Standing Ovations für Jugend- und Gospelchor nach Musical-Aufführung

Ein Medley als Zugabe

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Paula Drews (r.) spielte den jungen John Newton – und Jana Böschen (l.) dessen Mutter.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Wer am Sonntag kurz vor Beginn der „Amazing Grace“-Aufführung durch den Gospelchor Harpstedt und den Jugendchor „Feelings“ noch einen Parkplatz im Umfeld der Harpstedter Christuskirche ergattern wollte, hatte schlechte Karten. Ein Blick ins Gotteshaus offenbarte den Grund dafür: Die Bänke waren voll besetzt. Auch von der Empore aus verfolgten zahlreiche Zuschauer das unter der Leitung von Daniela Predescu einstudierte Musical.

„Jetzt muss es aber losgehen“, sei während der Generalprobe aus den Reihen des Gospelchors zu vernehmen gewesen, erwähnte Pastorin Elisabeth Saathoff in einer kleinen Ansprache. Bei diesem letzten Üben für die Aufführung war es zu einem Zwischenfall gekommen: „Wir sind mit der Bühne zusammengebrochen. Durch das Wippen und Bewegen ist das vordere Podest gebrochen und musste ausgewechselt werden; als das neue montiert war, haben wir zur Sicherheit Steine untergelegt“, plauderte Ulrike Driefholt aus dem Nähkästchen.

Während der Aufführung „streikten“ indes zwischenzeitlich die Mikrofone. „In Twistringen hat alles hundertprozentig geklappt, nur heute funktionieren die Mikros nicht so, wie sie sollen“, meinte Bjarne Kolb, einer der Hauptdarsteller. Als die Pause mit Christuskirchenweinverkauf durch den Freundes- und Förderverein vorüber war, bat Sprecher Manfred Sander darum, alle Handys wegen der Rückkoppelung auszuschalten. Danach waren die technischen Probleme behoben.

Nach dem Finallied spendeten die Zuschauer Standing Ovations für die alles in allem sehr gelungene Inszenierung, die das Leben das „Amazing Grace“-Textschreibers John Newton sowie seine Entwicklung vom Sklavenhändler zum Kämpfer gegen die Sklaverei nachzeichnete. Im Zugabeteil traten „Feelings“ und Gospelchor gemeinsam auf die Bühne und sangen das spirituelle Medley „Glad to be in the service“.

Im Anschluss kamen Edda Krusch und Annette Ihmels zu Ehren. „Ihr habt bei diesem übergreifenden Chorprojekt im Hintergrund die Strippen gezogen. Eine großartige Leistung“, hieß es. Eine emotionale Laudatio gab‘s auf Daniela Predescu: „Seit zwölf Jahren begleitest du nunmehr mit Leidenschaft und Herzblut

„Ihr habt großartige

Arbeit geleistet“

erst die ,Kirchturmspatzen‘, dann auch ,Feelings‘ und Gospelchor. Wir danken dir für dein Engagement.“ Ein großes Lob gebührte ebenso den Tontechnikern Ralf Adams und Maximilian Springer sowie dem gesamten Team im Hintergrund, ohne die eine Aufführung in dieser Dimension nicht möglich gewesen wäre. Daniela Predescu zeigte sich sichtlich gerührt. „Ich freue mich sehr über die tolle Resonanz und bedanke mich bei allen Akteuren – ihr habt großartige Arbeit geleistet.“

Lange Zeit war Hauptdarsteller Bjarne Kolb bei den „Feelings“ der „Hahn im Korb“ gewesen. Seit etwa sechs Monaten teilt er sich diese Rolle nun sozusagen mit Luis Villar. Der gebürtige Spanier ist erst 14 Jahre alt, hat aber schon jetzt eine fantastische Stimme, wie er in der Aufführung unter Beweis stellte.

„Wir haben alle sehr viel Zeit in dieses Projekt gesteckt. An zehn Sonnabenden gab es jeweils von 10 bis 16 Uhr zusätzliche Proben“, verriet Annegret Seidel. Kirsten Bisanz ergänzte: „Vor drei Wochen haben die ,Feelings‘ am Freitagabend bis Mitternacht geübt und danach im Pfarrhaus übernachtet. Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück ab 10 Uhr mit Proben zusammen mit dem Gospelchor weiter.“ Damit die Künstler sich auch privat auf den großen Auftritt vorbereiten konnten, hatte jeder eine CD mit Liedern – nach Stimmen sortiert – mit nach Hause bekommen.

Zu guter Letzt bedankte sich Bjarne Kolb am Sonntag im Namen aller bei Daniela Predescu „für deine Geduld bei den Proben“. Und, so fügte er hinzu, „davon war manchmal viel notwendig.“

Nach einem letzten tosenden Applaus des Publikums ging ein großartiger Abend zu Ende. Von den Eindrücken werden die Zuschauer sicher noch lange zehren.

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