„Stein“ würde gut ins Museumsdorf-Konzept passen / Es hapert aber am „lieben Geld“

Dr. Meiners: Reden hier noch von Wolke sieben

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Das Museumsdorf hat tatsächlich Interesse am ehemaligen „Stein“ bekundet. Ab- und Wiederaufbau wären aber ein enorm teures „Vergnügen“.

Harpstedt/Cloppenburg - Das Museumsdorf Cloppenburg strebt als inhaltliche Ergänzung zum Gebäudebestand an, auf einer Fläche die Ära von 1950 bis in die Gegenwart hinein bau- und siedlungsgeschichtlich abzubilden. In ein solches Ensemble würden etwa ein typisches Flüchtlingshaus aus der Nachkriegszeit, eine alte Tankstelle, ein Gemischtwarenladen und eben auch eine geschichts-trächtige Dorf-Disco wie der frühere Harpstedter „Sonnenstein“ passen, räumte der leitende Museumsdirektor Dr. Uwe Meiners auf Nachfrage unserer Zeitung ein. „Wir reden hier allerdings von Wolke sieben“, betonte er. Noch sei das Vorhaben nicht mehr als ein schöner Plan, ein Traum, den viele träumten und der in Vorstand und Stiftungsrat auf inhaltliche Zustimmung stoße. Ob und wann sich das Konzept umsetzen lasse, stehe auf einem ganz anderen Blatt Papier. „Es liegt – wie immer – am lieben Geld. Es bedarf einer verlässlichen finanziellen Grundlage. Die gibt es derzeit nicht“, stellte Meiners klar. Rahmenbedingungen und Förderkulisse müssten stimmen. „Die Finanzierung aus eigener Kraft, also ohne Geld aus Fördertöpfen oder auch von Stiftungen, zu schultern, ist völlig ausgeschlossen“, sagte der 63-Jährige. „Aus diesem Grund sind wir bislang nicht an die Öffentlichkeit getreten. Wir wollten keine Hoffnungen wecken, die wir dann womöglich doch nicht erfüllen können.“

Das grundsätzliche Interesse an der früheren Harpstedter Kult-Disco stellte der Museumsdirektor allerdings nicht in Abrede. Der Monumentendienst habe die Immobilie sogar schon „durchgecheckt“. Dabei habe sich herausgestellt, dass an dem Gebäude zeitnah etwas passieren müsste. Den „Stein“ ab- und im Museumsdorf wieder aufzubauen, wäre ein außerordentlich kostspieliges „Vergnügen“. Die dafür nötigen Aufwendungen „gingen voraussichtlich schon in den siebenstelligen Euro-Bereich“, schätzte Dr. Uwe Meiners.

„Unser Augenmerk auf den ,Sonnenstein‘ zu richten, hatte sich aufgedrängt, weil der Flecken Harpstedt aktuell das Problem hat, das er nicht so richtig weiß, was er mit dem Gebäude machen soll. So sind wir ins Gespräch gekommen“, erläuterte der Museumsdirektor. Der Idee eines etwaigen Abbaus und Wiederaufbaus habe die Gemeinde im Grundsatz zugestimmt. Sich mit der Kommune vertraglich einig zu werden, wäre laut Meiners das kleinste Problem. Es hapere schlicht an der Finanzierung des Gesamtvorhabens.

boh

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