Barrierefreies Konzept / Neue Straße: Für Investor baut Ranke zweigeschossiges Wohnhaus

Steinbachweg: Erschließung schon absehbar

Entkernungs- und Abbrucharbeiten haben an der Neuen Straße bereits begonnen. Der Bau eines Passivhauses mit sechs Wohneinheiten schließt sich nach Angaben von Sven Keller (r.) und Rolf Ranke direkt an. Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Entkernungs- und Abbrucharbeiten an der Neuen Straße in Harpstedt haben begonnen: Ein Einfamilienhaus in direkter Nachbarschaft des DRK-Seniorenzentrums wird dem Erdboden gleichgemacht. Es weicht einem KfW 40-Passivhaus mit sechs Wohneinheiten, insgesamt rund 480 Quadratmetern (qm) Wohnfläche, Luftwärmepumpentechnik und kontrollierter Wohnraumlüftung, das die Ranke Bau GmbH & Co. KG realisieren wird – auf Betreiben eines Investors. Der Auftraggeber komme aus der Samtgemeinde Harpstedt, wolle in der Öffentlichkeit aber nicht genannt werden; er habe die Altimmobilie erworben und bei der Neubau-Konzeption Wert auf den Einsatz von regenerativer Energie gelegt, sagt „Ranke Bau“-Geschäftsführer Sven Keller. Für die künftigen Mieter bedeute das: „Ganz wenig Heizkosten.“

Der Investor wolle alle sechs entstehenden Wohnungen vermieten. Je zwei im Erd- und im Obergeschoss mit Größen von knapp 80 qm würden behindertengerecht für Rollstuhlfahrer hergestellt, so Keller weiter. Die übrigen zwei mit jeweils rund 60 qm Wohnfläche wären etwa geeignet für alleinstehende Rentner; wegen einzuhaltender Maße und Wenderadien für Rollstuhlfahrer sei hier ein behindertengerechter Standard aber nicht möglich. Die Baugenehmigung liege seit Oktober vor. Voraussichtlich noch im Januar dürften die Abbrucharbeiten abgeschlossen sein.

„Der Baubeginn schließt sich an. Mit der Übergabe des Neubaus rechnen wir zum Ende kommenden Jahres“, erläutert Keller. Er erwähnt klare gestalterische Vorstellungen des Investors: Der wolle eine moderne Architektur, aber das Gebäude solle sich zugleich harmonisch in die Umgebung einfügen. Die erstellten Planzeichnungen sehen unter anderem eine Fassade in Putz vor, die unterm Giebel und an den Hausecken durch Verblendmauerwerk unterbrochen und aufgelockert wird. „Bodentiefe Fenster“ (bis zum Boden des jeweiligen Geschosses reichend) sollen besonders viel Tageslichteinfall in die Wohnungen bewirken.

Neben Rolf Ranke und Helmut Diekhaus gehört Sven Keller auch zu den Gesellschaftern der RDK Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft mbH & Co. KG. Dieses Unternehmen will bekanntlich in Harpstedt ein noch größeres Vorhaben zeitnah angehen: barrierefreie Eigentumswohnungen am Steinbachweg. Ein Bebauungsplanänderungsverfahren, das erforderlich geworden war, hat der Flecken Harpstedt inzwischen zum Abschluss gebracht. Im Norden der Baufläche plant die RDK ein Sechsfamilienhaus; hier soll wiederum ein Aufzug die Barrierefreiheit zum Obergeschoss sicherstellen. Ansonsten sind auf dem Areal acht Einfamilienhäuser angedacht – oder aber sechs und zusätzlich ein Doppelhaus. Welche der beiden Optionen letztlich gewählt wird, steht noch nicht fest.

Die untere Naturschutzbehörde hatte Vorgaben im Interesse des Artenschutzes gemacht. Inzwischen ist klar: Die Bautätigkeit leidet darunter nicht. Die Erdarbeiten seien vor der einsetzenden Amphibienwanderung zu erledigen, erläutert Rolf Ranke. „Wenn wir dann eine Sandplatte hergestellt haben, können wir zu jeder Jahreszeit bauen. Nicht nur im Winter“, betont er. Das Entfernen von Büschen dürfe nicht in die Brut- und Setzzeit fallen – dies vor allem mit Rücksichtnahme auf das Biotop am Steinbach auf Gemeindegrund. Die Erdarbeiten beginnen Mitte oder Ende Januar 2020 – zunächst für die Baustraße und zwei Baugrundstücke. Vier bis sechs Wochen könnte nach Einschätzung der RDK die nachfolgende Erschließung in Anspruch nehmen. Die Realisierung der ersten beiden Einfamilienhäuser soll sich daran anschließen. „Dafür sind schon die Bauanträge eingereicht“, sagt Sven Keller.

„Wir hoffen, dass wir das ganze Gebiet zwischen Steinbach und Steinbachweg innerhalb von zwei Jahren bebaut haben werden. Das ist zumindest angestrebt“, betont Rolf Ranke.

Wie lange es am Ende wirklich dauert, hängt natürlich nicht zuletzt von der Nachfrage ab. Für den geplanten Komplex mit sechs Wohneinheiten schwebt der RDK ein KfW  55-Effizienzhaus (avisierter Baustart: zwischen Mitte und Ende 2020) vor. Damit dort ein möglichst konfliktfreies „Wohnen für Jung und Alt“ möglich wird, darf das Gebäude nicht hellhörig sein. Daher sehen die bisherigen Planungen unter anderem Wohnungstüren vor, die extrem wenig Schall durchlassen, außerdem (mindestens) 32 Zentimeter dicke, zweischalige Wohnungstrennwände mit Dämmung und obendrein schalltechnisch entkoppelte Decken.

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