Stelle erneut ausgeschrieben / Es gibt eine Bewerbung – aber nicht von Haupt- und Realschulrektor Peter Bilski

Wer leitet die kommende Oberschule?

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Er steht als möglicher Rektor der künftigen Oberschule Harpstedt nicht zur Verfügung: Peter Bilski, hier bei der Entlassfeier für die Schulabgänger 2014. Archivfoto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Ob der jetzige Leiter der Haupt- und Realschule automatisch Rektor der neuen Oberschule Harpstedt werde, lautete eine Frage aus einem Fragenkatalog, den Schulleiter Peter Bilski am Dienstagabend im Schulausschuss abarbeitete. Dabei ließ er eine redensartliche „Bombe“ platzen.

Er selbst scheidet als möglicher Oberschulleiter aus. „Die Stelle wurde ausgeschrieben – ein erstes und ein zweites Mal. Das zweite Verfahren läuft. Es gibt eine Bewerbung. Dezernent Karl-Heinz Book von der Landesschulbehörde ist zuversichtlich, dass diese Kraft auch geeignet wäre. Allerdings habe ich selbst mich nicht beworben. Das hat persönliche Gründe“, sagte Bilski.

Versuche unserer Zeitung, den Rektor telefonisch zu erreichen, um Näheres zu erfragen, sind bislang zum Bedauern der Redaktion fehlgeschlagen. Am Dienstag war Peter Bilski im Schulausschuss ausführlich auf die „konkreten Formen“ eingegangen, die mittlerweile die Oberschule annimmt. „Wir haben zwei wichtige Beschlüsse gefasst. Dabei ging es zum einen um die Organisationsform, die jahrgangsbezogen sein wird“, so der Rektor. Im Klartext bedeutet das gemeinsame Unterrichtung – unabhängig von der Laufbahnempfehlung. „Nach Auskunft der Grundschulen Harpstedt und Dünsen werden 48 künftige Fünftklässler zum kommenden Schuljahr für die Oberschule angemeldet. Das ergibt zwei Klassen im Jahrgang“, fuhr Peter Bilski fort.

Der zweite gefasste Beschluss betreffe die Fachleistungsdifferenzierung: „Wir werden die Fachleistungskurse in Deutsch, Englisch und Mathematik nicht zu früh einführen, sondern erst ab Klasse sieben. Es wird dann zwei verschiedene Niveau-Ebenen geben: Grund- und Erweiterungskurse“, erläuterte der Rektor. Dass die getroffenen Weichenstellungen für die Ausgestaltung der Oberschule durchaus Sinn machen, ließen sich die „Weichensteller“ aus berufenem Munde bestätigen. „Wir haben ein Gespräch mit der Schul- und der didaktischen Leitung der Oberschule Hatten geführt, um mal auszuloten, wie wir in der Planung stehen. Ein Ergebnis war, dass wir mit der späten Einführung der Fachleistungskurse ganz richtig liegen. Die Kollegen in Hatten sind genauso verfahren und haben sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Peter Bilski. Zur inneren Differenzierung vor dem Hintergrund der Oberschul-Einführung sei eine interne Fortbildung vorgesehen. Es werde auch Hospitationen von Lehrkräften aus dem Kollegium in den Grundschulen der Samtgemeinde geben, „um Informationen zu sammeln“. In diesem Zusammenhang dankte Bilski Grundschulrektor Wolfgang Kunsch und Konrektorin Elsa Kramer-Spielmann dafür, dass sie dies möglich gemacht hätten.

„Das Thema Lehrmaterialien und Lehrbücher haben wir in den Konferenzen aufgearbeitet. Wir haben uns Verlage ins Haus geholt und Prüfmaterialien geordert. Nach einem langen Prüfungsverfahren haben die Fachkonferenzen die neuen Lehrwerke ausgesucht und bestellt“, berichtete der Schulleiter. Ferner hätten die schuleigenen Arbeitspläne und das pädagogische Konzept überarbeitet werden müssen. „Damit sind wir fast fertig.“ Sämtliche Eltern der jetzigen Viertklässler, die ihre Kinder auf die künftige Oberschule schickten, bekämen einen Informationsbrief mit allen wichtigen Infos zu der neuen Schulform.

Das Ganztagsangebot sei so gut wie fertig. Nur die Zusagen „von zwei zusätzlichen Anbietern“ stünden noch aus. Der Tag der offenen Tür im April mit dem Themenschwerpunkt Oberschule sei „sehr erfolgreich“ gewesen, urteilte der Rektor. „Die Rückmeldungen haben uns auch gezeigt, dass der dafür gewählte Zeitpunkt der richtige gewesen ist.“

Im weiteren Verlauf arbeitete Peter Bilski besagten Fragenkatalog ab. Ob es bereits einen didaktischen Leiter gebe? „Das Bewerbungsverfahren läuft. Die Bewerber sind der Schule bekannt. Sie haben sich vorgestellt. Es gab Kennenlerngespräche. Die Bewerbungsgespräche führt hingegen die Landesschulbehörde.“ Dezernent Book sei guter Dinge, dass die Oberschule eine qualifizierte didaktische Leitung bekomme. Ob es fort-an eine gemeinsame Schulleitung für die Ober- sowie die Haupt- und Realschule, so lange letztere noch besteht, geben werde? Peter Bilski bejahte das. „Sobald das Auswahlverfahren abgeschlossen ist und die Landesschulbehörde eine Entscheidung getroffen hat, wird es einen gemeinsamen Leiter geben.“ Hintergrund: Die Oberschule wächst von unten nach oben. Nach den Sommerferien greift diese Schulform nur für die Fünftklässler, 2016 wiederum auch für die Mädchen und Jungen, die dann neu aufgenommen werden, und so weiter. Diejenigen, die derzeit an der Haupt- und Realschule sind, verbleiben weiterhin in der jetzigen – langfristig aber auslaufenden – Schulform.

Könne der künftige Oberschulleiter gleichzeitig didaktischer Leiter sein? Auf diese Frage hin ließ Peter Bilski durchblicken, dass eine doppelte Leitungsfunktion nicht generell auszuschließen ist. Ob es dazu kommt, hänge vom Ergebnis des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens ab.

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