Weit mehr als nur „Lückenbüßer“

Karl („der Große“) Neukauf: In seinem Papperlapapp steckt Poesie

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Tiefe Stimme, tiefer Sinn, lakonischer Humor: Karl Neukauf aus Berlin. 

Harpstedt - Lakonischer Humor, tiefe Stimme, Texte, die bei aller Poesie gern mal ins Groteske abgleiten, Chansonnier, Komponist, Tastenvirtuose, Multiinstrumentalist – das alles verkörpert der gebürtig aus Kassel stammende Wahl-Berliner Karl Neukauf. Im „Liberty’s“ in Harpstedt begrüßen ihn die Fans längst mit Handschlag, wenn er dort solo, als Teil von „Polydeluxe“ oder – wie vor Jahren bei seinem Harpstedt-Debüt – an der Seite von Hans Rohe konzertiert. So wohl auch am 8. November, 20 Uhr, wieder: Ausnahmsweise läuft dann die „Kultur am Donnerstag“ an einem Dienstag. Moritz Rüdig von den „ARTgenossen“ hatte kurzfristig Ersatz organisieren müssen, weil der eigentlich vorgesehene „November-Act“ einer versehentlichen Doppelbuchung zum Opfer gefallen war.

Mit Karl Neukauf kommt nun ein Künstler, der sich beileibe nicht auf die Rolle des „Lückenbüßers“ reduzieren lassen muss und mit seinem dritten Album „Papperlapapp“ in der öffentlichen Wahrnehmung gleich ein paar Sprossen der Karriereleiter erklommen hat. Der 2015 erschienene Tonträger fand mehr Beachtung als der drei Jahre ältere Vorgänger „Blaue Erbsen“ oder das Debüt aus 2010; die Scheibe heimste sogar eine Nominierung für den begehrten Preis der deutschen Schallplattenkritik ein.

Radiostationen würdigen zunehmend die Qualitäten des vielseitigen Chansonniers, der sich jedem Versuch, ihn in eine Schublade zu stecken, konsequent entzieht. Drei Singles aus „Papperlapapp“, „Paternoster“, „Deine Welt durch meine Augen“ sowie „Einzig & Allein“, laufen in Rotation in deutschen und auch belgischen Rundfunkprogrammen. Kritiker bescheinigen Neukauf, ein glänzender Beobachter zu sein und diese Gabe in grandiose Alltagsgeschichten umzusetzen. Er gilt als versierter Musikkenner und Komponist, hat auch Songs für die Schauspielerinnen Saskia Inken Rutner und Judith Hoersch oder die Indieband „Acht Straßen“ geschrieben. Ebenso arbeitete und komponierte der Allrounder als Theater- und Bühnenmusiker für das Burgtheater Dessau und die Bad Hersfelder Festspiele. Als Begleitmusiker unterstützte er auf Piano, Flügel oder elektrischer Gitarre Größen wie Sebastian Madsen, Lana del Ray oder Al Bano und Romina Power.

Seine fruchtbare Zusammenarbeit mit einem Berliner Liedermacher-Kollegen fand unter den Feuilletonisten der Hauptstadtpresse ein zum Teil geradezu überschwängliches Echo: „Nie war Danny Dziuk besser als mit Karl dem Großen an seiner Seite“, schrieb die Berliner Zeitung im November 2014. 

eb/boh

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