen Außer-Haus-Verkauf wollen die frischgebackenen Trattoria-Betreiber nur starten, wenn ihnen Corona keine Wahl lässt. Denn als gastfreundliche Italiener möchten sie ihre Gäste möglichst um sich haben und sie von Angesicht zu Angesicht bewirten.

Ja, es sei ein Wagnis, in der Pandemie ein Restaurant zu übernehmen, verschweigt Michela Bagatin nicht: „Viele Leute finden das mutig.“ Andererseits: Mit einer verpassten Chance sei es wie mit einem verpassten Zug, der nicht zurückkomme, sagt die 26-Jährige in Anspielung auf ein italienisches Sprichwort.

Luigi Caprarese soll mehrere Interessenten für die Reanimierung der Trattoria und die Übernahme des Inventars gehabt haben. Marjus Muskaj und seine Frau wollten die Pachtgelegenheit einfach nutzen. Sie sahen die Zeit gekommen, endlich ihren großen Traum von einem eigenen kleinen Restaurant in Erfüllung gehen zu lassen.

Von Freiburg nach Harpstedt

Nachdem es die gebürtigen Italiener zunächst nach Freiburg im Breisgau verschlagen hatte, wo sie aber keine familiengerechte Wohnung fanden, ließen sie sich in Harpstedt nieder. Michela Bagatins Mann fand Arbeit als Koch im Hotel-Restaurant „Zur Wasserburg“. Dort lernte er nach einiger Berufserfahrung als Pizzabäcker nun zusätzlich die deutsche Küche kennen – wie im weiteren Verlauf auch im Kirchseelter „Dreimädelhaus“.

Seine Frau und er, seit 2016 verheiratet und seit gut fünf Jahren in Harpstedt wohnhaft, fühlen sich wohl in der nun nicht mehr ganz so neuen Heimat. Zwei Töchter, Kathlin und Emily, kamen vor vier und vor zwei Jahren zur Welt. Beide gehören inzwischen zu den in der Harpstedter Kita „Waldburg“ betreuten Kindern.

Viele Leute hier kennen uns schon ein bisschen.“

Michela Bagatin

„Viele Leute hier kennen uns schon ein bisschen“, sagt Michela Bagatin. Sie selbst stammt aus Mailand – und ihr Mann aus Rimini, wo wiederum ihre Familie eine Sommerwohnung hat. Die 26-Jährige erzählt bereitwillig, unter welchen Umständen sie ihren späteren Ehegatten kennenlernte.

Liebe auf Distanz in Italien

Es funkte im Sommer: „Ich habe damals in einer Cafeteria in Rimini gejobbt. Nebenan arbeitete Marjus als Pizzabäcker und Koch“, sagt die Italienerin. Das Paar erlebte über Jahre, was Liebe auf Distanz bedeutet. Sie in Mailand, er in Rimini – da ergaben sich nur selten Gelegenheiten, sich zu treffen. Das Paar entschied, die Fernbeziehung zu beenden und zusammen nach Deutschland zu gehen. Sicher, man könne in Italien sehr gut Urlaub machen, wissen die Eheleute. Dort aber seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sei weit schwieriger. In der Bundesrepublik sehen die beiden EU-Ausländer bessere Perspektiven.

Die Karte soll nicht zu groß sein.

Michela Bagatin

In Kirchseelte wollen sie nun bald mit ihrem schnuckeligen Ristorante durchstarten und ihre Gäste mit Antipasti, Pizza und Pasta, Salaten, Suppen, Fleisch- und Fischgerichten verwöhnen. „Die Karte soll nicht zu groß sein“, betont Michela Bagatin. Sie und ihr Mann legen Wert darauf, viele Produkte zu verarbeiten, die sie wirklich aus der alten Heimat beziehen – von der Salami bis zum Parmaschinken. Auch die Weine, die auf der Karte stehen, kämen selbstverständlich aus Italien.

Das Sitzmobiliar soll erneuert werden. Drinnen ließen sich bis zu 65 Stühle platzieren. Dann rückten sich die Gäste aber sehr auf die Pelle. Marjus Muskaj und seine Frau wollen die Räume daher auch „nach Corona“ nicht zu eng bestuhlen.

„Es gibt zwei Ruhetage: Montags und dienstags bleibt das Restaurant geschlossen. Mittwochs, donnerstags, freitags und sonnabends wollen wir von 17 bis 22 Uhr öffnen. Und sonntags sogar von 12 bis 22 Uhr, dann mit Mittagstisch und einer kleineren – speziellen – Karte“, verrät Michela Bagatin. Natürlich müssten erst einmal Erfahrungswerte gesammelt werden. Die Öffnungszeiten könnten sich daher noch wieder ändern.

Von Jürgen Bohlken

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