Verband den Rücken gekehrt

Schützenverein versichert sich in Eigenregie

Der Geehrte Jörg Wolters, der neue Pressewart Erik Lindemann, der Geehrte Gerrit Lindemann, der Vorsitzende Johann Wilken Lehnhof, der neue „König der Könige“, Holger Höfemann, und der bisherige Pressewart Matthias Grau (von links). - Foto: Beumelburg

Colnrade/Beckstedt - Von Jörg Beumelburg. Seit dem 1. Januar gehört der Schützenverein Beckstedt nicht mehr dem Nordwestdeutschen Schützenbund (NWDSB) an. Ein zu hoher Beitrag, der in keinem Verhältnis zum Nutzen stand, ist letztlich ausschlaggebend für den schon 2016 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gefassten Austrittsbeschluss gewesen.

„In früheren Zeiten, etwa in den 1970er Jahren, war es sicherlich erforderlich, im Schützenbund zu sein“, sagte der Vorsitzende Johann Wilken Lehnhof am Sonnabend während der ordentlichen Jahreshauptversammlung im Colnrader Dorfgemeinschaftshaus. „Schon aus versicherungstechnischen Gründen“, fügte er hinzu. Letztere Frage hat der Verein nun mit dem Abschluss einer Versicherung in Eigenregie gelöst – zu günstigen Konditionen.

Aufgrund des zuletzt geringen Zulaufs werde die viele Jahre lang vom Schützenverein Beckstedt organisierte Karnevalsfeier in Colnrade gänzlich gestrichen, teilte der Vorsitzende mit. Stattdessen soll es andere Veranstaltungen geben. „Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen, dass uns der Nachwuchs besonders am Herzen liegt. Doch wenn etwas nicht mehr so zeitgemäß ist, müssen wir uns eben vom Alten auch mal trennen und Veranstaltungen organisieren, die sich gezielt an den Nachwuchs richten“, so Lehnhof.

Bereits in jüngerer Vergangenheit gab es Veränderungen. Die betrafen auch das Schützenfest; das nächste steht am ersten Mai-Wochenende auf dem Programm. Der Vorsitzende erhofft sich, dass es zur Bereicherung des Dorflebens beitragen möge. Das sei ein Anliegen gewesen, als er das Führungsamt im Verein übernommen habe.

Seit 50 Jahren im Verein 

Nachfolger des bisherigen Pressewarts Matthias Grau, der aus persönlichen Gründen aus diesem Amt schied, ist der 20-jährige Erik Lindemann, dem eine Beförderung zum Leutnant zuteil wurde. Im Zuge der Wahlen erfuhr Ralf Lindemann Bestätigung als Rechnungsführer. Die Mitgliederzahl des Schützenvereins betrug nach acht Neuzugängen 239. Auch Ehrungen treuer Mitglieder standen – teils in Abwesenheit – auf dem Programm: Seit 50 Jahren gehört Heinrich Grunau dem Verein an. Seit 40 Jahren halten Gerrit Lindemann und Heinrich Schwarze zur Stange. Hartmut Kuhlmann und Jörg Wolters sind jeweils 25 Jahre aktiv dabei. Eine Medaille für den besten Schützen bekam Manfred Gräbner verliehen. Er war mit 433 Ringen auch Vereinsmeister der Senioren geworden. Bei den Herren ging der Titel an Johann Wilken Lehnhof (402 Ringe); auf die nachfolgenden Plätze kamen Thomas Gerlach (386) und Aldrik Bethke (385). Bei den Damen kam Andrea Verstappen mit 270 Ringen zu Vereinsmeisterwürden. Rang zwei belegte Isabel Lindemann (260). Zum neuen „König der Könige“ proklamiert wurde Holger Höfemann.

Der Vorsitzende kündigte an, in diesem Jahr werde der Verein einer Auflage des Landkreises Oldenburg nachkommen und den geforderten Fluchtweg im Schießstand installieren. Die Investitionssumme bezifferte er auf etwa 1 500 Euro.

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