Mit lokalem Bezug

Zu schade für die Tonne: Neue Facebookgruppe forciert Foodsharing

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Foodsharing ist das Ziel der neuen Facebookgruppe.

Was Lea Decker gelegentlich widerfährt, hat wohl jede Mutter so oder so ähnlich schon erlebt: Eine Tüte Cornflakes wird geöffnet; das Kind kostet ein paar Flocken und kommt zu dem Schluss: „Mag ich nicht!“ Findet sich in Familie, Nachbarschaft und Bekanntenkreis kein Abnehmer, landet die frische Ware oft genug im Müll.

Harpstedt - Solche Verschwendung ärgert Lea Decker seit Langem. Die 24-jährige Harpstedterin, die aktuell in Delmenhorst wohnt, aber im Januar zurück in ihren Heimatort zieht, kennt verschiedene Apps, die sich der Rettung noch verzehrbarer Lebensmittel verschrieben haben. Etwa „Too good to go“. 

Dieses Portal ermöglicht es Lebensmittelherstellern, -verarbeitern und -vertreibern (von der Bäckerei bis zum Restaurant), „überproduziertes Essen“ zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Die Nutzer solcher Foren sind allerdings weithin verstreut. Die Lebensmittel müssen daher verschickt werden. Die damit verbundenen Transportwege bedeuten einen nicht unerheblichen CO2-Ausstoß. Die Folgen fürs Klima stellen Sinn und Zweck der prinzipiell guten Idee infrage.

Foodsharing mit lokalem Bezug

Lea Decker

Lea Decker geht einen anderen Weg: Sie kombiniert das Anliegen der Lebensmittelrettung mit einem klaren lokalen Bezug. Wer aus der Samtgemeinde oder der näheren Umgebung angebrochene, aber noch genießbare Lebensmittel verschenken möchte, kann das in der von ihr ins Leben gerufenen Facebookgruppe „Foodsharing Harpstedt und umzu“ tun. Tatsächlich haben schon einige Verbraucher diese Chance genutzt. Gepostete Fotos von abzugebenden Tees, Fruchtsäften oder auch „Anfangsmilch“ für Babys lassen das erkennen. Wie das zu verschenkende Produkt von A nach B gelangt, klären Anbieter und Abnehmer unter sich.

Die aktuelle Mitgliederzahl der noch im Aufbau befindlichen Gruppe bewegt sich bei um die 40. Die Aufnahme ist kein Problem. „Ich werde niemanden ausschließen. Ich behalte mir aber als Administratorin schon das Recht vor, Leute wieder aus der Gruppe zu werfen, wenn sie sich nicht regelkonform verhalten und beispielsweise andere beleidigen“, stellt Lea Decker klar.

Foodsharing Facebookgruppe auch für örtliche Firmen

Die Frage, ob auch Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums über die Gruppe an interessierte Abnehmer vermittelt werden können, lasse sich nicht pauschal mit einem Ja oder Nein beantworten. „Das kommt darauf an. Bei vielen Waren mit sehr langer Haltbarkeit wie Kaffee ist das sicher kein Problem“, sagt die dreifache Mutter. Bei leicht verderblichen Nahrungsmitteln, etwa Salaten oder bestimmten Milchprodukten, sei hingegen Vorsicht geboten. „Da muss man schon aufpassen.“

Ein Stück weit will Lea Decker auch die „Too good to go“-Idee übernehmen und örtlichen Firmen die Möglichkeit bieten, überproduzierte – gleichwohl gute – Lebensmittel zu einem deutlich reduzierten Preis in der Facebookgruppe anzubieten. „Die Betriebe verdienen so zumindest noch ein bisschen an Produkten, die sonst in der Tonne landen würden. Sie müssen weniger wegwerfen und sparen dadurch Geld für die Müllentsorgung“, bringt die 24-Jährige die Vorteile auf den Punkt.

Weitere Nachrichten zum Thema Foodsharing

Ehrenamtliche sammeln nicht mehr verkäufliche Lebensmittel von Läden aus Wildeshausen und umzu ein, um sie kostenlos an Jedermann zu verteilen.

Auch für Verden und umzu gibt es eine Foodsharing Facebookgruppe.

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