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Seniorenzentrum Harpstedt: Fachkraftquote nur schwer zu erreichen

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Von: Jürgen Bohlken

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Mit teils neuem Leitungspersonal sprachen Thore Güldner (links) und Hermann Bokelmann (rechts) während ihres Besuches im DRK-Seniorenzentrum Harpstedt. Die Einrichtungsleitung obliegt nun Romina Kahler (2.v.r.) und die Pflegedienstleitung schon seit mehreren Jahren Stefan Klattenhoff (Mitte). Die im Seniorenzentrum angesiedelte DRK-Gemeindeschwesternstation leitet jetzt Maike Rieks (2.v.l.).
Mit teils neuem Leitungspersonal sprachen Thore Güldner (links) und Hermann Bokelmann (rechts) während ihres Besuches im DRK-Seniorenzentrum Harpstedt. Die Einrichtungsleitung obliegt nun Romina Kahler (2.v.r.) und die Pflegedienstleitung schon seit mehreren Jahren Stefan Klattenhoff (Mitte). Die im Seniorenzentrum angesiedelte DRK-Gemeindeschwesternstation leitet jetzt Maike Rieks (2.v.l.). © -

Harpstedt – Am Internationalen Tag der Pflege, 12. Mai, mit den SPD-Senioren im Landkreis Seniorenheime besuchen und den Pflegekräften Dank und Wertschätzung für ihre aufopferungsvolle Arbeit aussprechen – das kennt Hermann Bokelmann aus eigener Erfahrung in vergangenen Jahrzehnten. Der diesjährige 12. Mai bot sich dem Altlandrat aus einem weiteren Grund für einen Besuch des DRK-Seniorenzentrums Harpstedt an. Er wollte die Gelegenheit nutzen, mit der neuen Einrichtungsleiterin Romina Kahler, Pflegedienstleiter (PDL) Stefan Klattenhoff und der neuen Leiterin der DRK-Gemeindeschwesternstation, Maike Rieks, zu sprechen. An seiner Seite: Thore Güldner, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion – und höchst interessiert daran, sich Probleme in der Altenpflege mal aus erster Hand schildern zu lassen.

Mit dem DRK-Seniorenzentrum Harpstedt verbindet Hermann Bokelmann viel. An der Entstehung des am 1. April 1996 eröffneten Heims hat er als damaliger Fleckenbürgermeister einen erheblichen Anteil gehabt. Viele Jahre fungierte er obendrein als amtlicher Heimfürsprecher.

Die erste Hürde mussten die beiden Besucher gleich am Eingang überwinden. Trotz aller Corona-Lockerungen kamen sie natürlich nicht ins Haus, ohne vorher an Ort und Stelle negativ auf Corona getestet worden zu sein. Sodann schilderten Kahler, Klattenhoff und Rieks ihre Erfahrungen mit den zu beachtenden Vorschriften und Verordnungen. „Wegen des Mangels an Pflegekräften lässt sich die vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent nur schwer erreichen. Dabei steigt der Bedarf an Pflegeplätzen. Die Wünsche der Warteliste können nur schwer erfüllt werden. Die Pandemie bedeutet für die schon immer schwere Pflege eine hohe zusätzliche Belastung für alle im Haus. Testungen, Impfungen, Kontrollen und das Umsetzen von Vorgaben der Politik erfordern Zeit. Vereinfachte Formulare würden eine Arbeitsentlastung bewirken. In der Belegschaft gibt es eine hohe Impfquote. Wegen der berufsbezogenen Impfpflicht hat kein Mitarbeitender gekündigt“, notierte sich Bokelmann einige Ergebnisse des Gedankenaustauschs.

„Spitze“ in Richtung Querdenker

Auch jetzt noch trügen alle Beschäftigten bei der Pflege die belastende FFP2-Maske; für den Sommer wünschten sie sich endlich die leichtere OP-Maske. „Darüber könnten die ,Querdenker’ auch mal nachdenken“, äußerten sich die beiden Gäste.

Allen Pflegekräften Dank und Anerkennung auszusprechen, liege ihm am Herzen, bekräftigte Bokelmann. Er selbst verspüre an drei Tagen in der Woche jeweils vier Stunden lang in der Dialyse in Wildeshausen, wie gut fürsorgliche Betreuung wirke: „Seit fast drei Jahren sehe ich trotz der Pandemie immer freundliche und aufmerksame Pflegerinnen und Pfleger, deren Wochenarbeitszeit nicht immer am Freitagmittag endet, sondern oft den Sonnabend mit einschließt. Auch in der Dialyse tragen alle Beschäftigten während der ganzen Schicht ihre Mund- und Nasenmaske. Und zwar ohne Murren“, sagte Bokelmann.

Hoffen auf politische Weitsicht

Mit Blick auf eine etwaige neue Coronawelle im Herbst und Winter hofft das Seniorenzentrum auf eine rechtzeitige Vorbereitung durch die Politik. Gleiches wünscht sich die häusliche Pflege, denn die Pandemie erschwert auch der Gemeindeschwesternstation gravierend die Arbeit. Trotz aller Belastungen bildet das Seniorenzentrum drei Nachwuchskräfte aus. Die Zusammenarbeit mit der für die Theorie zuständigen Kreisberufsschule sei gut; die Fortbildung von Pflegehelferinnen mit langjähriger Berufserfahrung zu vereinfachen, wäre sinnvoll, nahmen die beiden Besucher aus dem Gespräch mit. Thore Güldner notierte sich die vorgetragenen Anregungen, Kritikpunkte und Wünsche. Er versprach sie in die politische Arbeit in Kreis-, Landes- und Bundespolitik einzubringen.

Elke Lükermann geht in Rente

Die Leitungswechsel in Heim und Sozialstation haben unterschiedliche Gründe: Die bisherige Einrichtungsleiterin Hellen Müller ist im Erziehungsurlaub. Die frühere PDL Uta Reinking verstarb Anfang 2017; mit Stefan Klattenhoff wurde die Stelle schon vor Jahren neu besetzt. Elke Lükermann, Leiterin der Gemeindeschwesternstation „der ersten Stunde“, tritt nach ihrem Resturlaub am 1. Juni offiziell in den Ruhestand ein.

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