Ist eine Freibadsaison unter Coronabedingungen möglich? / Entscheidung steht noch aus

Spaß droht auf der Strecke zu bleiben

Bleibt das Freibad zu? Oder gibt es eine Saison mit Einschränkungen? Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Da haben Bund und Länder den Badbetreibern ein echtes „Problem-Ei“ ins „Nest“ gelegt: Die Hoffnung in der Bevölkerung, dass Freibäder trotz Pandemie in Kürze öffnen, ist geweckt. Wie die teils privaten und teils öffentlichen Träger den Betrieb aber unter Wahrung der Abstandsregeln händeln können, bleibt vorerst recht nebulös.

Wenn in Harpstedt überhaupt eine Freibadsaison 2020 zustande kommt, dann ganz sicher keine normale, sondern eine ziemlich spaßbefreite – aus dieser Einschätzung hat Amtshof-Chef Herwig Wöbse am Dienstag während der Samtgemeinderatssitzung im Koems-Saal keinen Hehl gemacht. Die Grünen appellierten gleichwohl an die Verwaltung, die Öffnung zu versuchen und sich nicht zu scheuen, gegebenenfalls zusätzliche ehrenamtliche Unterstützung der Badeaufsicht mit Blick auf die Einhaltung der Abstandsregeln in Anspruch zu nehmen; das Freibad sei wichtig, weil ein Sommerurlaub in diesem Jahr nur sehr eingeschränkt möglich sein werde, gab Regina Huntemann zu bedenken. Das Für und Wider werde sicher sorgfältig abgewogen und am Ende eine gute Lösung gefunden, zeigte sich Saskia Kamp (SPD) überzeugt; wie auch immer die Entscheidung ausfalle – die Verwaltung verdiene Vertrauen, zumal sie im bisherigen Umgang mit der Pandemie und den vielen Vorgaben eine tolle Arbeit geleistet habe.

Wöbse nannte eine ganze Reihe von Punkten, „wo wir Probleme sehen“. Das fange beim Einlass in das Rosenfreibad an. Analog zu den Vorgaben für die Gastronomie werde es erforderlich sein, die Besucher mit ihren Kontaktdaten zu registrieren: „Das wäre ein immenser Aufwand und würde zu einer personellen Verstärkung führen müssen.“

Die Zahl der erlaubten Freibadgäste dürfte sich nach Wöbses vorsichtiger Schätzung im „niedrigen dreistelligen Bereich“ bewegen. An heißen Tagen müssten womöglich zahlreiche Personen abgewiesen werden, was Enttäuschung, Unverständnis oder gar Wut nach sich ziehen könnte. Gute Wochenenden mit mehreren 1 000 Besuchern wären in diesem Jahr wegen der Auflagen sicher nicht denkbar.

„Für die Duschen und Umkleiden können wir uns nur vorstellen, diese komplett zu schließen“, nannte Wöbse einen weiteren gravierenden Juckepunkt. Darüber hinaus seien vermutlich die meisten WCs zu schließen; nur wenige Toiletten blieben abstandswahrend zugänglich.

Mit Blick auf die Wasserflächen gebe es bereits Empfehlungen eines Fachverbandes. „Mit dem Wasser selbst kann man sich wegen des Chlorgehalts nicht mit Sars-CoV-2 anstecken. Gleichwohl sind die Mindestabstände auch in den Becken einzuhalten. Im Nichtschwimmerbereich wären vielleicht 50 Personen vorstellbar“, mutmaßte Wöbse. Überlegungen für das Schwimmerbecken, die er wiedergab, klangen skurril: Da sei sogar die Rede von einer Art „Kreisverkehr für die Schwimmer“. Wöbse geht davon aus, dass unter Schwimmrichtungs- und anderen Vorgaben die Freude am kühlen Nass ganz erheblich litte.

Damit aber erschöpft sich die Liste der „Spaßbremsen“ keineswegs: Möglicherweise müssten auch Sprungturm, Breitwannenrutsche und Planschbecken geschlossen bleiben, zumal sich dort ein abstandswahrender Betrieb nur schwer sicherstellen ließe. Im Moment sei eine Prognose zur Frage der Freibadöffnung schwierig, gab Wöbse offen zu. „Die werden wir machen, wenn die Vorgaben gefestigt sind. Der erste Entwurf ist seit Montag im Umlauf, aber noch nicht so konkret, dass man daraus ein Handlungskonzept ableiten könnte.“

Einen Saisonstart am 25. Mai schloss der Verwaltungschef jedenfalls definitiv aus. Wenn überhaupt, dann „etwas später“, gab er zu verstehen: „Wer werden abwarten müssen, welche konkreten Vorgaben vom Land kommen, um dann zu überlegen, ob wir sie erfüllen und umsetzen können.“

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