Pädagoge gibt Eltern Tipps

Ein Smartphone für Zweijährige?

Medien sind die Zukunft, betonte Torsten Timm. Foto: kab
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Medien sind die Zukunft, betonte Torsten Timm.

Zweijährige, die ein Smartphone in der Hand halten und über das Display wischen, als würden sie Tinderprofile prüfen: ein befremdlicher, für manche Eltern ein beängstigender Anblick. „Wenn sie das wollen, kann man sie mal probieren lassen“, sagt Torsten Timm, Pädagoge und ehemaliger Medienproduzent der Bundeswehr.

Harpstedt – In seinem Vortrag an der Grundschule Harpstedt am Dienstagabend gab der 57-Jährige rund 50 Zuhörern Tipps zur Medienerziehung. Er verdeutlichte, dass Smartphones, Tablets und Computer eine entscheidende Rolle für die heranwachsende Generation spielen: „Wir können das verteufeln, wie wir wollen, aber sie werden damit leben und arbeiten.“ Vier konkrete Tipps:

Bedienung und Kompetenz nicht gleichsetzen

Im Alter von zwei Jahren lernen Kinder vor allem durch Nachahmen, erläuterte der Pädagoge. Die Wischbewegung am Display, die sie bei Eltern oder Geschwistern beobachteten und dann selbst ausführten, sei nicht mehr als das. Auch später gelte: Nur, weil ein Kind die richtigen Tasten drückt, bedeutet das nicht, dass es kompetent und verantwortungsvoll mit dem Gerät oder dem Internet umgehen kann.

Kinder nicht mit den Geräten alleine lassen

Timm riet dazu, den Nachwuchs nicht mit den Geräten alleine zu lassen. Wenn die Kinder Interesse zeigten, könnten Eltern mit ihnen gemeinsam die Bedienung erkunden. Dem Nachwuchs einfach das Tablet in die Hand zu drücken, damit Ruhe herrsche, sei hingegen nicht förderlich. Der Pädagoge hält es auch für eine schlechte Idee, dem Nachwuchs ein Online-Video anzumachen und wegzugehen. „Kinder haben bei Youtube alleine nichts zu suchen“, betonte er. Das Risiko, dass die Plattform nicht kindgerechte Inhalte abspiele, sei zu hoch. Auch bei Kinder-Apps gelte: Eltern sollten das Angebot vorab prüfen.

Durch die gemeinsame Mediennutzung entsteht im Idealfall ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern, erläuterte Timm. Das Ziel: Der Nachwuchs wendet sich bei Medienproblemen – verstörende Bilder, Überforderung oder auch Cybermobbing – an Mutter oder Vater. „Wir können fördern, dass sie darüber sprechen“, betonte der 57-Jährige.

Geräte richtig einrichten

„Es gibt massenhaft Angebote, die Kinder problemlos nutzen können“, sagte Timm. Eltern könnten mit den richtigen Geräteeinstellungen verhindern, dass Seiten wie Google oder Youtube angewählt werden könnten. So könnten sie dafür sorgen, dass Kinder das Internet als Wissensquelle und das Tablet als sinnvolles Unterhaltungsgerät kennenlernen. Außerdem sollten Kinder keine Zahlungen tätigen können oder Zugriff auf die Geräte Erwachsener haben. Auch ein eigenes PC-Profil für jedes Familienmitglied sei empfehlenswert. kab

Tipps im Internet

Apps für Kinder: www.dji.de

Tipps zur Medienerziehung: www.schau-hin.info

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