Musikschüler zeigen ihr Können in Groß Ippener

Streicher lassen Skulpturen tanzen

Unter freiem Himmel gaben die Streicher unter der Leitung von Musikschuldozentin Ute Klitte ein Konzert. - Foto: Nosthoff

Gr. Ippener - Die Melodie von „Morning has broken“ klang am späten Sonnabendnachmittag durch den Skulpturenpark des Groß Ippener Bildhauers Franz Robert Czieslik, der unter dem Künstlernamen Franz Zehnbier auch als Satiriker bekannt ist.

Die verträumte Musik der jungen Streichergruppe um Ute Klitte, Dozentin an der Musikschule des Landkreises Oldenburg, gliederte sich perfekt in das Idyll aus Wald und Wiese ein, das gut 40 Skulpturen und „Baumturen“ zu etwas Außergewöhnlichem machen. Die Kinder und Jugendlichen begeisterten mit ihrer Musik unter freiem Himmel das Publikum. Und dem Spaziergänger, der das Konzert während eines Rundgangs durch den Skulpturenpark genoss, schien es in manchen Augenblicken, als ob die aus dem Boden wachsenden Holzfiguren beschwingt zu den Klängen tanzten.

„Es ist großartig, dass wir für dieses Konzert endlich mal aus unserem Probenraum rauskommen können und unsere Musik in dieser Umgebung präsentieren dürfen“, freute sich Klitte über den Auftritt, den sie vor zwei Jahren bereits einmal in Groß Ippener absolviert hatte. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung aufgrund des schlechten Wetters in das Dorfgemeinschaftshaus verlegt worden.

Die Zuschauer tummelten sich im weitläufigen Park auf dem großen Naturgrundstück oder auf der erhöhten Terrasse, von der aus sie einen guten Blick auf die Streicher und die Skulpturenwiese hatten. Besonders die jungen Besucher fanden es jedoch noch spannender, das Konzert von Cziesliks eigenwilliger „Kanzel“ aus zu verfolgen, die der Künstler angelehnt an einen Baum gebaut hat – mit einem Regenschirm als Dach. „Von hier aus predige ich Satire“, verriet der vielseitige Künstler mit einem schelmischen Grinsen.

Zunächst einmal jedoch stand er in den Startlöchern, um den Gästen im Anschluss an die Darbietung mit kulinarischen Leckereien zu verwöhnen, die er vorbereitet hatte. Wer Czieslik in seinem Skulpturenpark besucht hat, der weiß: Gastfreundschaft wird dort groß geschrieben.

Frei nach dem Motto, dass Kunst und Kultur jedem zugänglich sein sollten, öffnet Czieslik den Park vom 1. Mai bis zum 30. August täglich von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt. Der Besucher entscheidet selbst, ob und was für eine Spende er geben möchte. Auch außerhalb der Öffnungszeiten kann eine Besichtigung mit Führung vereinbart werden.

Vor 35 Jahren hatte Czieslik erstmals Bildhauerbeitel und Knüppel in der Hand. So begann sein „ganz persönlicher Holzweg durchs Leben“, wie er seine Laufbahn beschreibt. Denn mit dem Material Holz verbindet ihn tatsächlich etwas ganz Persönliches. „Die Seele eines Baumes ist in mir“, sagt Czieslik von sich.

Mehrmals im Jahr ist der Skulpturenpark Konzertort für verschiedene Harpstedter Gruppen. Auch mit Musikerin Klitte ist Cziesliks Zusammenarbeit vielfältig. Ein Projekt steht zur „2. Kulturnacht“ am 18. Juni in Colnrade an. Unter dem Titel „Die Land-Streicher und der Satiriker“ haben dafür einige Streicher rund um Klitte zusammen mit „Franz Zehnbier“ ein literarisch-musikalisches Programm vorbereitet. - an

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