Berufungsverhandlung in Oldenburg: 15-Jähriger sagt ohne Öffentlichkeit aus

Sexuelle Nötigung: Harpstedter erneut vor Gericht

Urteil vor dem Landgericht: Der Harpstedter muss lange Zeit hinter Gitter. 
Symbolfoto: dpa
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Urteil vor dem Landgericht: Der Harpstedter muss lange Zeit hinter Gitter. Symbolfoto: dpa

Oldenburg/Harpstedt – Wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen muss sich seit Montag ein 49 Jahre alter Mann aus der Samtgemeinde Harpstedt in einer Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dort will der Angeklagte ein Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen aus dem Juni ungeschehen machen, das ihn zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt hatte (wir berichteten).

Laut Anklage soll der Mann am 29. August 2019 einen 15-jährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Dieser hatte sich auf eine Ebay-Kleinanzeige für einen Aushilfsjob gemeldet. Doch schon am ersten Tag soll es zu den sexuellen Übergriffen gekommen sein – zunächst während einer Autofahrt und dann bei dem Angeklagten zuhause. Der 15-Jährige hatte sich vergeblich zur Wehr gesetzt.

Direkt nach der Tat hatte sich der Jugendliche unter Tränen seiner Mutter gegenüber offenbart. Sie hatte die Polizei alarmiert.

Angeklagter schweigt

Im Verfahren schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. Dafür redete sein Anwalt umso mehr. Er ließ kein gutes Haar an dem 15-Jährigen. Schließlich stünde in dem Verfahren Aussage gegen Aussage, forderte der Verteidiger die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens über den Jungen.

Das rief den Staatsanwalt auf den Plan. Von wegen Aussage gegen Aussage – bei dem 15-Jährigen seien im Intimbereich DNA-Spuren von dem Angeklagten gefunden worden, wies er auf objektive Beweismittel hin. Doch der Verteidiger ließ nicht locker. Der 15-Jährige habe Cannabis genommen und die Vorwürfe seien ihm von Opferverbänden eingeredet worden, behauptete er.

Junge hat Angst

Das wies die Anwältin des Jugendlichen zurück. Ihr Mandant habe erst nach der Tat Cannabis konsumiert, um das Schreckliche zu verdrängen. Zu Opferverbänden habe der Jugendliche erst später Kontakt gehabt.

Der Junge hat Angst vor dem Angeklagten. Weil der 49-Jährige schweigt, musste er im ersten Verfahren vor dem Amtsgericht in Wildeshausen als Zeuge gehört werden. Das war ihm schon äußerst schwergefallen. Am Montag ging das nicht mehr, weil der Junge schon bei der Ladung zur Gerichtsverhandlung zusammengebrochen war. So wurde für die Zeit der Vernehmung nicht nur die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen, sondern auch der Angeklagte. Der Prozess wird fortgesetzt.   wz/dr

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