Werkstatt zieht innerhalb Groß Ippeners um / Frank Robert Czieslik plant Abschiedsfeier im Dezember

Skulpturenpark: Eine Ära geht zu Ende

Der Unterstand schränkt Frank Robert Czieslik in seiner Arbeit enorm ein. „Ich bin total wetterabhängig“, sagt er. Das wird sich jedoch bald ändern. Der Bildhauer zieht mit seinem Werkzeug wohl im November in eine größere und ausgebaute Werkstatt.

Groß Ippener - Von Lea Oetjen. Die Blätter ändern langsam aber sicher ihre Farbe. Reife Kastanien hängen an den Bäumen. Und Laub sammelt sich auf den Wegen. Die Zeichen stehen auf Herbst – und auf Saisonende im Skulpturenpark in Groß Ippener. Inhaber Frank Robert Czieslik blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Er spricht ganz offen darüber, dass ihm die Hitze in diesem Sommer einen Strich durch die Rechnung gezogen hat – bezogen auf Besucherzahlen und seine Arbeit.

Der Sommer sei für ihn schwierig gewesen. Wegen des hohen Waldbrandrisikos habe er sehr vorsichtig sein müssen. „Ich habe ganz konsequent darauf geachtet, wo meine Besucher parken und wie sie sich im Skulpturenpark verhalten. Die Gefahr, dass durch eine Unachtsamkeit etwas passiert, war einfach zu groß.“ Viele Gäste haben auch vorzeitig wieder abgesagt. „Laufkundschaft gab es gar nicht. Bei diesen Temperaturen waren ja auch kaum Leute mit dem Fahrrad oder so unterwegs“, weiß der 52-Jährige. 

Frank Robert Czieslik arbeitet nun schon seit etwa fünf Jahren in seiner eigentlichen Übergangswerkstatt. Fotos: Oetjen

Die Feuchtwiese, auf der viele seiner Skulpturen ausgestellt sind, habe einem Stoppelacker geähnelt. Außerdem habe er nur in den Morgenstunden unbeschwert und konzentriert arbeiten können. „Bevor ich die Farbe aufs Holz auftragen konnte, war sie schon am Pinsel festgetrocknet“, erinnert er sich. Seine Kunst sei von der Hitze allerdings nicht betroffen gewesen. „Die Skulpturen sind unempfindlich. Schlimmer ist Nässe, da so zum Beispiel Pilze entstehen können“, erklärt er.

„Es gab für mich keine Alternative“

Um in Zukunft nicht mehr so abhängig vom Wetter zu sein, hat sich der 52-Jährige eine neue Werkstatt gesucht, die ungefähr dreimal so groß ist – in den Räumen der ehemaligen Rehling-Tischlerei an der Straße „Am Bahnhof“ in Ippener. Der Umzug ist für November geplant. „Mich dort einzurichten, wird dann meine Aufgabe für den Winter sein“, ist sich Czieslik sicher. Er will auch weiterhin Kurse für Interessierte geben – nach vorheriger Absprache. „Ich bin in den neuen Räumen natürlich viel freier und muss morgens nicht erst auf den Wetterbericht gucken.“

Aktuell werkelt er in einem Unterstand, den er vor etwa fünf Jahren selbst gebaut hat. „Es sollte damals eigentlich nur eine Übergangslösung sein. Allerdings gab es für mich über die Jahre keine Alternative.“ Inzwischen fühle es sich für den gebürtigen Leipziger an, als würde eine Ära zu Ende gehen. Um seinen Unterstand gebührend zu verabschieden, will der 52-Jährige im Dezember eine kleine Feier auf seinem Grundstück veranstalten – mit einer eigenen Lichtinstallation. „Das Motto lautet ,Am Ende Licht 3‘. Ich werde verschiedene Leuchtpigmente und Schwarzlicht einsetzen. Ich find es total toll, experimentieren zu können“, erklärt er. Ein genauer Termin stehe allerdings noch nicht fest. „Den verrate ich aber selbstverständlich noch“, verspricht der 52-Jährige, sichtlich erfreut darüber, dass er endlich eine neue Werkstatt gefunden hat.

Seit 39 Jahren auf dem Holzweg

Czieslik ist seit 39 Jahren Bildhauer. „Ich habe mich also vor fast 40 Jahren für den Holzweg entschieden“, sagt er lachend. Bereut habe er es bis heute nicht – ebenso wenig wie seine Selbstständigkeit. „Es ist natürlich eine echte Gratwanderung. Auch durch die neue Werkstatt kommen Mehrkosten auf mich zu. Aber dafür habe ich mein Hobby zum Beruf machen können“, freut er sich.

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