Samtgemeinde sitzt mit einmalig 800 Euro für die Flüchtlingsinitiative im Boot

2400 Euro aus öffentlicher Hand für den Helferkreis

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Die zahlreichen Flüchtlinge in der Samtgemeinde Harpstedt (hier ein Archivbild aus dem Dezember 2015) müssen nicht nur untergebracht und teils auch beköstigt werden. Hinzu kommen die alltagsbegleitende Betreuung und Eingliederungshilfen. Auf diesem weiten Feld engagieren sich die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, die teils sogar Deutschunterricht erteilen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Benzingeld bekommen die ehrenamtlich tätigen Integrationshelfer für ihre „dienstlichen“ Fahrten mit Flüchtlingen weiterhin nicht. Gleichwohl würdigt die öffentliche Hand ihre Arbeit nun mit finanziellen Mitteln.

Das Land Niedersachsen hat eine finanzielle Förderung auf den Weg gebracht: 800 Euro erhält die in der Samtgemeinde Harpstedt tätige ehrenamtliche Flüchtlingsinitiative aus diesem Topf. Der Landkreis Oldenburg gewährt zusätzlich einen Betrag in gleicher Höhe. Das Geld soll zur Deckung diverser Sachkosten dienen, die etwa für Material, Fahrkarten, Benzin oder auch das Flüchtlingscafé anfallen. Die Samtgemeinde legt einmalig weitere 800 Euro drauf – als „Anerkennung und Wertschätzung der wertvollen Arbeit der ehrenamtlichen Helfer für Flüchtlinge“, wie es in einer Pressemitteilung von Bürgermeister Herwig Wöbse heißt.

Der Verwaltungschef nimmt damit Bezug auf die jüngste Sitzung des Samtgemeindeausschusses (SGA), der vergangene Woche tagte. Dem Gremium lag ein Antrag von Klaus Stark (SPD) aus Kirchseelte vor, wonach den ehrenamtlichen Helfern Benzingeld für ihre „dienstlichen“ Fahrten mit Flüchtlingen gewährt werden sollte.

Die Verwaltung hält indes die Abrechnung von Kilometergeld nach den Worten von Herwig Wöbse für „problematisch“. Der SGA beriet das Thema erstmalig und folgte letztendlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, der die besagte Einmalzahlung vorsah.

Die drei Beträge aus der öffentlichen Hand, insgesamt 2400 Euro, gehen an den Helferkreis. Die Flüchtlingsinitiative entscheidet selbst darüber, wofür genau sie das Geld einsetzen will. Der SGA-Beschluss deckt sich zwar nicht exakt mit dem, was Klaus Stark beantragt hatte. Gleichwohl kann der Sozialdemokrat damit leben, wie er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung durchblicken ließ. „Ich habe allerdings moniert, dass es eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat, bis das Thema beraten wurde“, sagte Stark, der als Beigeordneter selbst dem SGA angehört. Er war als Nachfolger des 2015 bei einem tragischen Absturz mit einer Cessna ums Leben gekommenen Kirchseelters Walter Raem in dieses – auf Samtgemeinde-Ebene – zweitwichtigste Gremium nach dem Rat gerückt. Sein Benzingeld-Antrag datiert vom 8. Oktober vergangenen Jahres.

Die von der Verwaltung angesprochenen Probleme bei den Kilometergeld-Abrechnungen kann Klaus Stark nicht nachvollziehen. Der Aufwand hätte sich nach seiner Einschätzung in sehr überschaubaren Grenzen gehalten. Er selbst wäre – „wenn wir denn mal darüber geredet hätten“ – nach eigenem Bekunden bereit gewesen, die Kilometergeld-Abrechnungen als fertige Excel-Dateien vorzulegen. Die Samtgemeindeverwaltung hätte dann, so sagt er, nur noch die Auszahlung der Beträge übernehmen müssen.

Stark, der selbst dem ehrenamtlichen Helferkreis angehört, glaubt im Übrigen nicht, dass der Kommune wirklich nennenswerte Summen in Rechnung gestellt worden wären. „Vielleicht insgesamt zwischen 80 und 100 Euro pro Monat“, schätzt er. Es sei ja schließlich nur um eine Vergütung für jene „dienstlichen“ Fahrten zu Behörden oder auch Ärzten gegangen, die zwingend eine Begleitung der Flüchtlinge erforderten, „weil sonst die Verständigung nicht funktioniert“. Der Benzingeld-Antrag habe sich hingegen ausdrücklich nicht auf Fahrten zu Einkaufsmärkten oder auch Freizeiteinrichtungen bezogen.

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