KuK wählt weniger moderne Inszenierung / Viele Karten schon verkauft / „Hooters“-Konzert hätte sich nicht gerechnet

Shakespeare? Ja, aber nicht in einem Schlachthof

Harpstedt – Ein bezauberndes Liebes-Versteckspiel, eine komisch-tiefgründige Suche nach der Liebe und sich selbst – darauf dürfen sich Kulturfreunde freuen, die sich am Sonnabend, 29. August, 20 Uhr, die Komödie „Wie es euch gefällt“ aus der Feder von William Shakespeare in Harpstedt unter freiem Himmel anschauen. Das rückwärtige „U“ des Amtshofes, Burginsel genannt, avanciert dann einmal mehr zur Schauspielbühne.

2016 bescherte die Bremer Shakespeare Company den Besuchern dort ganz im Sinne des damals auf etwa 100 Quadratmetern gespielten Stücks einen „Sommernachtstraum“. Nach einem Konzert-Event mit großartig gecoverten Songs von Paul McCartney und den Beatles zwei Jahre später widmet sich der Kunst- und Kulturverein (KuK) nun wieder dem wohl größten Dichter aller Zeiten: „Wie es euch gefällt“ soll ein würdiger Nachfolger der „Ein Sommernachtstraum“-Aufführung werden. Wahlweise hätte der zweite KuK-Vorsitzende Udo Rösner auch „Romeo und Julia“ buchen können. Er war durchaus nicht abgeneigt, der 2016 dargebotenen Komödie nun mal eine Tragödie folgen zu lassen. Die Shakespeare Company hätte aber nur mit einer sehr modernen „Romeo und Julia“-Fassung aufwarten können. „Szenen hätten dann in einem Schlachthof oder in einer ähnlichen Umgebung gespielt. Jedenfalls an einem Schauplatz in der Gegenwart“, so Rösner. Er lehnte dankend ab. „Das wäre für das Harpstedter Publikum wohl eher nicht das Richtige“, dachte er sich. Und zu der geradezu romantischen Burginselkulisse hätte ein modernes Bühnenbild nicht wirklich gut gepasst. Schöne Kostüme, ein eher zeitgenössisches Stück, nah am Original – das schwebte Rösner und dem Kunst- und Kulturverein vor. Diesen Anspruch erfüllt die „Wie es euch gefällt“-Inszenierung einfach deutlich besser.

Der Vorverkauf sei sehr gut angelaufen, sagt Rösner. Er kann Theaterfreunden, die sich das Freiluftspektakel der Shakespeare Company in Harpstedt anschauen wollen, nur raten, nicht mehr allzu lange mit dem Ticketkauf zu warten. Besonders „Der kleine Weinladen“ habe schon sehr viele Karten seines Kontingents verkauft. Noch aber seien Tickets für 24 Euro das Stück an allen drei Vorverkaufsstellen zu bekommen, also auch bei der Harpstedter Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und bei „bökers am Markt“ in Wildeshausen. LzO-Kunden bekommen einen Preisnachlass. Als zusätzlicher Hauptsponsor neben der Landessparkasse sitzt die Avacon im redensartlichen Boot.

Rösner hatte anfangs in Erwägung gezogen, dem „ReCartney“-Event ein weiteres Konzert folgen zu lassen. Ganz kurzzeitig spukte ihm sogar, übrigens angeregt durch unsere Zeitung, die Option im Kopf herum, die „Hooters“ (bekannt durch Hits wie „Johnny B“ und „500 Miles“) nach Harpstedt zu holen. Bei einem Vorfühlen in Richtung Höhe der Gage kam aber sofort die Ernüchterung: Der Preis wäre im Verhältnis zu den erwartbar überschaubaren Einnahmen wegen der eben doch recht begrenzten Platzzahl auf der Burginsel entschieden zu hoch gewesen.

Am Ende ist es also wieder ein Schauspiel geworden, aber beileibe keine Notlösung: Der KuK erwartet vielmehr einen großartigen Open-Air-Theatergenuss. Man darf gespannt sein.  boh

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