Fukushima rief Aktivisten auf den Plan

Seit zehn Jahren mahnen sie einmal monatlich in Harpstedt

Die Atomkatastrophe in Fukushima hielt vor zehn Jahren die Welt in Atem. Das Satellitenbild zeigt den japanischen Unglücksmeiler nach einer zweiten Explosion.
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Die Atomkatastrophe in Fukushima hielt vor zehn Jahren die Welt in Atem. Das Satellitenbild zeigt den japanischen Unglücksmeiler nach einer zweiten Explosion.

Harpstedt – Die monatliche Mahnwache von Atomkraftgegnern auf dem Harpstedter Marktplatz ist ein Ergebnis der Katastrophe im japanischen Atommeiler Fukushima gewesen. Weil diese Tragödie mit noch heute nachwirkenden Folgen für Mensch und Umwelt mittlerweile zehn Jahre zurückliegt, tragen ihr die Mahnenden am Sonnabend, 6. März, von 11.30 Uhr bis 12 Uhr Rechnung.

Diesmal steht die „stille Demo“ auf dem Harpstedter Marktplatz im Zeichen von Fukushima. Mitbürgerinnen und Mitbürger sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Die AHA-Regeln werden eingehalten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht. Genügend Abstand stellen auf den Marktplatz aufgezeichnete Stehkreise sicher. Darin darf sich jeweils nur eine Person aufhalten.

Atomkraft ist nicht ihr einziges Thema

Die Mahnenden, die seit April 2011 einmal monatlich in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen, halten an ihren aus der Vergangenheit bekannten Anliegen fest. Sie gedenken auch weiterhin aller Opfer atomarer Verstrahlung. Der Super-Gau in Fukushima vom 11. März 2011 habe gezeigt, „dass es selbst in einem hoch industrialisierten Land wie Japan nicht möglich ist, ein sicheres Atomkraftwerk zu betreiben“. Bei der vor fast genau zehn Jahren durch ein Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami ausgelösten Katastrophe sind mehr als 18 500 Menschen gestorben. „Mehr als 500 000 mussten damals in Notunterkünften untergebracht werden. Rund um Fukushima befindet sich noch heute ein Sperrgebiet in der Größe Münchens, das nicht bewohnbar ist und nur sehr eingeschränkt betreten werden kann“, so die Mahnwachen-Organisatoren aus den Reihen von SPD und Grünen in einer Pressemitteilung. Die Verstrahlung ist aber keineswegs ihr einziges Thema.

Ein wörtlich zu nehmender Brennpunkt seien in der Bundesrepublik Deutschland „die vielen Orte, aus denen die Bewohner wegen Kohleabbaus zwangsumgesiedelt wurden und werden“.

Gegen Kohleverstromung, für Klimaschutz

Der Klimawandel kenne keinen Lockdown; die Veränderung gehe unaufhaltsam weiter: „Unser Klima muss aktiv geschützt werden“, fordern die Mahnenden. Sie solidarisieren sich mit all denen, die ihre Häuser, Gärten, Äcker und ihren Lebensraum durch Kohleabbau verloren haben, und legen den redensartlichen Finger in die Wunde: „Rund um Garzweiler sollen noch immer fünf Dörfer dem Kohleabbau weichen – trotz Kohleausstiegs!“

Vor dem Hintergrund der Coronapandemie rückt für die Mahnenden zusätzlich das Schicksal gestrandeter Geflüchteter, die daran gehindert würden, „ein menschenwürdiges Leben zu führen“, stärker in den Fokus. Zur Zeit seien viele dieser Menschen nicht nur den Sars-CoV-2-Viren, sondern ebenso dem Winter schutzlos ausgeliefert.

„Wir dürfen nicht länger die Augen verschließen“, bekräftigen die Aktivisten – und fügen hinzu: „Setzen wir auch in der Samtgemeinde Harpstedt ein Zeichen der Solidarität!“  boh

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