Ausbau in Groß Ippener

Neueste Breitband-Technik in „Stufe zwei“

Gross  Ippener - Umfassend über den Breitbandausbau in der Gemeinde Groß Ippener informiert hat sich Stefan Pleus (CDU). Kernpunkte, die teils auch von generellem Interesse für die kreisweit von den beiden Ausbaustufen tangierten Bereiche sind, brachte er im Gemeinderat auf den Punkt.

In Stufe eins seien in Groß Ippener die Kabelverzweiger (KVZ) Dorfstraße/Wittenberg, Brillweg/Birkenweg und Wochenendgebiet „In der Heide“ angeschlossen worden. Innerhalb des Ausbaugebietes lägen die Bereiche Birkenweg und Dorfstraße sowie die Heide-Siedlung. Hier garantiere die EWE eine Leistung von künftig 50 Mbit am Haus. Die Telekom habe das DSL-Netz hier auf die EWE übertragen.

Ist ein Anbieterwechsel erforderlich?

Wer im besagten Ausbaubereich in den Genuss schnellen Internets kommen wollen, müsse einen Vertrag mit der EWE abschließen. Die Telekom kündige jetzt selbständig Verträge mit den Kunden. Sie werde keine Leitungen von der EWE anmieten und nicht mit dem Wettbewerber zusammenarbeiten. Die Kunden, die's betreffe, bekämen in Kürze von der EWE ein Angebot über einen Anschluss mit schnellem Internet – per Hauswurfsendung. Und zwar in Wellen, damit sich nicht zeitgleich alle Interessenten beim Anbieter meldeten. Pleus: „Es kann vorkommen, dass mein Nachbar informiert wird, ich selbst aber erst in drei Wochen.“

Was ändert sich beim Telefonieren?

Die Möglichkeit, ältere Geräte an eine konventionelle Telefonsteckdose anzuschließen, sollte eigentlich bereits Geschichte sein. Gleiches gilt für die ISDN-Telefonie (via Modem). Im Zuge der Umstellung auf die Voice-over-IP-Technik geht Telefonieren nur noch via Web. Dafür bedarf es eines Routers.

Pleus riet: „Im ersten Quartal 2019 soll das schnelle Internet zur Verfügung gestellt werden. Kunden, bei denen aktuell der Vertrag mit der Telekom ausläuft, sollten sich schon jetzt bei der EWE über das weitere Vorgehen beraten lassen, sodass sie dann nicht noch an einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag hängen. Alle anderen können auf das EWE-Schreiben warten.“

Welche weitere Folgen sind absehbar?

Die Liberalisierung des Telefonmarktes werde „ein Stück weit aufgehoben“, bedauerte Pleus. Allerdings gebe es gleichwohl Anbieter wie etwa 1&1, die sich „weiterhin bei der EWE ins Netz einmieten“. Es sei also nicht zwingend nötig, einen Vertrag mit dem Oldenburger Anbieter abzuschließen. Doch wer das tue, möge einen Tipp beherzigen: Die EWE rate selbst dazu, einen Wechsel zu ihr nicht über das Internet zu veranlassen, sondern einen ihrer Vertriebspunkte aufzusuchen. Pleus: „So hat der Kunde einen direkten Ansprechpartner, der ihn fachgerecht berät.“ Die Gefahr beim Online-Anbieterwechsel: „Ein falscher Haken an der falschen Stelle – und schon kann es sein, dass die persönliche Rufnummer für immer weg ist.“

Perspektiven für Klein Ippener?

Dort werde das Problem der Unterversorgung bestehen bleiben. Die Ortschaft sei in den vom Landkreis koordinierten Ausbauprojekten nicht berücksichtigt, weil sie direkt vom Hauptverteiler versorgt werde und dadurch nicht förderfähig sei. Gleichwohl sei eine Verbesserung in Sicht. Der Hauptverteiler selbst werde nämlich „durch eine andere Technik weiter aufgerüstet, sodass die Ausgangsleistung dort 100 Mbit beträgt“. Daher, so Pleus, „sollte sich die Leistung auch bei einem Kilometer Entfernung zum Hauptverteiler noch merklich verbessern.“

Wo greift die zweite Breitbandausbaustufe?

Zunächst im Außenbereich der Gemeinde Groß Ippener. Hier funktioniere das in Stufe eins zur Anwendung kommende Verfahren nicht mehr, da die Endkunden in der Regel zu weit vom KVZ entfernt lägen. „Hier baut dann ein Telekommunikationsunternehmen ein komplett neues Netz mit Glasfasertechnik auf und verlegt Glasfaser bis in die Gebäude der Endverbraucher. Das heißt: Das alte Kupferkabelnetz wird aufgegeben“, erläuterte Pleus. Welcher Anbieter zum Zuge komme, stehe noch nicht fest. Nach europaweiter Ausschreibung solle die Vergabe zu Beginn des kommenden Jahres erfolgen. Auch die EWE habe ein Angebot eingereicht, aber es sei nicht sicher, dass sie den Zuschlag bekomme.

Mit dem Bau der Glasfaserleitungen sei nicht vor 2020 zu rechnen. Die betroffenen Bürger müssten also noch länger auf schnelleres Internet warten, würden dann im Gegenzug aber auch „mit der neuesten Technik ausgestattet“. Das bedeute: Die verfügbare Bandbreite sei ungleich höher als bei denjenigen, „die jetzt schon angeschlossen wurden“.

Und die Kosten für die Gemeinde?

Die dürften nach Einschätzung von Pleus deutlich höher ausfallen als für Stufe eins. Die Maßnahme in Stufe zwei sei ja „wesentlich umfangreicher“. 

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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