Seit einem Jahr Samtgemeindebürgermeister: Herwig Wöbse hat seine Kandidatur nach eigenem Bekunden „an keinem Tag bereut“

Thema Flüchtlingsunterbringung hat ihm schon unruhige Nächte bereitet

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Ist froh darüber, dass er sich nicht schon gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit der Flüchtlingsunterbringung beschäftigen musste: Herwig Wöbse.

Harpstedt - Nach seinem ersten Jahr als Samtgemeindebürgermeister sagt Herwig Wöbse, er habe seine Kandidatur für dieses Amt noch „an keinem einzigen Tag bereut“. Die Einarbeitungsphase sei für ihn nicht so schwierig gewesen, zumal der Haushalt bei seinem Amtsantritt schon verabschiedet gewesen sei. Das habe ihm Luft gegeben – und Gelegenheit, die Mitarbeiter der Samtgemeinde näher kennenzulernen. „Die meisten kannte ich auch vorher schon, aber eben nicht aus der Blickrichtung des Samtgemeindebürgermeisters“, so der Stiftenhöfter. Wöbse ist nach eigenem Bekunden heilfroh darüber, dass er sich mit der Flüchtlingsproblematik nicht gleich vom ersten Tag an beschäftigen musste, sondern ihm eine gewisse Schon- und Eingewöhnungszeit vergönnt war, bevor dieses Thema auch die Samtgemeinde Harpstedt einholte. „Das Schlimme“ daran sei die Unsicherheit – einfach nicht zu wissen, wie viele Flüchtlinge in welchem Zeitraum unterzubringen seien. Das mache die Vorbereitung und das Planen unglaublich schwierig. Selbst auf ein Hochwasser könne sich ein Gemeinwesen besser einstellen. Da gebe es zumindest im Vorfeld Warnungen, aus denen sich das, was kommt, in etwa herauslesen lasse.

Der Flüchtlingszustrom war für Wöbse, wie er offen gesteht, völliges Neuland. Wenn es ein Thema gegeben habe, das er nach Dienstschluss zuweilen mit nach Hause genommen und das ihm mitunter trotz eines an sich guten Schlafes sogar unruhige Nächte bereitet habe, dann dieses. Von daher sei es sehr hilfreich, Mitarbeiter in der Verwaltung an seiner Seite zu haben, die schon in den 1990er-Jahren in größerem Maße Migranten hätten unterbringen müssen. „Wichtig ist es, eine Situation wirklich anzunehmen. Dann findet man auch einen Umgang damit“, weiß Wöbse.

Im ersten Jahr als Samtgemeindebürgermeister habe er gelegentlich Kritik erfahren, verschweigt er nicht. Die Bestätigung habe aber, so sein Eindruck, eindeutig überwogen. Wenn Kritik „fachlich und sachlich fundiert“ vorgetragen werde, wenn sie „konstruktiv“ sei, „kann ich gut damit umgehen“, so Wöbse. Mit Polemik tut er sich schwerer. „Aber so empfindlich reagiere ich darauf auch nicht“, so der Stiftenhöfter.

Die Frage nach der voraussichtlich größten Herausforderung im kommenden – zweiten – Amtsjahr zu beantworten, fällt dem Samtgemeindebürgermeister leicht: „Das wird weiterhin die Flüchtlingsproblematik bleiben. Da müssen wir uns auf einen ,Marathon‘ einstellen.“

Zur aktuellen Frage, wo und in welcher Form neue Krippenplätze geschaffen werden sollen, rechnet Wöbse hingegen zeitnah mit einer politischen Entscheidung.

boh

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