An der Oberschule wird Nähen unterrichtet / Unterstützung vom Förderverein

Stich für Stich zum individuellen Schlamper

Ruth Stöppelkamp (r.) leitet die Schüler im Gebrauch der Nähmaschinen an. Nun hat sie zwei neue Arbeitsgeräte. - Foto: dr

Harpstedt - Von Dierk Rohdenburg. Nähen kann Spaß machen. Dass das so ist, davon müssen Schüler in der Regel überzeugt werden. So wie die Siebtklässler der Oberschule in Harpstedt. Denn zunächst wollten die meisten Teilnehmer am Wahlpflichtkurs „Textilunterricht“ etwas anderes machen – beispielsweise Musik. Doch jetzt lernen sie, dass Nähkenntnisse durchaus Vorteile bringen.

So fertigt Sabrina ihren ganz persönlichen Schlamper, indem sie ihre Stifte unterbringen kann. Jennifer arbeitet an einer Frisbee-Scheibe, die mit elastischen Gardinenstangen verstärkt, gute Flugeigenschaften entwickelt, und Julia ist jetzt im Besitz einer individuellen Handytasche, die sie selbst gefertigt hat.

Die Mädchen und auch einige Jungen lernen das Handwerk bei Ruth Stöppelkamp. Die Lehrerin weiß, dass Nähen in den meisten Familien der Schüler nicht mehr „in“ ist. „Kaum jemand hat noch eine Nähmaschine zuhause“, sagt sie. Allerdings komme das Nähen gerade bei jungen Müttern wieder voll in Mode. „Die fertigen dann Kleidungsstücke für sich und ihre Kinder“, so Stöppelkamp.

14 Nähmaschinen surren aktuell im Klassenraum der Oberschule mit gedrosselter Geschwindigkeit. „Wenn man noch lernt, sollte es nicht zu schnell gehen“, erklärt Stöppelkamp, die seit wenigen Tagen zwei neue leistungsfähige Maschinen im Bestand hat. „Die kosten jeweils 350 Euro, und wir sind sehr dankbar, dass der Förderverein sie finanziert hat“, sagt die Lehrerin. Gekauft wurden die Apparate bei Büldt in Wildeshausen. Dort kann Stöppelkamp sie auch hinbringen, wenn eine Reparatur erforderlich ist. „Es gibt immer weniger Nähmaschinen-Mechaniker“, sagt sie.

Am Unterricht nehmen nicht nur deutsche Kinder teil. So lernen auch Flüchtlinge die Technik. „Glücklicherweise kann unser Kollege Ahmad Jahwar arabisch“, freut sich die Textillehrerin. Er könne die Schüler in die Sicherheitsvorkehrungen einweisen – damit sie dann mit Nadel und Faden und einem sanften Tritt auf das Pedal loslegen können.

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