Neue Erfahrung für „mischMIT!“: Erstmals muss sich Freiwilligenagentur dem Wettbewerb stellen

Samtgemeinde Harpstedt sitzt seit Januar „mit im Boot“

Einhellig begrüßten gestern Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (2.v.r.), Landrat Carsten Harings (2.v.l.) sowie Geschäftsstellenleiter Thorben Kienert (r.) und Vorstand Dieter Brüggmann (l.) von „mischMIT!“ die Mitbetreuung der Samtgemeinde durch die Freiwilligenagentur. Foto: boh

Harpstedt - Seit Jahresbeginn bemüht sich die Wildeshauser Freiwilligenagentur „mischMIT!“ nun auch in der Samtgemeinde Harpstedt darum, die Nachfrage von gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen nach ehrenamtlicher Arbeit und die Bereitschaft von Menschen zu bürgerschaftlichem Engagement passgenau zusammenzuführen. Über diese zunächst bis Mai 2020 im Rahmen eines Pilotprojektes laufende Kooperation freuten sich gestern im Harpstedter Amtshof auch Bürgermeister Herwig Wöbse und Landrat Carsten Harings. Befördert worden sei die Zusammenarbeit zum einen durch einen SPD-Antrag sowie zum anderen durch den Anschluss anderer Kommunen im Rahmen der Pilotphase und obendrein durch den Landkreis, sagte Wöbse.

Kreis und Samtgemeinde tragen jeweils die Hälfte der jährlich anfallenden Kosten in Höhe von 5 500 Euro. Harings schwebt als mittelfristiges Ziel eine Vernetzung der kreisweiten Freiwilligenvermittlung vor. Mit Hude und Wardenburg gibt es nur noch zwei weiße Flecken auf der Landkarte. Ganderkesee hat eine eigene Freiwilligenagentur; Hatten, Dötlingen, Großenkneten und Harpstedt nehmen neben der Kreisstadt die Dienste von „mischMIT!“ in Anspruch.

„Wir werden von einem Verein getragen und sind schon im siebten Jahr unterwegs, aber noch nicht am Ziel“, sagte Vorstand Dieter Brüggmann. Für die Zukunft könnte er sich vorstellen, dass „mischMIT!“ den Fokus nicht nur auf die Vermittlung, sondern zusätzlich auf die Beratung legt - etwa in steuer-, haftungs- oder datenschutzrechtlichen Belangen. „55 Ehrenamtliche aus der Samtgemeinde Harpstedt betreuen wir bereits“, verriet er. „Erstmals haben wir uns hier dem Wettbewerb stellen müssen“, spielte er auf eine weitere - von Gerd Backenköhler aus Klein Henstedt initiierte - Freiwilligenagentur an und bekräftigte die Absicht, beizeiten auf den Wettbewerber zuzugehen.

Vier Festangestellte ermöglichten „mischMIT!“ ein hohes Maß an Flexibilität, und auch in finanzieller Hinsicht sehe es mittlerweile recht gut aus. „In den nächsten zwei Jahren“, so Brüggmann, „haben wir einen recht ausgeglichenen Haushalt.“

Über die Agentur kann es gelingen, dass Vereine vakante Vorstandsposten wieder besetzt bekommen. Aber durchaus auch, dass Einrichtungen ganz neue Projekte auf den Weg bringen, in denen Ehrenamtliche ihre Leidenschaften, ihr Potenzial und ihren Erfahrungsschatz einbringen - bis hin zum hochbetagten Zeitzeugen, der an einer weiterführenden Schule mit eigenen Erinnerungen den Unterricht anschaulich belebt.

Die Diakonie Himmelsthür gehört zu denen, die ausgesprochen gern die Vermittlungsdienste von „mischMIT!“ in Anspruch nehmen. Vielleicht ja bald auch in Harpstedt, ahnte Herwig Wöbse, zumal an der Mullstraße bekanntlich ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf im Werden begriffen ist.

Für aktuell rund 600 „offene Stellen“ in Wildeshausen und Umgebung bemüht sich „mischMIT!“ um Ehrenamtliche - immer unter der Prämisse, dass dadurch hauptberufliche Kräfte nicht verdrängt werden dürfen.

Auch Gespräche mit Einrichtungen und Vereinen über Bedarfe in der Samtgemeinde Harpstedt laufen bereits. Wer will, der kann - ob nun als „Anbieter“ oder „Nachfrager“ - gern selbst den Kontakt unter Telefon 04431/748 34 75 suchen.  boh

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