Samtgemeinderat beschließt Umbau des Gebäudes zur Kinderkrippe

Grundsatz-Entscheidung gegen Schulstandort Dünsen

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Es ist entschieden: Der Umbau der Grundschule Dünsen zu einer Krippe fand im Samtgemeinderat die erforderliche Mehrheit. Symbolfoto: dpa

Beckeln - Von Sophie Filipiak. Die Schaffung zweier neuer Krippengruppen in der Samtgemeinde Harpstedt ist notwendig. Da waren sich die Politiker des Samtgemeinderates am Donnerstagabend im „Gasthaus Beneking“ in Beckeln einig. Aber die Standortfrage sorgte für hitzige Diskussionen. Nach einer geheimen Abstimmung stand das Ergebnis fest: 14 zu elf Stimmen bei einer Enthaltung für die Grundschule Dünsen.

Gut drei Stunden debattierten die Ratsmitglieder öffentlich. Als es dann zur Abstimmung kam, schien ein baldiger Entschluss in Sicht.

Doch: Stefan Pleus (CDU) stellte den Antrag auf eine geheime Abstimmung, wo die neuen Krippengruppen entstehen sollen. Ein kollektives Raunen ging durch den Saal.

Viele der Zuschauer und einige Politiker waren darüber wenig begeistert. Einige der anwesenden Dünsener hatten sogar während der Diskussion fleißig Strichlisten geführt, welcher Ratspolitiker für oder gegen die Grundschule stimmen würde.

Trotz der Proteste erreichte der Antrag auf geheime Abstimmung die notwendige Mehrheit, und schleunigst wurden die Stimmzettel verteilt.

Die Politiker hatten die Qual der Wahl: Aus den ursprünglich vier Varianten (wir berichteten) hatten sich zwei als Favoriten herauskristallisiert. Günter Wöbse (CDU) stellte den Antrag, die Grundschule Dünsen zur Krippe umzubauen. Einen Anbau an die Kita „Zwergnase“ in Harpstedt beantragte Heinz-Jürgen Greszik (SPD).

Vor allem die mögliche Aufgabe des Schulstandortes sorgte für einige Konflikte. Doch bis auf einige Wortführer hielten sich die meisten zurück. Es entwickelten sich zwei Lager: Die einen wollten an dem Beschluss zum Schulerhalt im Januar nicht rütteln, die anderen sahen in dem Umbau zur Krippe die einzige Möglichkeit, das Gebäude effektiv und nachhaltig weiter zu nutzen.

„Wir müssen da investieren, wo wir die Zukunft sehen“, erklärte Günter Wöbse. Die Umnutzung sei die günstigste Variante, und die Samtgemeinde sei verpflichtet, sorgsam mit ihren Ressourcen umzugehen.

Auch Heinz Volkmer (CDU) bescheinigte der Grundschule keine guten Zukunftsprognosen. „Was passiert, wenn die Schule in drei oder vier Jahren geschlossen wird? Das ist ein riesiger Kostenfaktor“, so Volkmer. Es seien zu wenig Schüleranmeldungen eingegangen, und zudem fehle immer noch ein Schulleiter.

Deutliche Worte gegen den Umbau in Dünsen fand Ratsherr Horst Bokelmann: „Sie sollten sich an den Beschluss vom Januar halten. Ich gehe davon aus, dass die Politiker sich damals etwas dabei gedacht haben, als sie abgestimmt haben“, erklärte Bokelmann.

Der Rat habe ein klares Signal für den Schulerhalt gegeben, und daran sollte er sich auch halten. Für ihn sei ein Neu- oder Anbau neben der Kita „Zwergnase“ ideal.

Die Grundschule Dünsen sei kaputt geredet worden, fügte Irene Kolb (Grüne) hinzu. Sie sprach von regelrechten „Mordversuchen“. Die Entwicklung einer solchen Einrichtung brauche Geduld. Außerdem könne noch nicht genau gesagt werden, wie teuer der Umbau der Schule zur Krippe am Ende sein werde.

Hartmut Post (CDU), Bürgermeister von Dünsen, plädierte zwar dafür, dass die Krippe in seiner Gemeinde gebaut wird, wollte aber den Schulstandort erhalten.

Am Ende jedoch halfen die vielen Argumente gegen den Umbau der Grundschule nichts. Nach der Grundsatz-Entscheidung müssen nun weitere Schritte in der Verwaltung und den Fachausschüssen folgen.

Auch fehlt bis jetzt noch der Antrag, den Schulstandort zu schließen, der nicht nur vom Samtgemeinderat geprüft werden muss, sondern auch von der Landesschulbehörde.

Bei den anwesenden Dünsenern stieß die Entscheidung auf wenig Gegenliebe. Ein Anwohner zeigte sich gegen Ende der Sitzung verwundert, warum der Standort im Januar schlecht geredet, aber nun für eine Kinderkrippe hoch gelobt wurde.

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