Gruselige Nachtwanderung und Mini-Highland-Games

Sanis arbeiten schulübergreifend zusammen

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Reanimieren an einer Puppe mit klar verteilten Rollen – da muss jeder Handgriff sitzen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Schön tief durchdrücken! Und Takt halten!“, rät Oliver Gräfing den Schulsanitätern, die gerade an einer Puppe das Reanimieren üben. „Wenn ihr seht, dass der Bewusstlose etwas in der Hand hält, schaut doch ruhig mal nach, um was es sich da eigentlich handelt. Es könnte schließlich auch ein Gefahrstoff sein“, ergänzt der Breitenausbilder.

Dann muss er schmunzeln: „Ich find’s interessant, dass ihr ausgerechnet in der Tür versucht zu beatmen. Geht doch weiter rein in den Raum! Sonst müsst ihr immer über den Ohnmächtigen steigen, weil ihr nicht um ihn herumlaufen könnt“, erklärt der Rettungssanitäter der Malteser. Sein Kollege Maximilian Oebker nickt zustimmend und meint zur allgemeinen Erheiterung: „Tipp meinerseits: Den ,Patienten' bitte möglichst nicht mit der Nase über den Boden ziehen!“ 

Imponierende Vorführung: Ein speziell ausgebildeter Hund spürt Testsprengstoff auf.

Für eine „24-Stunden-Übung“ haben die Malteser die Oberschule Harpstedt zur Verfügung gestellt bekommen. Nach der Entlassfeier ist das Gebäude wie leer gefegt, aber nicht lange: 21 ausgebildete Schulsanitäter der Oberschule Harpstedt und des Gymnasiums Wildeshausen im Alter von elf bis 16 Jahren nisten sich dort ein. Sie nächtigen in der Schule, bekochen sich dort auch. Und natürlich erweitern sie ihre Ersthelfer-Kenntnisse. 

Balken-Weitwurf: Hier ist nicht nur Kraft gefordert. Es kommt auch auf die Technik an.

„Am Freitag haben wir angefangen – mit einer Vorführung: Ein Gast kam mit seinem speziell ausgebildeten Hund, der eine Patronenhülse und Testsprengstoff binnen einer Minute aufspüren konnte“, erzählt Oebker. Neben der Ausbildung komme der Spaß nicht zu kurz. Oebker erzählt von einer gruseligen Nachtwanderung durch die ehemalige Munitionsanstalt (Muna Dünsen), bei der die Schnell-Einsatzgruppe aus Wildeshausen für schaurige Momente gesorgt habe. Die Kinder hätten Spaß daran gehabt, erschreckt zu werden. Oebkers Schilderungen erinnern ein wenig an eine real gewordene Geisterbahn.

„Verletzte“ galt es aus der künstlich völlig vernebelten Oberschulküche zu retten.

„Wir können nicht die ganze Zeit Ausbildung anhand von Fallbeispielen machen“, sagt Oliver Gräfing. „Ein bisschen Abwechslung muss schon sein“, pflichtet Oebker bei. Ziel der Übung aber sei es, die Kinder mit diversen Rettungsszenarien vertraut zu machen. „Der Rettungsdienst ist rund um die Uhr gefordert und muss tags und nachts zu Einsätzen ausrücken. Auch das wollen wir deutlich machen. Zudem sollen die Sanis der beiden Schulen mal zeigen, dass sie schulübergreifend kooperieren können.“

Reifen drehen – so heißt diese Highland-Games-Disziplin.

Die Küche der Oberschule dient indes nicht nur zum Kochen, sondern sie eignet sich, wie sich zeigt, auch als Schauplatz eines Übungsszenarios. Dabei wollen drei „Verletzte“ nach einer angenommenen Fettexplosion per Rettungsgriff aus dem künstlich „vernebelten“ Raum – also aus dem Gefahrenbereich – herausgeholt werden. Oebker deutet auf den Arm eines Schülers: „Da sieht man noch, dass mit Schminke eine Brandverletzung realistisch nachempfunden worden ist.“

Die Schulsanis freuen sich derweil auf das letzte Highlight, nämlich die „Mini-Highland-Games“. „Baumstamm-Weitwurf, Stein halten, Steinweitwurf und Reifen drehen“, zählt Maximilian Oebker die zu bewältigenden Disziplinen auf. Ein Dankeschön schickt er an „Reifen Wagenfeld“ nach Wildeshausen – für den zur Verfügung gestellten Treckerreifen.

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