„Stadtradelstars“ aus Klosterseelte und Großenkneten

Sogar der Beifahrersitz im Auto ist tabu

Die „Stadtradelstars“ Dietrich Jaedicke und Lutz Beckröge (vorn, v.l.) mit Manuela Schöne und Kevin Haupt.
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Die „Stadtradelstars“ Dietrich Jaedicke und Lutz Beckröge (vorn, v.l.) mit Manuela Schöne und Kevin Haupt.

Klosterseelte/Großenkneten/Landkreis – Als „Stars“ des Stadtradelns für den Klimaschutz im Landkreis Oldenburg müssen Lutz Beckröge aus Klosterseelte und Dietrich Jaedicke aus Großenkneten vom 15. Mai bis zum 6. Juni komplett dem motorisierten Individualverkehr entsagen und obendrein ihre Radelerfahrungen in einem Online-Logbuch schildern. Das Auto bleibt für sie während der ganzen Kampagne tabu, sogar auf dem Beifahrersitz. Die Nutzung von Bahn und Linienbussen wäre hingegen erlaubt.

Beide sind 66 Jahre alt. Dass für sie als Ruheständler Arbeitswege entfallen, erleichtert die Aufgabe, möglichst alle Wege, die sie nicht zu Fuß zurücklegen, radelnd zu bewältigen.

Die Möglichkeit, zum „Stadtradelstar“ zu avancieren, hatte es schon 2020 auch im Landkreis Oldenburg gegeben. „Damals meldete sich aber niemand auf die Ausschreibung“, so Kevin Haupt aus dem Kreis-Klimaschutzteam. Gemeinsam mit Klimaschutzmanagerin Manuela Schöne freute er sich am Dienstag bei einem Pressetermin am Kreishaus darüber, in diesem Jahr gleich zwei „Stars“ begrüßen zu können: Lutz Beckröge macht im Stadtradelteam der Harpstedter Klima-AG mit – und Dietrich Jaedicke als Pastor im Ruhestand bei den „Kirchenradlern“.

200.000-Kilometer-Marke im Visier

Nach kreisweit rund 550 Teilnehmern im ersten und etwa 750 im zweiten Jahr soll diesmal möglichst die Marke von 1 000 Aktiven geknackt werden. Das könnte durchaus klappen. 978 Anmeldungen lagen am Dienstag, 17 Uhr, bereits vor. In der Summe der bis zum 6. Juni absolvierten Strecken aller „Stadtradler“ sollten 200.000 Kilometer nach Einschätzung von Schöne und Haupt zu toppen sein. Das läge deutlich über den Ergebnissen der Vorjahre von etwa 99.000 und rund 167.000 Kilometern.

Ich fahre seit gut 40 Jahren gerne und sehr ausgeprägt Fahrrad, weil‘s mir Spaß macht, gesund ist und die Umwelt schont.“

Lutz Beckröge

In mehreren Kategorien werden die „Radelaktivsten“ gekürt und unter allen Teilnehmenden zusätzlich Gewinne verlost. So hat jeder die Chance auf das „Highlight“ – einen Gutschein für einen Urlaub in einem Biohotel. Zu den weiteren Preisen zählen hochwertige Rucksäcke aus recyceltem Kunststoff, der aus Meeren gefischt wurde.

Anmeldungen weiterhin möglich

Alles Nähere ist auf stadtradeln.de/landkreis-oldenburg im Internet nachzulesen. Dort steht ebenso das Fietsenprotokoll, in das die individuellen Radelleistungen einzutragen sind, zum Download bereit. Anmeldungen können sogar noch erfolgen, während die Kampagne bereits läuft. Einzeln oder als Teammitglied, nur mit Muskelkraft oder auf dem E-Bike – es gibt viele zulässige Teilnahmevarianten. Allerdings: Erlaubt ist nur, was im Einklang mit den Corona-Kontaktbeschränkungen steht.

„Ich fahre seit gut 40 Jahren gerne und sehr ausgeprägt Fahrrad, weil"s mir Spaß macht, gesund ist und die Umwelt schont“, verriet Lutz Beckröge der lokalen Presse am Kreishaus. Früher habe er bei der Sparkasse Bremen gearbeitet. Dort, in der Stadt, sei er mit dem Fahrrad viel schneller vorangekommen als mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto. Für die 18 Kilometer von Klosterseelte zum Kreishaus in Wildeshausen benötigte er per Pedales 45 Minuten. „Mit dem Auto hätte ich 25 gebraucht“, so der 66-Jährige. Beim letztjährigen Stadtradeln habe er um die 700 Kilometer geschafft.

 „Als Schüler und Student war ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs. Tausende von Kilometern durch ganz Europa kamen dabei zusammen.“

Dietrich Jaedicke

Auch Dietrich Jaedicke, nun schon zum dritten Mal „Stadtradler“, kam tretend beim Kreishaus an. „Ich bin im Harz aufgewachsen. Mit 13 machte ich zusammen mit einem Freund meine erste größere Radtour bis an die Ostsee. Das weckte bei mir schon ein bisschen die Leidenschaft dafür. Als Schüler und Student war ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs. Tausende von Kilometern durch ganz Europa kamen dabei zusammen“, erinnerte sich der Großenkneter.

Nach manchem früheren Familien-Fahrradurlaub genießt der Pastor i.R. heute kleinere Touren und findet es erstaunlich, „wie schön das doch ist“. Er entdecke vieles, was ihm als Autofahrer verborgen bliebe. Wie neulich eine Schutzhütte im Wald, „wo Bücher stehen“. Jaedicke: „Das war bei Munderloh, glaube ich. Davon wusste ich vorher gar nichts.“

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