Neue Tonübertragungsanlage für die Christuskirche

Soundtechnischer Quantensprung

22 Lautsprecherboxen installieren Kevin Basler (l.) und Malte Hallemann von der Firma „SoundPartners“ in der Harpstedter Christuskirche. Mit einem ausgeklügelten Soundkonzept und der Montage hochwertiger Technik ist es aber nicht getan. Auch der Denkmalschutz will zu seinem Recht kommen. Die Maßnahme sei eng mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege abgestimmt worden, sagt Pastorin Elisabeth Saathoff.
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22 Lautsprecherboxen installieren Kevin Basler (l.) und Malte Hallemann von der Firma „SoundPartners“ in der Harpstedter Christuskirche. Mit einem ausgeklügelten Soundkonzept und der Montage hochwertiger Technik ist es aber nicht getan. Auch der Denkmalschutz will zu seinem Recht kommen. Die Maßnahme sei eng mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege abgestimmt worden, sagt Pastorin Elisabeth Saathoff.

Harpstedt – Der Vergangenheit gehören voraussichtlich schon Ende kommender Woche die bislang mit 100 Volt Spannung angesteuerten Lautsprecher und deren antiquierte Verkabelung in der Harpstedter Christuskirche an. Kein Sitzplatz wird dann mehr von hinten beschallt. Und die Empore fristet nicht länger ein Dasein als „schwarzes Sound-Loch“. Den tontechnischen Quantensprung lässt sich die evangelisch-lutherische Christusgemeinde einiges kosten.

Der Kirchenvorstand kalkuliert mit Aufwendungen von bis zu 55 000 Euro. „Die Kirche bekommt ein völlig neues, sehr ausgefeiltes Lautsprecherkonzept“, verheißt Malte Hallemann, der derzeit die neue Tonübertragungsanlage zusammen mit Kevin Basler installiert. Solche Aufträge in Gotteshäusern sind das tägliche Brot der beiden Inhaber des Unternehmens „SoundPartners“ mit Sitz in Eschweiler bei Aachen.

„In der Christuskirche werden wir sieben Zonen haben, die wir einzeln in der Lautstärke ansteuern können“, verrät Hallemann. Insgesamt 22 Boxen inklusive Subwoofer würden montiert und von einem Verstärker gespeist. Die Hauptlautsprecher seien allerdings aktiv, hätten also eigene Verstärkermodule.

Diesen kleinen Computer kann man sich so vorstellen, als säße ein kleines Männchen im Mischpult.“

Malte Hallemann

„Das Interessante an der Technik: Wer sie bedient, muss nur noch einschalten, nachdem wir das Einrichten und Einstellen für jede Zone erledigt haben. Dahinter steckt DSP, eine intelligente digitale Signalprozessorsteuerung. Diesen kleinen Computer kann man sich so vorstellen, als säße ein kleines Männchen im Mischpult“, sagt Hallemann schmunzelnd. Was die Technik leistet, verdeutlicht der Akustikexperte an einem Beispiel: „Wenn jemand aus großem Abstand ins Mikrofon spricht, wäre es normalerweise nötig, die Signallautstärke manuell zu erhöhen. Die DSP-Steuerung macht das automatisch.“

300 Meter Kupferrohr als Kabelkanal

Die Musik- und Sprachverständlichkeit wird sich nach Überzeugung von Pastor Timo Rucks deutlich verbessern, auch weil es nicht länger zwei getrennte Anlagen gibt. „Manche Sitzreihen hatten bislang tonal gar keinen richtigen Bezug. Das Geschehen spielte sich vorn ab, aber der Ton kam von hinten“, weiß Kevin Basler. Hier schaffen nun Optimierungen von Boxen-Positionierung und Abstrahlwinkeln Abhilfe. Einige der Lautsprecher bezögen den Strom aus Lichtschienen, in die sie eingeklinkt würden, und bekämen das Tonsignal über Funk. Wiederum mit dem Ziel, „eine frontale Beschallungssituation zu gewährleisten“, erwähnt Hallemann.

Weil wir mit so vielen Lautsprechern arbeiten, können wir die Anlage mit einer moderaten Lautstärke fahren. Wir regen dadurch den ohnehin sehr halligen Kirchenraum nicht noch mehr zum Hallen an.“

Kevin Basler

Von der Bauform und der Anordnung der Sitzreihen sei die Christuskirche einzigartig. Die „halb überdachten“ Bereiche unter der recht niedrigen Empore und die Zonen mit hoher Decke gleichermaßen ausgewogen zu beschallen, erfordert trotzdem reichlich Knowhow.

Zwei zentrale Lautsprecher werden die Experten sogar hinter den Mikrofonen im Altarraum positionieren. „Die sind sehr speziell, damit es nicht aufgrund von Rückkopplungen anfängt zu quietschen“, sagt Hallemann. „Weil wir mit so vielen Lautsprechern arbeiten, können wir die Anlage mit einer moderaten Lautstärke fahren. Wir regen dadurch den ohnehin sehr halligen Kirchenraum nicht noch mehr zum Hallen an“, erklärt Basler.

Mehrkosten als Folge von Denkmalschutz

Eine weitere Herausforderung sei es gewesen, die Maßnahme mit dem Denkmalschutz „unter einen Hut zu bringen“. Deswegen, so Hallemann, würden auch rund 300 Meter Kupferrohre (optional wären Alurohre möglich gewesen) mit sonderangefertigten Schellen als Kabelkanäle verbaut.

Pastorin Elisabeth Saathoff nickt zustimmend: Das Amt für Bau- und Kunstpflege begleite die Maßnahme engmaschig. Dass die Denkmalschutzauflagen die Gesamtkosten erhöht haben, verschweigt sie nicht. Wie teuer die Anlage wird, hängt nicht zuletzt von den benötigten Arbeitsstunden ab und steht daher noch nicht genau fest. Die Kirchengemeinde ist zuversichtlich, einen Zuschuss vom Kirchenkreis zu bekommen – aus einem neuen Innovationsfonds.

Spenden helfen bei der Finanzierung

Spenden tragen in einem durchaus erheblichen Maße zur Finanzierung bei: Rund 14 000 Euro Ortskirchgeld stehen zur Verfügung. Für jede weitere finanzielle Unterstützung wäre die Gemeinde natürlich dankbar.

Der künftig deutlich bessere Ton werde besonders Älteren zugutekommen, die bislang teilweise in Lautsprechernähe sitzen mussten, um das Geschehen akustisch noch einigermaßen wahrnehmen zu können, weiß Pastorin Saathoff. Die Beschallung schließt nun die Empore mit ein. Pastor Timo Rucks fällt dazu spontan Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder ein, der sich mehrfach zu Weihnachten beschwert habe: „Da oben hört man gar nichts.“

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