Zum Krönungsplatz offener Pavillon soll die Lücke schließen, die der Abriss der früheren Disco „Zum Sonnenstein“ hinterlässt

Schlicht gehalten, aber gleichwohl markant

Klaus-Dieter Westphal (l.) und Hermann Dunkler-Gronwald mit dem Pavillon-Modell (unten links). Die Draufsicht (kleines Bild) erinnert optisch an sieben von zwölf Stücken einer Torte. - Fotos: boh

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Optisch mutet der Pavillon wie ein in etwa mittig durchtrenntes Zirkuszelt an. Und das Dach, von oben betrachtet, erinnert in seiner Formgebung an sieben von zwölf Stücken einer Torte. Die Fördergemeinschaft Koems und Architekt Hermann Dunkler-Gronwald ließen gestern die redensartliche Katze aus dem Sack und stellten Pressevertretern anhand eines Vorentwurfs und eines Modells jenes Gebäude vor, das die nach dem Abriss der ehemaligen Disco „Zum Sonnenstein“ verbleibende Lücke schließen wird.

Der Baukörper soll nicht nur, aber auch den Sicht- und Lärmschutz zur Wohnbebauung an Steinbeeke und Leuchtenburger Weg sowie zum Koems-Gelände in Harpstedt hin sicherstellen. Diesen Zweck hätte ebenso ein schlichter aufgeschütteter und bepflanzter Wall erfüllt. „Damit hätten wir viel Geld sparen können, aber die Wirkung wäre verpufft. Und das Ansehen des Koems hätte wohl gelitten“, meinte Klaus-Dieter Westphal, Vorsitzender der Fördergemeinschaft. Der Plan, Hermann Dunkler-Gronwald ins Boot zu holen, geht auf ihn und Klaus Corleis zurück.

Der Huder Architekt hatte sich in Harpstedt mit seinen Entwürfen für den Christusgarten und den Friedhofskapellen-Vorplatz einen guten Namen gemacht. Westphal bot dem Flecken an, dass die Fördergemeinschaft Koems als Bauherr auftritt. Der Verwaltungsausschuss gab sein Okay. Und der Koems-Verein beauftragte Dunkler-Gronwald mit der Planung, die in einem Arbeitskreis unter Mitwirkung von Klaus Viehmeier aus dem Bauamt, Gemeindedirektor Ingo Fichter, Klaus-Dieter Westphal, Ratsherr und Baufachmann Rolf Ranke sowie Klaus Corleis abgestimmt und vorangetrieben wurde.

Besagter Pavillon ist nun das Ergebnis. In einer nichtöffentlichen Sitzung habe der Fleckenrat zwar kürzlich eifrig über den Vorentwurf diskutiert, aber letztlich „waren alle damit einverstanden“, so Westphal. Die Drei-Gelenk-Rahmenkonstruktion aus Holz, die dem Objekt seine charakteristische mehreckige Form gibt, wird ein Unternehmen mitsamt Sohle herstellen. Vielleicht noch in diesem Jahr, hofft Westphal. Die Eindeckung des zum Krönungsplatz hin offenen Pavillons wird wohl ebenfalls fremdvergeben.

Mit Eigenleistungen will sich die „Rentnerbänd“ einbringen, etwa in Form von Pflasterarbeiten. Auch die Wände des Gebäudes, das mit zehn Metern Spannweite ungefähr halb so groß wie der bisherige „Stein“ konzipiert ist, könnte die Gruppe hochziehen. Ihrem Sprecher Bernhard Wöbse schweben Gefache mit Mauerwerk vor – angepasst an den Koems. Ratsam wäre es aus seiner Sicht, den Pavillon analog zum benachbarten Saalgebäude mit schwarzen Pfannen einzudecken. Solche und weitere Einzelheiten wollen bei der Feinplanung erst noch geklärt werden. Westphal zog beispielsweise ein Dachfenster in Erwägung, durch das zusätzliches Tageslicht in den Baukörper gelangen könnte.

In dem Pavillon wären Konzerte und andere „offene Veranstaltung möglich“; er habe die gewünschte abschirmende Wirkung, wirke einladend, füge sich harmonisch ins Bild ein, sei schlicht gehalten, habe aber zugleich „etwas Markantes“, unterstrich Dunkler-Gronwald.

In wirtschaftlicher Hinsicht bleibe das Projekt „im Rahmen“, urteilte Bernhard Wöbse. Die Fördergemeinschaft könnte den Pavillon, der mit Strom- und Wasseranschluss ausgestattet werden soll, gegebenenfalls sogar –wie auch andere Räumlichkeiten im Scheunenviertel – vermieten, wenn es dafür eine Nachfrage gibt. Innen bleibt er „leer“. Fest eingebautes Mobiliar würde die Nutzungsmöglichkeiten nur einschränken.

Der Zeitpunkt des Baubeginns hängt davon ab, ob der Flecken die frühere Disco abreißen muss oder aus dem Vorhaben, sie ab- und im Museumsdorf Cloppenburg wieder aufzubauen, noch etwas wird. Die Museumsdirektion hatte zwar erklärt, dass sie Interesse am „Stein“ und weiteren Objekten aus den Nachkriegsjahrzehnten habe, aber auch eingeräumt, das sei erst einmal nur ein bislang nicht finanzierbarer Traum.

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