Adam Zakaria lernt Kfz-Mechatroniker

Vom Sudan in die Harpstedter Autowerkstatt

+
Seit dem 1. August macht Adam Zakaria bei der Kfz-Werkstatt Landgraf in Harpstedt eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Durch eine Einstiegsqualifizierung lernte er schon vorher das Berufsleben kennen und verbesserte seine Deutschkenntnisse.

Harpstedt - Von Alina Pleuß. Die Ausbildung startet für die meisten Azubis am 1. August. Auch für den 22-jährigen Adam Zakaria aus dem Sudan, der vor zwei Jahren nach Deutschland flüchtete, wurde dieser Wunsch nun wahr: Seit Anfang des Monats lernt er bei Kfz Landgraf in Harpstedt den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Zuvor ermöglichte ihm Inhaber Jörg Landgraf eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung (EQ), die Zakaria ehrgeizig nutzte.

„Der Job macht mir Spaß und ich bin glücklich, die Ausbildung hier machen zu können“, erzählt Zakaria. Und das merkt man, wie Landgraf bestätigt. „Adam ist unglaublich ehrgeizig und engagiert. Was er in dem vergangenen halben Jahr alles gelernt hat ist unfassbar.“ Denn schon vor dem Ausbildungsstart zeigte Zakaria von Februar bis August im Rahmen einer EQ, an der BBS Wildeshausen und bei Kfz Landgraf, wie wichtig ihm der Ausbildungsplatz ist. 

Für Geflüchtete ist die EQ eine Möglichkeit, innerhalb von sechs Monaten das Berufsleben kennenzulernen, die Sprachkenntnisse zu verbessern und nach dem Abschluss im besten Fall eine Berufsausbildung zu beginnen. „Unter anderem gehört auch dazu, Tagesberichte zu schreiben. Vormittags ist Schule, und Nachmittags ist man im Betrieb“, erklärt Landgraf. „Als Ausbilder ist es das Ziel zu sagen: Adam hat die Qualifizierung, und er schafft die Ausbildung. Die EQ soll ihn darauf vorbereiten.“

Zakaria hatte im Mai 2016 schon ein Schulpraktikum in dem Betrieb gemacht. „Damals war sein Deutsch noch sehr schlecht. Aber seitdem hat er sich viel Mühe gegeben und sich so verbessert, dass für mich eigentlich schon vor einem Jahr klar war: Er macht hier eine Ausbildung“, erzählt Landgraf.

Einstiegsqualifizierung als Grundlage

Und Zakaria bewies ihm, wie wichtig diese Ausbildung für ihn ist: Laut seinem Chef notiert er sich alle Fachbegriffe, um sie anschließend zu lernen. Auch das technische Deutsch wollte er angehen, da musste Landgraf ihn jedoch erstmal bremsen. „Das ist einfach noch zu schwer. Da haben ja Muttersprachler schon Probleme mit.“ Zu Beginn sei es für Zakaria, der heute in Harpstedt lebt, eine Umstellung gewesen, in dem Unternehmen zu arbeiten. 

„Wir sind hier ein extremer Familienbetrieb. Morgens frühstückt man mit allen zusammen. Es gibt einen Chef, und man spricht auf Deutsch. Aber da hat Adam sich schnell eingelebt. Man wächst zusammen.“ Schon in seiner Heimat hat der jetzige Azubi als Helfer in einer Autowerkstatt gearbeitet. Jetzt freut er sich darüber, während seiner Ausbildung mehr über den Beruf zu erfahren.

Für die Zukunft kann sich sein Chef gut vorstellen, eine weitere EQ anzubieten. „Wenn so ein toller Mensch wie Adam herkommt, der sich so viel Mühe gibt und Engagement beweist, warum denn nicht?“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Meistgelesene Artikel

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Alt-Wildeshausen aus der Vogelperspektive betrachten

Alt-Wildeshausen aus der Vogelperspektive betrachten

Pater Michael Padupurackal aus Indien kommt in Harpstedt gut an

Pater Michael Padupurackal aus Indien kommt in Harpstedt gut an

Elf Millionen Euro Strafe für Geestland

Elf Millionen Euro Strafe für Geestland

Kommentare