Hillbilly im „Liberty’s“: Todd Day Wait gastiert abermals in Harpstedt

Seine Musik wirkt wie ein trotziger Anachronismus

Am 7. April im „Liberty’s“: Todd Day Wait. - Foto: Veranstalter

HARPSTEDT   - Stetson, Oberlippenbart – der Mann sieht zwar nicht aus, als käme er soeben aus dem Schweinestall, wie er in dem Namen seiner Bluegrass-Combo „Todd Day Wait’s Pigpen“ glauben machen könnte. In einem Saloon aber würde er gewiss nicht unangenehm auffallen. Musikalisch vereint Todd Day Wait einen Hauch des „Wilden Westens“ mit der urwüchsigen Kraft des Blues. Zu eigenen Gitarrenklängen gesellt sich eine unverwechselbare Hillbilly-Stimme. Im September 2015 erlebte Harpstedt den sympathischen Music Man erstmals live im „Liberty’s“. Nun kommt er wieder, um an selber Stelle die Reihe „Kultur am Donnerstag“ zu bereichern.

Sein Konzert beginnt am 7. April um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Todd Day Wait drückt Bluegrass- und Hillbilly-verwandten Songs aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit augenzwinkerndem Humor und feinsinnigem Witz einen individuellen Stempel auf, ohne ihnen ihren urwüchsigen Charme zu nehmen. Er schreibt zudem selbst Songs im Stile des Materials von einst einflussreichen, aber in Vergessenheit geratenen Pionieren amerikanischer Musikgeschichte wie Wynn Stewart, Lefty Fritzell oder Roger Miller. Seine Kunst wirkt in Zeiten, da DJs die Musikszene in vieler Herren Länder beherrschen, fast schon wie ein trotziger Anachronismus. 2009 hatte Wait den Entschluss gefasst, sein Haus in Columbia zu verlassen, um mit einem mit Pflanzenöl betriebenen Flughafen-Shuttlebus die Welt zu erobern. Er musizierte sich kreuz und quer durch die USA und traf Musiker, die sein Schaffen beeinflussten und veränderten. Er avancierte persönlich „zum angstlosen Stilbrecher“, der Blues, Folk, Country, frühen Rhythm and Blues sowie Soul mühelos miteinander verbinde, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzertveranstalters. Von Columbia führte ihn sein Weg nach Kalifornien und bis nach New Orleans, wo er seit 2012 lebt. Dort, wo die Wiege des Jazz stand, können ihn seine Fans immer mal wieder im französischen Quartier hören.

2015 unternahm Todd Day Wait seine erste Europatour. Im Hörwerk-Studio in Bookholzberg spielte er eine Solo-CD ein. Kostproben daraus wird er seinen Fans im „Liberty’s“ sicher nicht vorenthalten. Sechs Tracks, allesamt aus „travelin’ blues“, hat der Künstler als Hörproben auf seine Website gestellt.

http://tdwpigpen.com

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