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Gelebte Solidarität: Sponsorenlauf für Geflüchtete aus der Ukraine

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Von: Jürgen Bohlken

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Sponsorenlauf-Start von Sechstklässlern: Das ehrgeizige Ziel besteht darin, möglichst eine halbe Stunde lang durchzuhalten.
Sponsorenlauf-Start von Sechstklässlern: Das ehrgeizige Ziel besteht darin, möglichst eine halbe Stunde lang durchzuhalten. © Bohlken

Harpstedt – Barbara Zabielski wirft einen Blick auf ihre Listen. „So weit ich das überblicken kann, unterstützen die Sponsoren die Schüler mit durchschnittlich 50 Cent pro gelaufener Minute“, sagt die Lehrerin. Es ist – bei ansonsten idealen Bedingungen für Frühsport – frisch am Freitagmorgen, als sich die Fünftklässler aufwärmen. Kurz darauf fließt der Schweiß in Strömen. Die Schüler legen ordentlich Strecke beim mehrfachen Umrunden des Schulsportplatzes zurück.

Nacheinander laufen alle Jahrgangsstufen – bis hinauf zur zehnten. Viele Oberschüler machen die halbe Stunde voll. Länger muss keiner von ihnen durchhalten. Manche schaffen es sprintend, andere nur noch gehend mit den Worten „Wo steht das Sauerstoffzelt?“ ins Ziel. Das Tempo spielt keine Rolle.

Sponsoren zahlen für jede gelaufene Minute

Barbara Zabielski hat einen besonderen Sponsorenlauf in Abstimmung mit dem Lehrerkollegium initiiert. Besonders deshalb, weil sich die Mädchen und Jungen aller Klassen der Oberschule Harpstedt für einen guten Zweck quälen: für Vertriebene, die als Folge von Wladimir Putins Angriffskrieg ihre Heimat verlassen mussten.

Jeder Jugendliche hat sich einen Sponsor gesucht. Jeder Sponsor wiederum hat zugesagt, einen individuell vereinbarten Obolus pro gelaufener Minute seines Schützlings zu zahlen. Gut möglich, dass unterm Strich eine mittlere vierstellige Gesamtsumme in Euro „erlaufen“ wird. Genau weiß das noch keiner. „Das Ergebnis steht wohl frühestens Ende kommender Woche fest“, ahnt Barbara Zabielski. Klar ist hingegen, wo das Sponsorengeld ankommt. Es fließt an den Förderverein Schulen Flecken Harpstedt und weiter an die Harpstedter Flüchtlingsinitiative, die es nutzbringend für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzen soll.

Ich werde selbst mitlaufen – wie auch viele andere Kollegen. Ansonsten habe ich mit Sport nichts am Hut.

Barbara Zabielski

Bislang hat es nur vereinzelte Familien aus dem Kriegsgebiet in die Samtgemeinde verschlagen. Das lässt sich auch daran ablesen, dass aktuell nur sieben ukrainische Mädchen und Jungen die Oberschule Harpstedt besuchen: zwei in der fünften, drei in der sechsten und zwei in der siebten Jahrgangsstufe. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Vertriebene dürften wohl kommen.

Großzügige Unterstützung von der Werbegemeinschaft

„Ich werde selbst mitlaufen – wie auch viele andere Kollegen. Ansonsten habe ich mit Sport nichts am Hut. Ich unterrichte dieses Fach noch nicht einmal“, sagt Barbara Zabielski schmunzelnd. Bei den Sponsoren handele es sich zumeist um Eltern oder Großeltern. Firmen seien ebenfalls darunter, insgesamt aber doch die Ausnahme. „Die Aktive Werbegemeinschaft Samtgemeinde Harpstedt hat uns mit 500 Euro unterstützt, damit sich die Kinder mit Getränken und Obst stärken können. Auch Inkoop hat sich sehr kooperativ gezeigt“, vergisst Zabielski nicht zu erwähnen, während Oldies und aktuelle Hits aus der „Konserve“ den Sportplatz beschallen. „Mit Musik läuft es sich einfach besser“, weiß die Sponsorenlauf-Initiatorin. Sie hat einen Schüler freundlich gebeten, den DJ-Part zu übernehmen. „Wir vertrauen auf seinen Musikgeschmack“, fügt die Lehrerin hoffnungsfroh hinzu.

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