„Straßenbild soll so bleiben“

Unterschriftensammlung: Goseriede-Anwohner untermauern Forderungen zu Ausbau

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Die Goseriede hat nach Jahrzehnten immer noch den Charakter einer Baustraße. Zumindest ist ein Endausbau bislang nie vollzogen worden. Das erklärt auch das Fehlen eines Regenwasserkanals. In einer Prioritätenliste zum Gemeindestraßenausbau hat der Flecken Harpstedt die Goseriede auf Platz eins gesetzt.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Beim Endausbau der Gemeindestraße Goseriede möge der Flecken Harpstedt auf Bürgersteig, Parkplätze sowie Gemeindebeete verzichten und den Grünstreifen erhalten. Darauf bestehen 44 betroffene Anliegerhaushalte, und sie haben diese Forderung mit ihren Unterschriften bekräftigt. Mit der Namensliste überraschte am Dienstag Antje Ihmels Gemeindedirektor Ingo Fichter. Der warf sogleich einen Blick darauf.

Rund 75 Prozent der Betroffenen hätten unterschrieben, erläuterte die Initiatorin der Aktion. Sie selbst hat für sich schon einmal grob überschlagen, was an Straßenausbaubeiträgen auf sie zukommen könnte: „Rund 20.000 Euro.“

Die geschätzten 1,3 Millionen Euro für die Straßenausbaumaßnahme seien nur eine grobe Hausnummer, gab Ingo Fichter zu bedenken. „Aber es wird ja am Ende erfahrungsgemäß fast immer teurer“, warf Antje Ihmels ein. Das müsse keineswegs in diesem Falle so sein, beruhigte sie Fichter.

Ingo Fichter studierte sofort die überreichte Unterschriftenliste und nahm sich spontan Zeit für das Gespräch mit Antje Ihmels.

Im laufenden Jahr werde jedenfalls nicht mit der Maßnahme begonnen. Aktuell liege nicht einmal eine Ausbauplanung des Wegezweckverbands Syke vor. Die Grundlage für eine Anliegerversammlung fehle somit noch. Dass der Forderungskatalog der Anwohner durchaus eine Orientierungshilfe sein kann und dem Wegezweckverband eine Richtung für die Planung vorgeben könnte, stellte Fichter nicht in Abrede. Im Übrigen liegen Kommunalpolitik und Anlieger nach seiner Einschätzung in ihrem Meinungsbild gar nicht so weit auseinander. Der Wunsch, das Flair der Straße zu erhalten, sei zumindest kein strittiger Punkt.

Den aktuellen Zustand der Fahrbahn findet Antje Ihmels nicht so schlecht. Die Unebenheiten trügen ja auch irgendwie zur Verkehrsberuhigung bei. Allerdings wäre Rollstuhlfahrern das Wohnen an der Goseriede nun nicht unbedingt zu empfehlen, gab sie zu. Und ja, der fehlende Regenwasserkanal mache sich nach ergiebigen Niederschlägen schon in Form von Pfützenbildungen bemerkbar. Parkplätze würden indes nicht benötigt, zumal die Anlieger für gewöhnlich hinreichend Stellflächen auf ihren Grundstücken hätten.

„Hier wohnt nicht die Elite von Harpstedt“

Es sei indes nicht mehr so, dass „an der Goseriede die Elite von Harpstedt wohnt“, gab Antje Ihmels dem Gemeindedirektor mit auf den Weg. Dort seien inzwischen viele junge Familien beheimatet. Der Flecken täte also nicht gut daran, teuer auszubauen – in der irrigen Annahme, es träfe ja eh nur „Leute mit Geld“. Antje Ihmels selbst gehört seit 40 Jahren zu den Goseriede-Anwohnern. Nach der großen Resonanz, den ein in der Kreiszeitung und der Wildeshauser Zeitung abgedruckter Leserbrief aus ihrer Feder kürzlich erfahren hatte, beschloss sie spontan, die Unterschriftensammlung zu starten. Gegenüber Fichter sprach die Seniorin die Hoffnung aus, dass die von der Anlieger-Mehrheit mitgetragenen Forderungen „einen gewissen Einfluss“ auf die Planung haben werden.

Wie lange sich der Straßenausbau hinziehen könnte, lässt sich derzeit nicht absehen. Eine abschnittweise Realisierung darf als wahrscheinlich gelten. Fichter hatte für die kalkulierten Haushaltsmittel eine Splittung auf vier Haushaltsjahre vorgesehen. Das sei aber relativ willkürlich geschehen. „Das kann auch anders kommen“, verschwieg der Gemeindedirektor nicht.

Das Gespräch mit der Initiatorin der Unterschriftensammlung nahm einen komplett sachlichen Verlauf.

Antje Ihmels’ Eindruck hinterher: Ingo Fichter sei ein umgänglicher Typ. „Mit dem kann man reden.“

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