Laura-Sophie Wachtel erringt Landessieg im Plakatwettbewerb „bunt statt blau“

Sich ins Koma zu saufen, ist kein Spaß

Landessiegerin Laura-Sophie Wachtel (18).
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Landessiegerin Laura-Sophie Wachtel (18).

Dünsen – Das niedersachsenweit beste Plakat mit klarer Botschaft zum Komasaufen hat eine 18-Jährige aus Dünsen kreiert: Laura-Sophie Wachtel setzte sich mit ihrem Entwurf durch – unter mehr als 600 Wettbewerbern, die sich dem Thema künstlerisch näherten. Die Schülerin, die in Jahrgangsstufe 13 das Gymnasium Wildeshausen besucht, errang im Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ der Krankenkasse DAK-Gesundheit unter der Schirmherrschaft von Sozialministerin Carola Reimann den Landessieg – und 300 Euro Preisgeld.

Dieser Erfolg macht die junge Frau, die in ihrer Freizeit gern malt, stolz. Sie weiß, dass Jugendliche oft Alkohol trinken, um „cool“ zu sein – häufig mit verheerenden Folgen. Sie selbst vertritt die Auffassung, dass es keiner Promille bedarf, um Spaß zu haben. Genau das bringt ihr Siegerplakat zum Ausdruck. Die linke Hälfte zeigt eine Frau, die Konfetti in den Händen hält. Sie verkörpert die Botschaft, dass jeder das eigene Leben ganz ohne „Alk“ freudvoll gestalten kann. Rechts auf dem Plakat stützt jemand in gekrümmter Haltung den eigenen Brummschädel; die rechte Hand hält eine Wodkaflasche. Diese Person ist, wie die Farbgebung unterstreicht, komplett „blau“. „Sie hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen, eine triste, düstere Welt – scheinbar ohne Ausweg. Erscheint der Alkohol zunächst als Mittel, um glücklich zu sein und Spaß zu haben, wird hier deutlich, dass er auch den Abgrund bedeuten kann“, erklärt Laura-Sophie Wachtel ihr eigenes Bild.

Die Werke aller Landessieger 2020 werden demnächst in einer Ausstellung durch Deutschland touren. Laura- Sophie Wachtel hat sogar noch die Chance, auf Bundesebene zu punkten. Die offizielle Bekanntgabe der Bundessieger geht in wenigen Tagen coronabedingt ausschließlich online über die Bühne. Deutschlandweit hatten sogar mehr als 6100 Schülerinnen und Schüler Entwürfe eingereicht.

Den Plakatwettbewerb „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ gibt es schon seit 2010. Die Bundesregierung stuft ihn als beispielhafte Präventionskampagne ein. Insgesamt haben bislang rund 110 000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Die gestalteten Plakate verstärken unter Jugendlichen die Wahrnehmung, dass Alkohol schädlich ist, und haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle – eher an Erwachsene gerichtete – Warnhinweise. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel nach einer Online-Studie mit 1 273 Teilnehmern.

„Erfreulicherweise haben wir auch in diesem Jahr eine hohe Teilnehmerzahl in Niedersachsen bei ‚bunt statt blau‘. Es ist gut, wenn wichtige Gesundheitsthemen wie die Alkoholprävention in den Schulalltag einfließen“, urteilt Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung Niedersachsen. Trotz der vielen Einschränkungen durch die Coronapandemie sei die Kampagne wieder ein großer Erfolg. „Im Kampf gegen das Komasaufen sind Jugendliche ganz wichtige Botschafter. Wenn sie selbst auf die Risiken des Rauschtrinkens hinweisen und Auswege aufzeigen, dann ist dies eine wirkungsvolle Prävention.“

Dass an Vorbeugung weiterhin kein Weg vorbei führt, belegen die Zahlen: In Niedersachsen wurden 2018 gemäß einer kürzlich veröffentlichen Statistik 1 067 Jungen und 850 Mädchen im Alter von zehn bis unter 20 Jahren nach Alkoholmissbrauch in einer Klinik behandelt. Die Zahl der männlichen Betroffenen sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent; dagegen gab es bei den klinisch behandelten Mädchen einen Anstieg um 2,9 Prozent.

„Der Trend ist insgesamt positiv, die Zunahme der weiblichen Betroffenen allerdings besorgniserregend“, resümiert Vennekold. „Wir müssen weiterhin die Präventionsarbeit stärken.“ Die Kampagne „bunt statt blau“ werde daher fortgesetzt.  boh

Die Botschaft ist klar: Das Siegerbild stellt der Lebensfreude ohne Promille die verheerenden gesundheitlichen Folgen des Komasaufens gegenüber. Plakat: Wachtel

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