Haus California soll Senioren-WG beherbergen

Spatenstiche für eine neue Zukunft

Für dieses Projekt griffen sie gern zu Spaten und Schaufel: Corinna Dullin, Rainer Burlager, Cedric Kriegel, Rita und Geritt Lindemann, Astrid Greve und Anne Wilkens-Lindemann (von links).
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Für dieses Projekt griffen sie gern zu Spaten und Schaufel: Corinna Dullin, Rainer Burlager, Cedric Kriegel, Rita und Geritt Lindemann, Astrid Greve und Anne Wilkens-Lindemann (von links).

Beckstedt – Sieben Leute, sechs Spaten und Schaufeln: Investorin Rita Lindemann machte, unterstützt von ihrem Mann Gerrit, am Donnerstag den ersten symbolischen Spatenstich zum Umbau des historisch wertvollen Hauses California, das bald eine Senioren-Wohngemeinschaft beherbergen soll.

Ihr zur Seite standen die beiden Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens, Rainer Burlager und Cedric Kriegel, sowie die Architektin Astrid Greve und die Inhaberin des Pflegedienstes Curatus, Corinna Dullin.

Wenn Steine erzählen könnten, hätten sie viel über das 138 Jahre alte Gebäude zu berichten. 1883 errichtete Gerhard Heinrich Rövekamp die Gaststätte mitten im Ortskern von Beckstedt. Zuvor hatte Onkel Henri, wie er im Ort genannt wurde, ein Vermögen mit den Glücksrittern des Goldrausches auf dem Neuen Kontinent gemacht. Allerdings nicht als Goldschürfer, sondern mit Dienstleistungen, wie Rita Lindemann betont.

Ich kann mich noch an die bis spät in die Nacht lautstark feiernden Schützen erinnern.“

Rita Lindemann

Zwischenzeitlich waren an der Adresse Im Dorfe 1 die Poststelle, ein Kolonialwarenladen und zuletzt ein Gewerbebetrieb untergebracht. „Bis 1972 hatte die Gaststätte einen der größten Säle in der Region“, betonte der Schwiegersohn der Bauherrin, Mathias Grau. „Heimat- und Schützenverein wurden hier gegründet. Das Schützenfest fand hier statt. Ich kann mich noch an die bis spät in die Nacht lautstark feiernden Schützen erinnern“, ergänzt die Investorin. Nach erheblichen Sturmschäden als Folge des Orkans von 1972 wurde der Saal abgerissen. Nachdem Magdalene und Manfred Rövekamp im Januar 2019 kurz nacheinander starben, übernahm Tochter Rita das Gebäude.

Abriss und Neubau wären womöglich die einfachste Lösung gewesen. Doch das kam für Rita Lindemann nicht in Frage: „Ich habe etwas gesucht, um das Haus zu erhalten.“ Nach und nach wuchs der Gedanke, aus dem Gebäude eine Wohngemeinschaft für Senioren zu machen.

Zwölf Wohneinheiten sollen entstehen

Insgesamt zwölf Wohneinheiten mit je einem 23 Quadratmeter großen Wohn- und Schlafbereich sowie einem eigenen Badbereich sollen entstehen. Acht davon befinden sich nach Fertigstellung im alten Gebäude; vier werden in einem neuen Anbau geschaffen. „Alle Wohnbereiche sind barrierefrei“, unterstrich Architektin Astrid Greve. Die größte Herausforderung bestand nach ihren Angaben darin, ein neues Treppenhaus samt Fahrstuhl einzufügen, ohne den Charakter und Charme des Gebäudes zu zerstören. Im ehemaligen Kuppelsaal des Obergeschosses befinden sich noch Wandmalereien aus der Gründerzeit, die zum Teil auch erhalten werden sollen. Die Bewohner sollen selbstbestimmt leben und ihren Tag frei gestalten. Es werden sowohl Gemeinschaftsbereiche geschaffen als auch großzügige Freianlagen.

Anfragen gibt‘s schon reichlich

Jeder Wohnbereich verfügt über einen eigenen Balkon oder eine Terrasse. Der alte Gastraum bleibt erhalten.

Hinter dem Garten möchte Familie Lindemann auf einem rund zwei Hektar großen Außenbereich für die Senioren hofeigene Tiere halten. Wer pflegebedürftig ist, kann die Dienste des Pflegepartners Curatus in Anspruch nehmen.

Es gibt bereits reichlich Anfragen, so Lindemann. „Häufig entsteht der Bedarf aber auch erst kurzfristig“, verweist Corinna Dullin von Curatus darauf, dass die Chance auch im Herbst noch gegeben ist, eine der begehrten Wohneinheiten zu ergattern. Ende des Jahres sollen die ersten Bewohner einziehen.

„Die Gemeinde Colnrade ist sehr froh über dieses Projekt. Es ist das erste dieser Art in unserer Gemeinde“, freute sich Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann.

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