„Pferd ein toller Zugang zum Patienten“ 

Tanja Hofmann eröffnet Praxis für Sprach- und Reittherapie

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Sie freut sich auf die Eröffnung ihrer Praxis: Tanja Hofmann – hier mit dem Shetty „Haribo“, dem Leonberger „Buddy“ (vorn, Bild bitte vergrößern) und dem Westfalen „Maro“.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „2sam – gemeinsam stark.“ Unter diesem Slogan im Logo eröffnet Tanja Hofmann (33) am 11. November, 15 bis 18 Uhr, ihre Praxis für Sprach- und Reittherapie am Alten Holzhauser Kirchweg 14 in Harpstedt. Das Wartezimmer ist bereits stilvoll hergerichtet. Ebenso der große Therapieraum, der ehemals einen Swimming-Pool beherbergte. Die Praxis, wenngleich noch nicht komplett ausgestattet, versprüht schon jetzt viel Charme. Die mittlerweile erteilte Zulassung macht es Hofmann nun möglich, richtig durchzustarten und die Werbetrommel zu rühren. Flyer sind bereits gedruckt.

Die 33-Jährige sieht in der Kombination von Sprach- und Reittherapie zwei sich optimal ergänzende Therapieformen. Etwa bei hypotonen Kindern, die zusätzlich zur mangelnden Körperspannung sprachliche Defizite haben. „Sitzen sie auf einem Pferd, nehmen sie eine ganz andere Grundhaltung ein. Sie machen sich gerade. Sie müssen ihre Körpermitte finden, um das Gleichgewicht zu halten. Mache ich dann mundmotorische Übungen mit ihnen, erziele ich einen ganz anderen Effekt als an einem Tisch in einem Raum.“

Das Pferd sei „eine gute Brücke“, findet die Therapeutin. Dies gelte auch für Patienten mit einer Behinderung oder ausgeprägter Schüchternheit. „Das Tier eröffnet mir einen tollen Zugang. Die Betroffenen finden rascher Vertrauen, öffnen sich schneller und arbeiten besser mit. Sitzt ein stotternder Patient auf einem Pferd, dann gibt das Tier, wenn es Schritt läuft, einen Takt vor. Damit kann der Stotterer arbeiten. Er kann im Takt atmen, sich dem Rhythmus anpassen. Er hat auf dem Pferd ein ganz anderes Körpergefühl. Er spürt sich und seine Umwelt besser“, sagt Tanja Hofmann. Die Quintessenz bringt sie in einem Satz auf den Punkt: „Ich kann das, was ich in der Sprachtherapie erreichen möchte, einfach besser und nachhaltiger mithilfe des Pferdes bewirken.“

Reittherapie nach einer Schwangerschaft

Einen therapeutischen Nutzen der Reittherapie sieht sie beispielsweise bei Beckenbodenproblemen nach der Schwangerschaft. Oder zum Zweck des Stressabbaus. Die entspannende Wirkung schätzt die Harpstedterin auch selbst. „Reite ich eine Runde durch den Wald, geht es mir nach einem stressigen Tag gleich besser“, weiß sie aus Erfahrung. Das Pferd spreche alle Sinne an und bewirke so, dass Gedanken an stressbehaftete Alltagssituationen gar nicht erst aufkämen. „Ich sehe, spüre und rieche das Tier. Ich fühle es, wenn ich drauf sitze und mein Gleichgewicht halte. Die Akustik ist ebenfalls dabei – durch die Geräusche, die das Pferd beim Laufen verursacht.“

Die Patienten, die zu Tanja Hofmann kommen, müssen sich aber keineswegs zwingend für eine Kombination aus Sprach- und Reittherapie entscheiden. Das eine geht auch ohne das andere.

Sprachtherapie gegen alle Störungsbilder

In der Sprachtherapie will Hofmann Patienten aller Altersstufen und relevanten Störungsbilder behandeln – von Menschen mit Sprachbeeinträchtigungen nach erlittenem Schlaganfall über Kinder mit Sprachentwicklungsproblemen bis hin zu Betroffenen mit Lese-/Rechtschreibschwäche. Positive Effekte in der Reittherapie verspricht sie sich mit Blick auf Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, soziale Kompetenz, Konzentration, Motivation, Wahrnehmung und Orientierung, Selbsteinschätzung und Frustrationstoleranz, Selbstwertgefühl sowie diverse weitere Faktoren. Über ihre einzel- und gruppentherapeutischen Angebote informiert sie Interessierte gern näher unter Tel.: 04244/36 24 272.

Tanja Hofmann lebt seit anderthalb Jahren mit ihrem Mann Kevin sowie den Töchtern Lissia (3) und Tiana (5) in Harpstedt. Zwei Ponys, ein Hund und zwei Katzen gehören mit zum lebenden Inventar. „Ein kleiner Zoo“, sagt die Klinische Linguistin schmunzelnd, die ihr Studium an der Universität Bielefeld 2011 mit dem „Master of Science“ abschloss. 2013 absolvierte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Reittherapeutin.

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