68-jährig gestorben

Schock für Harpstedt: Uwe Cordes ist tot

Uwe Cordes Harpstedt
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Am Freitag verstorben: Uwe Cordes - hier auf einem Foto aus dem Jahr 2016 kurz vor der Gründung des Geschichtsvereins.

Harpstedt – Die Nachricht kam wie ein Schock über Harpstedt: Uwe Cordes, der allererste hauptamtliche, „eingleisige“, direkt von den Bürgern 1998 gewählte und 2006 wiedergewählte Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt, ist am Freitag um 22.10 Uhr 68-jährig nach schwerer Krankheit auf der Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg verstorben. Nur rund fünf Jahre Ruhestand waren ihm vergönnt gewesen.

Der gebürtige Verdener, der in Rethem/Aller aufwuchs und 1977 nach Harpstedt kam, engagierte sich gegen Tieffluglärm und später in der IG Moor gegen die drohende Deponie Wunderburg-Ost. 1998 lieferte er sich als Vize-Amtshofchef, gepuscht von der SPD, einen erbitterten Wahlkampf mit Samtgemeindedirektor Dieter Claußen – und obsiegte mit 46 Stimmen Vorsprung an seinem 46. Geburtstag in der Samtgemeindebürgermeisterwahl. 

2006 kandidierte er abermals. Die SPD schickte Dankwart Brinksmeier ins Rennen, der in der DDR der letzten – einzig demokratischen Volkskammer – angehört hatte. Die CDU brachte die Colnrader Bürgermeisterin Hiltraud Lindemann ins Spiel. Die Entscheidung fiel in einer Stichwahl mit Lindemann: Cordes gewann. 

Cordes trotzte gelassen jedem Sturm

Als 2008 die Grundschule Dünsen geschlossen werden sollte, musste sich er sich vor aufgebrachten Eltern dafür rechtfertigen, was die Politik in nichtöffentlicher Sitzung „ausgeheckt“ hatte. Die Aufgabe des Schulstandortes wurde damals noch abgewendet. 

Als Hauptverwaltungsbeamter hatte es Cordes oft schwer. Gelassen trotzte er jedem Sturm. Beharrlich trieb er über Jahre die millionenschwere Sanierung des Rosenfreibades voran, das ihm immer besonders am Herzen lag. Mit einer leichtsinnigen Alkoholfahrt machte sich Cordes 2011 selbst angreifbar, aber auch diese Krise überstand er. 

Lesen Sie auch: Herwig Wöbse zum Tod seines Amtsvorgängers

Nachdem er sich vormals im Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) engagiert hatte, arbeitete er als Ruheständler in den Vorständen von Geschichtsverein (Vorsitzender), HTB (Geschäftsführer) und Schulförderverein (2. Vorsitzender) mit. Überall dort hinterlässt sein Tod eine Lücke. So auch in Flecken- und Samtgemeinderat, wo Cordes bis zu seinem Tod der Grünen-Fraktion angehörte. Denn als Pensionär hatte es ihn, den Verwaltungsmann, der lange auch nebenamtlicher Gemeindedirektor des Fleckens Harpstedt war, zurück in die Kommunalpolitik gezogen.

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