Bürgermeister soll in Verhandlungen mit Samtgemeinde treten

Straße „Im Langen Tal“ in Dünsener Hand überführen?

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Wenn das neue Baugebiet unter anderem über die Straße „Am Buchenhain“ erschlossen wird, könnte eine Verkehrsberuhigung der Straße „Im Langen Tal“ Sinn machen. 

Dünsen - Von Jürgen Bohlken. Bürgermeister Hartmut Post soll mit der Samtgemeinde Harpstedt in Verhandlungen treten – mit dem Ziel, die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) „Im Langen Tal“ komplett in die Baulastträgerschaft der Gemeinde Dünsen zu überführen. Einen entsprechenden Antrag hat die Wählergemeinschaft Dünsen (WGD) am Montagabend durchgesetzt.

Gab es dafür im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss einmütige Zustimmung, so votierten hinterher im Gemeinderat Uwe Kräkel, Christian Nagler (beide SPD) und Julia Prass (Dünsener Bürgerliste, DBL) dagegen. Außerdem enthielt sich ein Ratsmitglied.

„Von der L  338 bis etwa in Höhe des ehemaligen Klärwerks ist die Gemeinde bereits für die Straßenunterhaltung zuständig“, erläuterte die WGD-Fraktionsvorsitzende Andrea Schadwinkel. Der vordere Teil des „Langen Tals“, also der Siedlungsbereich bis etwa zum Haus Nr. 37, sei immer noch Gemeindestraße – das ist der Kenntnisstand von Bürgermeister Hartmut Post.

Für den Durchgangsverkehr uninteressant machen

Käme die gesamte Straße bis zur Grenze nach Kirchseelte in gemeindliche Trägerschaft, hätte Dünsen „mehr Gestaltungsfreiheit, in diesem Bereich tätig zu werden“, so Schadwinkel, und zwar auch im Hinblick auf das neu entstehende Baugebiet, das über „Am Buchenhain“ sowie über den Binsenweg und „Am Hang“ an das „Lange Tal“ angebunden werden soll. Die WGD rechnet sich Chancen aus, eher ein Tempolimit oder verkehrsberuhigende Maßnahmen durchsetzen zu können, wenn die GVS auf Dünsener Gebiet komplett Gemeindestraße wäre. „Wir wollen sie für den Durchgangsverkehr uninteressant machen“, insbesondere für den Schwerlastverkehr, sagte Bürgermeister Post.

Für die Behebung von Straßenschäden im vorderen Bereich des „Langen Tals“ – wie hier in Höhe Bushaltestelle/Haus Nr. 22 – muss die Gemeinde Dünsen nach Darstellung der WGD auch jetzt schon selbst aufkommen.

Julia Prass konnte sich nicht vorstellen, wie das gelingen soll. Durch das „Lange Tal“ führe für Verkehrsteilnehmer aus dem Kreis Diepholz die schnellste Route zur Autobahn. Die Straße werde auch sonst stark genutzt. Prass erwähnte in diesem Zusammenhang die Sandkuhle der Firma Hackfeld, diverse Landwirte und eine Dachdeckerfirma – sowie das damit verbundene Fahrzeugaufkommen. Sei die A1 gesperrt und der Verkehr werde in Groß Ippener abgeleitet, zeige das Navi – etwa bei Hannover als Fahrtziel – eine Streckenoption an, die durchs „Lange Tal“ führe. Prass mochte sich nicht vorstellen, wie die Straße in ein paar Jahren nach einer etwaigen Verkehrsberuhigung mit Verschwenkungen, Verkehrsinseln oder dergleichen aussähe. „Ihr solltet das wirklich noch einmal überdenken“, appellierte sie an die WGD. Der Teil, der GVS ist, sei der „schlechteste der ganzen Straße“, gab sie zu bedenken. „Warum wollen wir uns das ans Bein binden? Welchen Vorteil hätten wir davon?“, hinterfragte Prass.

Dass die Straße auch im vorderen Bereich, in Höhe des Hauses Nr. 22, kaputt sei („sie geht dort ab in die Wiese“), merkte Hartmut Post an. Er habe dies der Samtgemeinde gemeldet. Ein Mitarbeiter des Bauamts sei vor Ort gewesen und habe angemerkt, die Reparatur werde nicht billig, aber zahlen müsse die Gemeinde Dünsen. An anderer Stelle, bei Haus Nr. 37, werde nach starken Niederschlägen Sand und schwere Erde in rauen Mengen („keine Schiebkarren, sondern ganze Gummiwagen“) in eine Garage gespült.

„Das kostet uns nur Geld“

Gestaltungsfreiheit habe Dünsen nur, „wenn wir komplett auf unserem Gebiet für die Straße zuständig sind“. Das gelte auch, falls die Gemeinde die Seitenräume ein bisschen schöner gestalten wolle – etwa mit Blühstreifen, Bäumen oder Büschen. Temporeduzierende Maßnahmen ließen sich nach Ansicht der WGD ebenfalls eher in Dünsener Baulastträgerschaft durchsetzen. Post erinnerte an eine schon ein paar Jahre zurückliegende Unterschriftensammlung. Anwohner hatten sich für eine Verkehrsberuhigung starkgemacht. Die Samtgemeinde aber habe dazu „No“ gesagt. Im Übrigen sehe der WGD-Antrag ja lediglich vor, den Bürgermeister mit der Aufnahme von Verhandlungen zu beauftragen. Das Ja der Samtgemeinde zur Übertragung der Baulastträgerschaft sei keineswegs sicher.

SPD und DBL sahen indes keinen „Sinn und Verstand“ in dem WGD-Antrag. „Das kostet uns nur Geld“, befürchtete Uwe Kräkel. Christian Nagler sah weniger Vor- als Nachteile in einer Übernahme der Baulastträgerschaft. Und der Landkreis, das Straßenverkehrsamt, bestimme ja ohnehin überall entscheidend mit – ob es nun um ein Tempolimit oder bauliche Maßnahmen an der Straße gehe.

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