Wird das Bramstedter Feuerwehrhaus für vier Fahrzeuge günstiger als der Neubau in Colnrade?

Stadt Bassum plant deutlich kleiner

Der Vorentwurf für den Neubau in Colnrade hatte Kritik geerntet – wegen der hohen Kosten. Skizze: Glüsenkamp

Colnrade/Bramstedt - Von Jürgen Bohlken. Wie viel Geld ist nötig, um in Colnrade ein zukunftsfähiges Feuerwehrhaus zu bauen, das den Anforderungen der Brandschützer sowie den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse (FUK) gerecht wird und trotzdem genügend „Puffer“ für womöglich in Zukunft noch längere und breitere Fahrzeuge berücksichtigt? Architekt Günther Glüsenkamp hatte der Samtgemeinde im alten Jahr einen Vorentwurf vorgelegt und Baukosten von knapp zwei Millionen Euro veranschlagt. Der Rat trat auf die Bremse: Maximal 1,6 Millionen Euro soll der Neubau nun kosten dürfen.

Vor diesem Hintergrund überrascht ein Blick in den Kreis Diepholz: Die Stadt Bassum plant aktuell ebenfalls ein Feuerwehrhaus – für Bramstedt. Das sieht sogar vier Fahrzeugeinstellplätze vor, berücksichtigt auch eine Trennung von kontaminierter und nicht kontaminierter Kleidung („Schwarz-Weiß-Trennung“), kommt aber mit 563 Quadratmetern (qm) Grundfläche aus – mit erheblich weniger als der Neubau für Colnrade gemäß Vorentwurf. Es soll nach Lage der Dinge für „nur“ 1,358 Millionen Euro zu realisieren sein und sei, wie der technische Leiter für Hoch- und Tiefbau, Steffen Langhorst, auf Nachfrage erläuterte, für rund 75 Kameradinnen und Kameraden dimensioniert. Das entspricht der Personenzahl in Glüsenkamps Planung für Colnrade gemäß den Vorgaben der Samtgemeindeverwaltung, wobei sich hier die Frage stellt: Bedarf es überhaupt eines Feuerwehrhauses, das für rund 20 Personen mehr als die aktuelle Stärke der Einsatzabteilung ausgelegt ist?

Die Planzeichnungen für die Immobilie in Bramstedt beinhalten unter anderem einen 128,5 qm großen Schulungsraum, Lager/Werkstatt (21 qm) sowie je 10,5 qm für Küche, Kinder- und Jugendfeuerwehr.

Die Fahrzeughalle erfordert 206 qm. Der Colnrader Neubau hält indes laut Vorentwurf allein für die Fahrzeuge 211 qm Platz bei nur drei Einstellplätzen vor – und umfasst insgesamt 644 qm Nutzfläche allein im Erdgeschoss (plus 38,5 qm im Dachgeschoss).

Auch das Bramstedter Konzept erfüllt laut Langhorst die DIN-Vorschriften und die Vorgaben der FUK. Eine etwas andere Anordnung mancher Räume sei im Verlauf der weiteren Planung noch möglich; die Größe des Gebäudes werde sich aber nicht mehr verändern. Sogar Maßnahmen im Interesse von Ökologie und Klimaschutz (in Betracht käme etwa eine Wärmepumpe) berücksichtige die veranschlagte Bausumme bereits. Inbegriffen seien ebenso Eigenleistungen, allerdings in einem eher bescheidenen Umfang; die dadurch erzielte Kostendämpfung falle nicht großartig ins Gewicht.

Herwig Wöbse, Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt, hatte der Politik eine Besichtigung des Ristedter Feuerwehrhauses vorgeschlagen. Da das Konzept für Colnrade nun ohnehin abgespeckt werden soll, könnte sich ja vielleicht zusätzlich ein Gedankenaustausch mit der Stadt Bassum empfehlen.

Die Feuerwehrhausplanung für Bramstedt ist im Internet einzusehen.

Weitere Infos online

www.bassum.de/allris/___tmp/tmp/4508103615480557/15480557/01046786/86-

Anlagen/01/2-A10-E0001-v02GrundrissmitAussenanlagen.pdf

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bundesweite Bauernproteste: Tausende Traktoren unterwegs

Bundesweite Bauernproteste: Tausende Traktoren unterwegs

EU startet vor Libyen-Gipfel Diskussion über Militäreinsatz

EU startet vor Libyen-Gipfel Diskussion über Militäreinsatz

Bundestag debattiert über Sicherheit für Radler

Bundestag debattiert über Sicherheit für Radler

Neue Maßnahmen gegen "Sauf-Tourismus" auf Mallorca und Ibiza

Neue Maßnahmen gegen "Sauf-Tourismus" auf Mallorca und Ibiza

Meistgelesene Artikel

Wer übernimmt einen Hund aus dem Versuchslabor?

Wer übernimmt einen Hund aus dem Versuchslabor?

Erfolgreicher Einbrecher in Wildeshausen

Erfolgreicher Einbrecher in Wildeshausen

Nötigung im Straßenverkehr mit saftiger Geldstrafe geahndet

Nötigung im Straßenverkehr mit saftiger Geldstrafe geahndet

Kircheneinbrüche in Harpstedt und Wildeshausen: Täter gefasst

Kircheneinbrüche in Harpstedt und Wildeshausen: Täter gefasst

Kommentare