Sascha Christians hübscht (vor allem) Motorräder in Airbrush-Technik auf

Der Totenkopf auf dem Tank bleibt ein begehrtes Motiv

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Harley-Davidson-Fahrer wissen die Arbeit des Unternehmens von Sascha Christians (im Bild) zu schätzen. Airbrush-Kostproben gibt es auch am Mauerwerk des Firmensitzes an der Königsberger Straße 9 in Harpstedt und an einem Spind (im Hintergrund) zu bewundern.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Der Totenkopf auf dem Tank bleibt für viele Harley-Davidson-Fahrer einObjekt der Begierde – und beschert Sascha Christians mit seinen Mitarbeitern so manchen Auftrag. Der Harpstedter hübscht Motorräder, gelegentlich auch Autos und selten Lkw-Zugmaschinen, mit Motiven in Airbrush-Technik auf. Dafür verwendet er „konventionelle Basislacke“. Mitunter kommen Kunden mit außergewöhnlichen Wünschen.

Sascha Christians erinnert sich an einen Vater und dessen Sohn, die ihm ein Modellflugzeug brachten und ihn damit beauftragten, dem Flieger den Look des aktuellen FormelI-„Silberpfeils“ zu verpassen. „Dabei wussten sie noch nicht einmal, ob das Modell tatsächlich fliegen kann“, erzählt der 38-Jährige schmunzelnd.

Sein Opa Theo war Schlachter; sein Onkel Johann betreibt noch heute die Fleischerei Christians an der II. Kirchstraße in Harpstedt. Er selbst ist einen anderen Weg gegangen, der ihn jedoch letztlich ebenfalls in die Selbständigkeit führte.

„Zur Schule hatte ich nie große Lust“, gesteht der Existenzgründer, der seit dem 12. Juni 2014 seinen Meisterbrief im Fahrzeuglackiererhandwerk in der Tasche hat und dank einer Ausnahmegenehmigung schon vorher ausbilden durfte, offen ein. 1992 fand er eine Lehrstelle. Im Anschluss an die dreijährige Ausbildung arbeitete er in verschiedenen Firmen in seinem Lehrberuf, musste aber feststellen: „Allzu viel Geld kann man als angestellter Fahrzeuglackierer nicht verdienen.“

Also hob Sascha Christians sein eigenes kleines Unternehmen „mini Colors“ aus der Taufe. Mit der Entwicklung des Betriebs ist er zufrieden. Er könne „davon leben“. Der Jungunternehmer beschäftigt mit Holger Mügge und Patrick Koch zwei Mitarbeiter. Ein Umschüler hat voraussichtlich bis Anfang August ausgelernt und soll dann übernommen werden.

„Wir machen alles, was normale Lackierer nicht können oder wollen“, verrät Sascha Christians. Große Betriebe setzten „auf Masse“. Bei „mini Colors“ bekommen indes auch Individualisten, was sie möchten, wenn sie sich‘s leisten können und wollen. Christians hat nach eigenem Bekunden noch nie einem Kunden sagen müssen, dass es zu schwierig wäre, das gewünschte Motiv zu „sprayen“. Wenn ein Auftrag mal nicht erteilt worden sei, dann wegen des Preises.

Jede Farbe müsse – für gewöhnlich freihand – einzeln mit der Sprühpistole aufgetragen werden und etwa 15 Minuten trocknen, ehe die nächste folgen könne, verrät der Jungunternehmer. Ärgerlich seien natürlich Ausrutscher bei der Arbeit.

Schon fünf

Jahre am Markt

Dann heiße es: „Das Ganze nochmal!“ Manche Motive realisiert „mini Colors“ im Pinstriping-Verfahren. Dabei kommt zum Auftragen der Lackfarbe keine Sprühpistole, sondern ein spezielle Pinsel zum Einsatz.

Das an der Königsberger Straße 9 in Harpstedt ansässige Unternehmen führt obendrein Karosserie-Umbauten an Harley-Davidson-Maschinen aus – sowie ganz konventionelle Fahrzeuglackierungen. Sascha Christians freut sich darüber, dass seine Firma, die es am 1. Juli schon seit fünf Jahren gibt, mittlerweile in der Region wahrgenommen wird – auch als Folge von Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Kundschaft rekrutiert sich im Wesentlichen aus dem Großraum Bremen–Oldenburg. Dem Jungunternehmer macht der Job großen Spaß. Er könne schließlich in seinem Traumberuf arbeiten. Die ungewöhnliche Bezeichnung seiner Firma, so gibt er preis, habe einen guten Grund; sie leite sich aus seinem eigenen Spitznamen „Mini“ ab.

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