Samtgemeinde verabschiedet verdienten Schwimmmeister in den Ruhestand

Schon bald wird es heißen: „Weißt du noch, der Heinz?“

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Nach der Verabschiedung in den Ruhestand: Heinz Remme (2.v.l.) mit seinen bisherigen Kollegen Uwe Lampe (l.) und Conny Teichert (2.v.r.), seiner Ehefrau Elisabeth (3.v.l.) sowie mit Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, (4.v.r.), dem Ersten Samtgemeinderat Ingo Fichter (r.) und dem Personalratsvorsitzenden Michael Lührs (3.v.r.).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Als er als Mann in den besten Jahren die Umschulung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe durchlief, dachte sich Heinz Remme mitunter: „Warum tust du dir das an?“ Die Ausbildung an der Seite vieler Jungspunde sei ihm nicht leicht gefallen, gesteht er. Gleichwohl hat der Harpstedter die späte berufliche Neuorientierung nicht bereut. Ab Donnerstag zählt der Schwimmmeister nun zu den Ruheständlern. Dann liegen rund 18 Jahre bei der Samtgemeinde Harpstedt hinter ihm – sowie insgesamt 25 Jahre im öffentlichen Dienst.

Während einer Feierstunde im Amtshof verband Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse heute, Dienstag, beide Anlässe: Dienstjubiläum und Verabschiedung. „Wir lassen dich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen“, sagte er. Heinz Remme habe – als Teil des eingespielten Freibad-Teams – den Spagat zwischen gelegentlich notwendigem bestimmenden Auftreten und Freundlichkeit gut gemeistert und seine Aufgaben mit Augenmaß erledigt.

Noch heute ist der mittlerweile 64-Jährige den früheren Verwaltungsspitzen Dieter Claußen und Uwe Cordes dankbar dafür, dass sie ihm die Umschulung ermöglichten. In all seinen Dienstjahren als Schwimmmeister sei „zum Glück nie etwas Schlimmes passiert“. Ein schon lange zurückliegender Freibad-Vorfall, der zum Schmunzeln animiert, blieb Remme und Betriebsleiterin Conny Teichert gleichwohl im Gedächtnis: Ein „adipöser“ Jugendlicher hatte sich auf ein Handwaschbecken gesetzt, das unter der Last zusammenbrach; die Scherben zerschnitten dem Unglücksraben den Hintern.

„Wisst ihr noch, der Heinz?“ So oder ähnlich dürften nach Einschätzung des Personalratsvorsitzenden Michael Lührs wohl in Zukunft viele Anekdoten über den angehenden Ruheständler beginnen, der als echtes Original gilt. Remmes Nachname sei bei etwa 760 Namensträgern von mittlerer Häufigkeit, hat Lührs gegoogelt. Besonders oft komme er in den Kreisen Steinfurt und Vechta sowie im Landkreis und der Stadt Osnabrück vor. „Das passt. Denn dein Opa, Heinz, kam gebürtig aus Bramsche. Und das gehört zum Landkreis Osnabrück“, merkte Lührs in der Feierstunde an. Er überreichte Blumen sowie einen Präsentkorb mit dem Hinweis: „Wir haben den Hut für dich rumgehen lassen. Das ist dabei rausgekommen. Da steckt noch ein kleiner Umschlag drin – mit einem zusätzlichen Geschenk, damit deine Frau und du zusammen etwas unternehmen könnt.“

Am 21. September hatte der gelernte Postbote Heinz Remme, der zeitweise unter anderem auch für den Bundesgrenzschutz tätig war, die 25 Jahre im öffentlichen Dienst voll gemacht. Wöbse würdigte das Jubiläum des „vielseitig beruflich geprägten“ Schwimmmeisters mit einer gerahmten Urkunde. Als Geschenk zur Verabschiedung überreichte er indes eine gerahmte Ehren-Eintrittskarte, die es dem 64-Jährigen gestattet, lebenslang das Rosenfreibad zu nutzen, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Die zusätzlichen Blumen aus den Händen des Bürgermeisters gab der Geehrte gleich an seine Frau Elisabeth weiter und fügte schmunzelnd hinzu: „Weil du mir immer so schön meine Sachen gewaschen hast.“

Trotz Ruhestands will Remme auch künftig dann und wann im Rosenfreibad aushelfen, wenn Not am Mann ist. Obgleich er unlängst seinen Resturlaub abgefeiert habe, sei er bereits einmal aus Anlass eines Engpasses eingesprungen, verriet Herwig Wöbse: „Ein Anruf – und Heinz war da.“

Viele Arbeiten des Freibad-Teams sehe der Badegast überhaupt nicht. Die Schwimmmeister müssten früh aufstehen und ihren Dienst zeitig antreten. Wenn am Abend die letzten Besucher nach Hause gingen, gebe es für sie noch eine ganze Menge Nacharbeiten zu erledigen, so Wöbse.

Im Winter baut das Badpersonal Überstunden ab. Gegebenenfalls müssen die Bediensteten dann auf dem Bauhof aushelfen. In den letzten Jahren hätten die Schwimmmeister aber so gut im Bäderbetrieb zu tun gehabt, dass sie sich mit diesen Stunden „locker das ganze Jahr über Wasser halten konnten“, so Herwig Wöbses allgemeiner Vertreter Ingo Fichter. Im Freibad mit dem teils unterkellerten Umkleidegebäude, drei Technikkellern und der Außenanlage gebe es „immer viel zu tun“.

Einen Nachfolger für Remme will die Samtgemeinde – nach öffentlicher Stellenausschreibung – im Frühjahr einstellen. Zusätzlich bemüht sie sich schon lange, bislang allerdings ohne Erfolg, um einen Lehrling (m/w), der die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe durchlaufen möchte. „Ob frisch von der Schule oder Umschüler, ist uns eigentlich egal. Wir sind für beides zu haben“, sagte Ingo Fichter.

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