Erfolgsgeschichte des Keisjugendzeltplatzes begann vor 25 Jahren / Heute in Ferien dauernd belegt

Standortfindung war das Problem

„Raubtierfütterung“ auf dem Kreisjugendzeltplatz: Die sportlichen und sonstigen Aktivitäten an der frischen Luft unter freiem Himmel machen einfach hungrig.

Landkreis - Von Jürgen Bohlken· Seit eh und je wissen Jugendgruppen das einfache, aber aufregende Zeltlagerleben zu schätzen. Mal auf den lieb gewonnenen Luxus der Alltags verzichten, am Busen der Natur nächtigen, Lieder am Lagerfeuer singen und die Gemeinschaft genießen – das alles kommt einfach nie aus der Mode, wie die ständige Belegung des Kreisjugendzeltplatzes in Harpstedt beweist.

Das Areal ist die ganzen Sommerferien über dauernd belegt. Nicht nur eine Großküche steht den Gruppen zur Verfügung; bis hin zu Besteck und Geschirr fehlt es einfach an nichts. Eine solche Ausstattung sei selbst heute nicht selbstverständlich für Zeltplätze, sagt Gerd Harms aus Wildeshausen. Er muss es wissen. Denn er legte als ehemaliger Vorsitzender des Kreisjugendringes (KJR) den Grundstein für die Schaffung des seit nunmehr 25 Jahren bestehenden Kreisjugendzeltplatzes. „So etwas fehlte hier einfach“, erinnert sich der Ideengeber und Motor des Projekts.

Das eigentliche Problem sei seinerzeit die Findung eines geeigneten Standortes gewesen. Die Suche habe sich anderthalb bis zwei Jahre hingezogen. In Hosüne, Birkenheide oder auch Holzhausen schaute sich Gerd Harms um. Dass am Ende die Wahl auf Harpstedt fiel, sei, wie er sagt, einem Hinweis von Hermann Bokelmann zu verdanken: Der damalige Fleckenbürgermeister habe auf das leer stehende Gebäude, das zur Delmeschule gehörte, und die angrenzende Fläche aufmerksam gemacht. „Da war nichts verwildert. Der Platz machte einen gepflegten Eindruck“, entsinnt sich Harms. Die Politik habe den Zeltplatz mit großer Einmütigkeit befürwortet.

Anfangs mussten die Ferienfreizeitgruppen allerdings noch mit recht einfachen Verhältnissen vorlieb nehmen. „Kochen durften sie drinnen, aber die Gasflachen hatten draußen zu stehen“, erzählt Harms. Eine gut ausgestattete Küche ließ allerdings im Zeltplatzgebäude nicht allzu lange auf sich warten. Sie kam Ende 1986. Der Landkreis bewilligte seinerzeit 50  000 Mark für die Ausstattung. Viele Jahre später wurde auf das Flach- ein Spitzdach gesetzt. Dass die Gruppen die Geselligkeit am offenen Feuer heute mit einem gewissen Komfort genießen können, verdanken sie dem Technischen Hilfswerk (THW), das vor gut 20 Jahren Bänke an der Feuerstelle aufstellte. Ein mittlerweile angelegter Zaun und ein Wall schützen die Lagergruppen vor Übergriffen durch andere Jugendliche, die früher zeitweise so häufig passierten, dass Stammgäste ernsthaft darüber nachdachten, nicht wieder nach Harpstedt zu kommen.

Generell aber wissen die Besucher den Platz und die gute Infrastruktur in der Umgebung zu schätzen. Freibad und Minigolfanlage lassen sich bequem zu Fuß erreichen. Ein Ausflug mit der Museumsbahn bietet sich an, und auch der neue Bibelgarten dürfte bei den Teilnehmern der – oft von kirchlicher Seite organisierten – Freizeiten auf Interesse stoßen. „Schon gleich zu Beginn wurde der Zeltplatz recht gut angenommen“, erinnert sich Gerd Harms. Im ersten Jahr lockte die Anlage sieben Gruppen an. Zahlen dokumentieren die 25-jährige Erfolgsgeschichte: Die Summe aller Übernachtungen jedes einzelnen Gastes beläuft sich inzwischen auf etwa 4 500 jährlich.

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