Beförderung bei den Schützen

Spontaner Besuch aus der alten Heimat

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Nach der Beförderung – von links: Hans Behrensen, Franz Schlake, August Brunkhorst, der frischgebackene „Feldwebel“ Heinrich Arnkens, Herbert Wessels und Rudolf Knabe.

Harpstedt - „Das ist nun das Gegenstück zur Uniform des Schützenvereins Abbenhausen“, sagte Heinrich Arnkens schmunzelnd, nachdem er kurzerhand sein Bürgerschützen-Outfit aus dem Schrank geholt und angezogen hatte. Mit Zylinder, blumengeschmücktem Holzgewehr und Jackett präsentierte sich der 59-Jährige am Mittwochabend fünf Grünröcken, die ihm zu seiner großen Überraschung einen Besuch in offizieller Mission abstatteten.

„Da bin ich aber froh, dass du so nicht bei uns aufläufst“, erwiderte August Brunkhorst. Ihm oblag es als Bataillonskommandeur, Arnkens wegen seiner 40-jährigen Zugehörigkeit zum Schützenverein Abbenhausen zum Feldwebel zu befördern. Die Dienstgradverleihungen nimmt er normalerweise im Rahmen des Schützenfestes vor. Daran konnte Arnkens aber in diesem Jahr krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

Daher kamen Brunkhorst und seine Vereinskameraden Hans Behrensen, Franz Schlake, Herbert Wessels und Rudolf Knabe nun nach Harpstedt, um ihm offiziell den höheren Rang zuzusprechen. „Wer 25 Jahre bei uns im Verein ist, wird Unteroffizier. Mit Erreichen von 40 Jahren Zugehörigkeit wird die Beförderung zum Feldwebel fällig. Da Heinrich oder Heinzi, wie wir ihn nennen, sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, stand dem nichts im Wege“, sagte Brunkhorst lächelnd.

Arnkens’ Elternhaus steht in Abbenhausen. Schon seit 39 Jahren wohnt der pensionierte Zusteller in Harpstedt. Die Verbundenheit zu seiner alten Heimat findet auch darin ihren Ausdruck, dass er dem dortigen Schützenfest die Treue hält. Diesen Höhepunkt des dörflichen Lebens schätzen die Grünröcke, die ihn jetzt besuchten, mit der gleichen Begeisterung. Zusammen mit Arnkens bilden sie die selbsterklärte „Schützenfest-Clique“. Auch außer der Reihe treffen sie sich immer mal wieder – etwa anlässlich runder Geburtstage. Arnkens „firmiert“ in ihrer Runde wegen seines langjährigen Dienstes bei der Post augenzwinkernd als „Postminister von Harpstedt“.

Der Schützenverein Abbenhausen hat jüngst einen Aufwärtstrend erfahren. Die Mitgliederzahl ist auf 407 angestiegen. Ein gutes Auftreten der Grünröcke liegt dem Bataillonskommandeur am Herzen. „Zumindest zwei Stunden lang nehmen wir unser Schützenfest sehr ernst“, spielt August Brunkhorst vor allem auf die Kranzniederlegung in Gedenken an die Kriegsgefallenen an, die ein fester Programmbestandteil ist und viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wer dort nicht die Etikette wahrt, fängt sich schon mal einen Rüffel ein. Aber das, so bestätigt die Clique, finde im Verein durchaus Akzeptanz.

boh

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