Samtgemeindeweit „emigrieren“ 3493 Beschäftigte tagtäglich berufsbedingt

Prinzhöfte überrascht: Mehr Ein- als Auspendler

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. 3493 Berufstätige aus der Samtgemeinde Harpstedt, darunter überdurchschnittlich viele Beschäftigte von Mercedes-Benz in Bremen, gehen Jobs nach, die sie nicht in ihrer eigenen Wohngemeinde ausüben. Sie müssen folglich zu ihren Arbeitsplätzen in benachbarte Ober- und Mittelzentren oder auch kleinere Kommunen auspendeln. Dem gegenüber stehen 1820 Einpendler, wie sich Zahlen des Statistik-Services Nordost der Bundesagentur für Arbeit entnehmen lässt.

Die Datenerhebung bezieht sich auf den „Stichtag“ 30. Juni 2013. Die Zahlen für den Flecken Harpstedt überraschen ein wenig, allerdings nur auf den allerersten Blick. Hier scheint das Verhältnis von Ein- zu Auspendlern mit 966:1384 noch halbwegs ausgewogen zu sein, zumindest im Vergleich zu Außengemeinden wie Beckeln (56:270), Colnrade (83:300), Dünsen (38:441), Kirchseelte (111:379) oder Winkelsett (55:167). Erklären lässt sich dies vor allem damit, dass Harpstedt im Verhältnis zum ländlich strukturierten Umland eine größere Rolle als Wirtschaftsstandort spielt und dort diverse kleine und mittelständische Betriebe sowie die Kommune mit ihren Einrichtungen wie Bauhof oder Freibad nicht nur Einwohnern Arbeit geben, sondern teils auch Menschen, die aus anderen Mitgliedskommunen oder benachbarten Städten und Gemeinden täglich Fahrwege in Kauf nehmen.

Gewerbebetriebe in einer Dichte, die sich samtgemeindeweit über dem Durchschnitt bewegt, existieren außerdem in Prinzhöfte und Groß Ippener. Auch das findet seinen Niederschlag in der Statistik. In Groß Ippener übersteigt die Zahl der Auspendler (349) die der Einpendler (215) weit weniger stark als in den strukturschwächeren Gebietskörperschaften. Für die eigentliche Überraschung aber sorgt Prinzhöfte: Diese Gemeinde mit Simmerhausen als Gewerbeschwerpunkt verzeichnet als einzige der insgesamt acht zur Samtgemeinde gehörigen Mitgliedskommunen mehr Beschäftigte, die in ihr Gebiet einpendeln, um dort zu arbeiten (296), als Einwohner, die „außerhalb“ Jobs verrichten (203).

Gleiches gilt kreisweit ansonsten nur für die Kreisstadt Wildeshausen mit 4333 Aus-, aber 4719 Einpendlern. In den übrigen Kreisgemeinden des Landkreises Oldenburg fallen hingegen durchweg die „berufsbedingten Immigranten“ mengenmäßig deutlich weniger ins Gewicht als die „Job-Emigranten“: Für Ganderkesee beträgt das Verhältnis 4607:8582, für Dötlingen 918:1848, für Großenkneten 2146:4050, für Hatten 1372:4239, für Hude 1975:4546 und für Wardenburg 2057:4874.

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