Gespräch mit Bürgermeisterkandidat Yves Nagel

Späte Freibadöffnung ärgert Förderverein

Mit dem Samtgemeindebürgermeisterkandidaten Yves Nagel (2.v.r.) aus Dünsen traf sich am Donnerstagabend der Fördervereinsvorstand im Beisein der lokalen Presse. Von links: Catrin Pichl, Heiko Schmiedel, Thomas Siegel und Gaby Otto.
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Mit dem Samtgemeindebürgermeisterkandidaten Yves Nagel (2.v.r.) aus Dünsen traf sich am Donnerstagabend der Fördervereinsvorstand im Beisein der lokalen Presse. Von links: Catrin Pichl, Heiko Schmiedel, Thomas Siegel und Gaby Otto.

Harpstedt – In den sozialen Netzwerken wird oft beklagt, das Harpstedter Rosenfreibad starte stets besonders spät in die Saison. Des Eindrucks, Jahr für Jahr Schlusslicht zu sein, können sich auch der Vorstand des Freibad-Fördervereins um die Vorsitzenden Thomas Siegel und Gaby Otto sowie Samtgemeindebürgermeisterkandidat Yves Nagel nicht erwehren.

Zu einem Gesprächstermin am Donnerstagabend baten sie die lokale Presse hinzu. Ihr Standpunkt: Die Samtgemeinde Harpstedt möge sich mal bei umliegenden Kommunen erkundigen, was dort in den Bädern anders gemacht werde.

Mit Daten untermauerten die Freibad-Förderer ihre Schlusslicht-These nicht. Daher hat sich unsere Zeitung selbst umgehört. Ergebnis: Twistringen ist mit seinem Schwimmpark am 2. Juni in die neue Saison gestartet. Ganderkesee hat am 4. Juni geöffnet. Wildeshausen hingegen kann wegen eines zu behebenden Schadens noch gar keinen Saisonstarttermin melden. In Harpstedt geht’s am 15. Juni los.

Veralteter Hinweis sorgt für Irritationen

Yves Nagel deutete im Eingangsbereich des Rosenfreibades auf einen aus dem Vorjahr stammenden Aushang mit Hinweis auf den 8. Juni als Saisonstarttermin. „Wieso ist der nicht entfernt worden?“, fragte er sich mit Recht – und berichtete: „Hier standen eben zwei Autos mit Wildeshausern, die ins Freibad wollten“. Auch auf der Samtgemeinde-Website sei (auf einem Infoblatt mit den Öffnungszeiten) noch der 8. Juni vermerkt, monierte der Fördervereinsvorstand. Deswegen seien „die Leute aus Wildeshausen losgefahren“.

In der vergleichsweise kostengünstigen Beheizung des Rosenbades mit Abwärme, die bei der Verstromung von Biogas anfällt, sieht Thomas Siegel ein Argument, jedes Jahr am 1. Mai zu öffnen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Bei nächtlichen Temperaturen geringfügig über dem Gefrierpunkt geht der Heizaufwand trotzdem ins Geld.

 Das sollten wir besser planen können.“

Yves Nagel

Dass zumeist Fliesenschäden als Grund für einen späten Saisonstart herhalten und Fliesen in diesem Jahr sogar nachbestellt werden mussten, weil die eingelagerte Menge für die Schadensbehebung nicht ausreichte, vermag Yves Nagel nicht nachzuvollziehen. Sein Standpunkt: „Das sollten wir besser planen können. Auch andere Freibäder sind alt. Auch sie haben jedes Jahr Probleme mit abplatzenden Fliesen. Aber offensichtlich bevorraten sie diese im Herbst ausreichend und haben in der Saisonvorbereitung genug Pufferzeiten, um termingerecht öffnen zu können – in Coronazeiten auch mit Hygienekonzept.“

Wie es zu den ärgerlichen Schäden kommt, erläuterte Thomas Siegel: „Über die Fugen, die mit den Jahren porös werden, dringt meines Wissens Feuchtigkeit unter die Fliesen, die dann als Folge von Sonneneinstrahlung und Dampfbildung hochkommen.“ Letzteres geschehe erst beim Entleeren des Beckens. Solange auf den Fliesen Wasser stehe, seien sie geschützt.

Ein Freibad sei nicht nur eine Freizeitanlage; es decke auch Grundbedürfnisse der Bevölkerung ab, bekräftigte Yves Nagel. „Das sollte man nie vergessen, wenn man über die notwendigen Investitionen in die Zukunft des Rosenfreibades diskutiert.“

Was ungesagt blieb: Die Politik schreitet „mangels Masse“ und in der Hoffnung auf ein „passendes“ Förderprogramm nicht gerade beherzt voran, um den Sanierungsstau im Freibad abzuarbeiten. Der sich verschlechternde Zustand des Sprungturms soll schon „vor 20 Jahren bekannt gewesen“ sein. Das zumindest erfuhr unsere Zeitung aus zuverlässiger Quelle. Immerhin: Die Erneuerung des Technikkellers für das Schwimmerbecken ist absehbar.

Das Rosenfreibad sei zwar alt; seinen Charme wüssten aber gleichwohl nicht nur Harpstedter, sondern auch Besucher aus dem Umland zu schätzen, ebenso Wohnmobilisten, die den benachbarten Stellplatz nutzten, so Thomas Siegel und Gaby Otto. Im Streben nach einer besseren Vermarktung des Freibades gehen Förderverein und Bürgermeisterkandidat konform. Auch setzen sie auf eine Vernetzung touristischer Angebote.

Kooperative mit VVV und DHEF befürwortet

Catrin Pichl, Kassenwartin des Freibad-Fördervereins, wünschte sich zu diesem Zweck eine Kooperative aus Samtgemeinde, Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) sowie Eisenbahnfreunden (DHEF). „Für einen schönen Nachmittag in Harpstedt“ könne sie sich „gut vorstellen, dass Gäste mit der Museumsbahn Jan Harpstedt anreisen, dann das Rosenfreibad nutzen und vielleicht sogar im Anschluss eine Runde Minigolf auf der VVV-Anlage am Tielingskamp spielen“. Im Falle eines Wahlsieges bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl „werde ich die für die Vernetzung touristischer Angebote benötigten Akteure gerne zusammenbringen“, sicherte Yves Nagel zu.

Gaby Otto lagen Schwimm(lern)kurse am Herzen. „Auch für Erwachsene hätten wir gerne ein Angebot. Viele hatten in ihrer Kindheit nicht immer Gelegenheit, schwimmen zu lernen, und wollen das nachholen, um mit ihren Kindern und Enkeln ins Freibad gehen zu können. Das sollten wir unbedingt unterstützen“, bekräftigte sie. Interessierte, die Lust sowie die nötige Befähigung und Berechtigung haben, Schwimmkurse zu leiten, dürfen sich gern bei ihr unter Telefon 04244/96  61  30 melden, damit sie die Liste mit den Namen an die Samtgemeinde weiterleiten kann.

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