Colnrade: Mehr als 50 Müllsammler machen teils auch überraschende Funde

Straßenschilder, Autoreifen und ein Wohnzimmertisch

Der Müll landete im großen Container, den Entsorger Remondis beim Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt hatte.   - Foto: an

Colnrade - Von Anja Nosthoff. Müll sammeln als konzertierte Aktion: Fischereiverein, Sport-Club und Jugendfeuerwehr sowie die in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge haben sich am Sonnabend am „Naturputz“ in Colnrade beteiligt. Gemeinsam genossen die mehr als 50 fleißigen Helfer nach getaner Arbeit ein gemütliches Beisammensein mit Bratwurst und Getränken am Dorfgemeinschaftshaus. Das hatten sich alle redlich verdient.

Mit Müllzangen und -säcken „bewaffnet“, hatten die Sammler am Nachmittag in Gruppen mit Stärken von zwei bis vier Leuten einiges an Strecke nach Wohlstandsmüll abgesucht. Insgesamt wurden etwa 14 Kilometer Gemeindestraßen und 8,7 Kilometer Huntestrecke von Unrat befreit. Dabei übernahmen die Fischer – wie gewohnt – die Flussufer, während sich ansonsten alle untereinander die Abschnitte an den Straßen aufteilten. Sowohl das Gebüsch entlang des Fließgewässers als auch die Straßengräben hielten einige Überraschungen für die Müllsammler bereit. So hatte ein Unbekannter am Hunteufer seinen alten Wohnzimmertisch entsorgt. In Gräben zwischen Straße und Feldern fanden sich zwei Straßenschilder; damit die umgehend neu aufgestellt werden können, machten die Aktiven über den Fund Mitteilung bei der Gemeinde.

Auch Autoreifen sowie Plastik- und Papiermüll in Hülle und Fülle fanden die Sammler. „Wenn man seine zwei Kilometer geschafft hatte, etwa von Colnrade bis nach Holtorf, waren meist zwei Säcke voll. Auf dem Rückweg war es dann nochmal das Gleiche auf der gegenüberliegenden Straßenseite“, verriet Rainer Blome vom Fischereiverein Colnrade. Damit die Fußgänger ihre „gesammelten Werke“ auch wieder loswurden und sie nicht kilometerweit mitschleppen mussten, fuhren einige Colnrader mit Fahrzeugen die Strecken ab. Darunter auch Olaf Klirsch, Aktiver im Sport-Club sowie im Fischereiverein, der dazu einen Transporter von der Firma Krug zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Der Müll landete schließlich im großen Container in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses, wo sich nach getaner Arbeit alle Gruppen wieder einfanden. „Seitdem wir die Aktion machen, stellt der Simmerhauser Standort der Firma Remondis ehrenamtlich den Container für uns auf – und holt ihn auch wieder ab“, sagte Blome.

Schon seit mehr als 15 Jahren sorgt der Fischereiverein mit der Müllsammelaktion für eine saubere Gemeinde. Fast ebenso lange ist der Sport-Club dabei. Seit drei Jahren beteiligt sich die Jugendfeuerwehr. „Die Aktiven von der Feuerwehr haben für 2017 übrigens auch ihre Unterstützung zugesichert“, freute sich Blome.

Das Feuerwehr-Fahrzeug soll für zusätzliche Sicherheit für die Sammler sorgen, die sich oft am Rande des schnell fahrenden Verkehrs bewegen. „Wir tragen zwar Warnwesten, aber Blaulicht wird von den Auto- und Motorradfahrern natürlich viel eher wahrgenommen“, so Blome.

Die Colnrader klinkten sich mit dem Naturputz in die vom Landkreis ausgeschriebene Aktion „Saubere Landschaft“ ein. „Dieses Mal haben wir das Projekt genutzt, um gleichzeitig die Geselligkeit in Dorf und Gemeinde zu pflegen“, hieß es.

So wurden auch gleich die in der Gemeinde angekommenen Flüchtlinge eingebunden, die sich begeistert zeigten. Organisiert hatten die Aktion federführend Rainer Blome von den Fischern, Olaf Klirsch vom Sport-Club und Markus Kuraschinski von der Jungfeuerwehr.

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